Letzte Chance: Gegen die Bayern muss es „klicken“

Mit ernstem Blick sieht Thomas Schaaf dem Schicksalsspiel gegen den FC Bayern entgegen. „Es wird Zeit, andere Ergebnisse abzuliefern“, sagt er.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Werder zittert – und das liegt nicht nur an den aktuellen Temperaturen! Vor dem Bundesliga-Hit gegen Bayern München (morgen, 15.30 Uhr) geht bei den Bremern die Angst um, die zweite Meisterschaftssaison in Folge in den Sand zu setzen. Selbst der sonst so besonnene Trainer Thomas Schaaf schlägt Alarm: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, wird es Zeit, andere Ergebnisse abzuliefern.“

Höchste Zeit sogar. Sonst läuft’s wie in der Vorsaison, als Werder nach 19 Spieltagen bereits alle Ambitionen begraben musste. 13 Punkte Abstand auf Platz eins und elf auf einen Champions-League-Rang waren es damals. Exakt die gleiche Konstellation droht nun bei einer Niederlage gegen die Bayern. Verschenkt Werder wieder alle Chancen?

Drei Niederlagen in Folge haben die Bremer in diese bedrohliche Situation gebracht. Niederlagen, die allesamt vermeidbar waren. „Wir haben meistens gut gespielt, aber unterm Strich kam nichts dabei heraus“,

n„Vielleicht sind wir

ngar nicht so gut…“

analysiert Schaaf, was hinlänglich bekannt ist. Aber wo sind die Rezepte, mit denen sein Team morgen die Seriensieger aus München (zuletzt sieben Erfolge in sieben Pflichtspielen bei 17:4 Toren!) knacken und die Wende zum Guten schaffen kann? „Wir müssen uns einfach mehr abfordern. Im Moment sind wir mit dem, was wir abgerufen haben, nicht zufrieden“, sagt Schaaf und nimmt sich vor dem Schicksalsspiel – die Situation erlaubt diese Namensgebung ohne Einschränkung – zur Brust: „Nur wenn alle ihr Potenzial abrufen, sind wir stark genug, mit jedem Gegner mitzuhalten.“

Kampf und Einsatz, Zweikämpfe und Torabschluss hat er in den vergangenen Tagen in den Mittelpunkt der Trainingsarbeit gestellt. „Geil“ sei man nun wieder auf Tore und harte Mann-gegen-Mann-Duelle hatte Mesut Özil daraufhin verkündet. Ob’s stimmt?

Kapitän Torsten Frings, derzeit mit der WM-Enttäuschung zusätzlich belastet (siehe Text unten), hegt ob der jüngst gemachten Erfahrungen Zweifel. „Klar, es gehen immer alle hin und sagen, sie wollen Gas geben. Du weißt aber nicht, ob es wirklich Klick gemacht hat in den Köpfen. Da ist auch jeder für sich selbst verantwortlich.“ Ein klarer Appell an die Mitspieler, endlich den Ernst der Lage zu erkennen.

Das Hauptproblem ist die Effektivität. Über die Schönspielerei wurde zuletzt schon viel diskutiert, nun soll aus „schön“ „erfolgreich“ werden. Dafür braucht es Tore – aber Werder schießt keine mehr. Nur eines bei den drei Pleiten gegen Schalke (0:2), Hamburg (1:2) und Frankfurt (0:1). Frings versteht’s nicht: „Wir haben immer mehr Ballbesitz als der Gegner, aber nach vorne verpufft alles.“ Die Folge einer zu niedrigen Qualität im Angriff? Frings sagt ja: „In Claudio Pizarro haben wir nur einen Stürmer, der regelmäßig trifft. Die anderen treffen auch mal, aber eben nicht regelmäßig. Das sieht ja auch jeder.“

Gegen die Bayern wird Pizarro, in Frankfurt wegen einer Knieverletzung nur als Joker aufgeboten, wieder von Anfang an stürmen. Ein Hoffnungsschimmer in einer prekären Lage. Trifft der Torjäger gegen seinen Ex-Club, kann er Frings möglicherweise von jenen Sorgen befreien, die den Kapitän nach der Niederlage in Frankfurt befallen hatten. „Vielleicht“, hatte der 33-Jährige sinniert, „überschätzen wir uns. Vielleicht werden wir überschätzt. Vielleicht sind wir gar nicht so gut, wie viele sagen.“ Das Spiel gegen den FC Bayern muss es zeigen, wird es zeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Tausende Demonstranten in Simbabwe fordern Mugabes Rücktritt

Tausende Demonstranten in Simbabwe fordern Mugabes Rücktritt

Die Toten Hosen in der Bremer ÖVB-Arena

Die Toten Hosen in der Bremer ÖVB-Arena

Regierungspartei fordert Rücktritt Mugabes

Regierungspartei fordert Rücktritt Mugabes

Mitmach-Tag in der Kindertagesstätte Dörverden

Mitmach-Tag in der Kindertagesstätte Dörverden

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Montag

Das passiert am Montag

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Kommentare