Nils Petersen wartet seit sechs Monaten auf ein Tor

Letzte Chance für die grünen Torlos-Treter

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Sie passen bestens zum Werder-Outfit, doch mit seinen grünen Schuhen hat Nils Petersen noch kein Pflichtspiel-Tor erzielt. ·

Bremen - Nils Petersen steht kurz vor einem Wechsel. Nach mehr als sechs Monaten (!) ohne Pflichtspiel-Tor greift der Werder-Stürmer vor dem Heimspiel gegen Augsburg zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Er setzt seine grünen Torlos-Treter unter Druck, gibt ihnen eine letzte Chance: „Eigentlich darf ich keine anderen Schuhe anziehen, aber wenn ich heute wieder nicht treffe, dann rufe ich da an.“

Gemeint ist sein privater Schuhausrüster adidas, der ihm alle paar Monate das neueste Modell nach Bremen schickt. Im Moment ist grün angesagt. Sie waren mal seine Hoffnungstreter. Denn das gelbe Vorgängermodell hatte Woche für Woche versagt. Doch die grüne Phase ist nicht besser: drei Mal Bundesliga, ein Mal Pokal – kein Tor. Kein Wunder, dass Petersen gerne wieder blau wäre. Schließlich gelangen ihm mit dieser Farbe am 16. Februar im Heimspiel gegen Freiburg seine letzten beiden Tore. „Verloren haben wir damals trotzdem“, erinnert Petersen an das 2:3 und bittet gleichzeitig darum, seinen kleinen Schuh-Tick nicht zu ernst zu nehmen. Der 24-Jährige weiß nämlich sehr wohl, worauf es ankommt: „Wir sind den Fans einen Heimsieg schuldig.“ Der liegt sogar noch 15 Tage länger zurück als Petersens letztes Tor – 2:0 gegen Hannover 96.

Danach ging bei Werder nicht mehr viel, nur mit ganz viel Mühe wurde der Abstieg verhindert. Und das ist auch ein Grund, warum sich Petersen jetzt über neue Konkurrenz im Sturm freut und die Verpflichtung des Argentiniers Franco di Santo begrüßt: „Der Transfer war einfach notwendig. Natürlich will man als Fußballer immer spielen. Aber wie oft hatten wir letzte Saison Spiele, in denen wir zurücklagen und dachten: Wen kann man jetzt noch bringen, der für ein Tor gut ist? Und mir hätte letzte Saison vielleicht auch mal eine Pause gut getan, als ich müde und ausgelaugt war.“

Durch di Santo erhofft sich Petersen eine noch größere Flexibilität im Sturm und am besten auch noch das gewisse Etwas. „Vielleicht ist er genau das, was wir noch gebraucht haben“, sagt der Ex-Bayern-Profi, der als absoluter Fußball-Kenner gilt und fast alle aktuellen Ergebnisse in sämtlichen Ligen kennt. Aber ein di Santo ist ihm dabei bislang nicht aufgefallen: „Ich schaue ja nicht auf jeden einzelnen Spieler.“

Ohnehin bleibt ihm gerade weniger Zeit, woanders hinzugucken: Der Angreifer steckt bei Werder nach dem Trainerwechsel mitten im Lernprozess. Robin Dutt hat den Mittelstürmer nach rechts versetzt. „Es macht Spaß, mal eine andere Position zu bekleiden“, sagt Petersen zwar, gesteht aber auch: „Natürlich fühle ich mich im Zentrum am wohlsten.“ Schließlich ist er dort dem Tor wesentlich näher. Und diese „Sucht, zu treffen“, wie Petersen es ausdrückt, soll nun endlich mal wieder befriedigt werden. Wenngleich der 24-jährige nach 1 138 Minuten ohne Bundesliga-Tor betont: „Früher hätte ich mich deshalb verrückt gemacht. Aber das ist auch das Gute an Bremen. Hier wird das Thema nicht so ausgeschlachtet, hier kommen die Menschen in der Stadt auf mich zu und sagen: ,Egal, Tore machst du noch genug.’ Das tut gut.“ · kni

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