Werder-Aufsichtsratschef lobt „gelungenen Mertesacker-Transfer“ und Fritz als neuen Kapitän

Lemke: „Wir sind sehr erleichtert“

Willi Lem ke ist sehr zufrieden, dass sich die finanzielle Lage bei Werder durch den Verkauf von Per Mertesacker wieder entspannt hat. ·

Bremen - Während sich die Fans des SV Werder Bremen sorgen, ob es auch ohne Per Mertesacker erfolgreich weitergeht, ist Willi Lemke total zufrieden.

Schließlich hatte der Aufsichtsratschef von der Geschäftsführung – speziell von Sportchef Klaus Allofs – Millionen-Einnahmen durch Transfers gefordert, um die finanzielle Schieflage des Clubs zu begradigen. Nun wurde Mertesacker verkauft, und Lemke glaubt auch ohne den Kapitän an eine gute Saison.

Herr Lemke, ist nach dem guten Saisonstart und dem Elf-Millionen-Transfer von Per Mertesacker wieder alles gut bei Werder und die turbulente Vorbereitung vergessen?

Willi Lemke:Natürlich sind wir als Aufsichtsrat sehr erleichtert, dass dieser Transfer unsere finanzielle Situation entspannt hat. Ich freue mich über diesen wirklich gelungenen Transfer. Aber noch lieber schaue ich auf die Tabelle – denn die bereitet uns gerade sehr viel Freude.

Haben Sie keine Angst, dass es ohne den Leistungsträger Mertesacker wieder bergab geht?

Lemke:Da mache ich mir keine Sorgen, denn wir haben einen großen und starken Kader. Es sind alle Wünsche der sportlichen Leitung erfüllt worden. Und wir haben bei Werder in den vergangenen 30 Jahren schon viele wunderbare Spielerpersönlichkeiten ersetzen müssen, ob das einst Rudi Völler und Karl-Heinz Riedle waren oder zuletzt Mesut Özil und nun Per Mertesacker. Wir kennen uns damit in Bremen aus, deswegen bin ich auch optimistisch.

Ist es keine Schwächung der Abwehr, wenn plötzlich ein gestandener Nationalspieler fehlt?

Lemke:Wir haben gerade in der Innenverteidigung einiges getan (Verpflichtung von Andreas Wolf und Sokratis, Anm. D. Red.). Aber das ist Sache der sportlichen Leitung, deren fachlicher Kompetenz ich absolut vertraue.

Deshalb wollen Sie auch den Vertrag mit Klaus Allofs verlängern. Freuen Sie sich, dass der Sportchef angekündigt hat, nun endlich in die Verhandlungen einzusteigen?

Lemke:Zu diesem Thema möchte ich mich gar nicht äußern, denn ich will mit Klaus Allofs nicht über die Kreiszeitung kommunizieren. Wir werden das intern behandeln und uns erst dann äußern, wenn es etwas zu verkünden gibt.

Positive Schlagzeilen über Werder gibt es gerade auch so schon genug. Was erwarten Sie nach dem guten Bundesliga-Start von dieser Saison?

Lemke:Die Art und Weise, wie die Mannschaft bislang aufgetreten ist, erfreut uns alle. Doch für ein Anfangsfazit ist es noch zu früh, die dicken Brocken kommen ja noch. Natürlich ist so ein guter Start enorm wichtig, weil er Kräfte freisetzen kann und Druck von der Mannschaft nimmt. Bei einem Tabellendritten ist die Situation erheblich entspannter . . .

. . . als beim Tabellenletzten Hamburger SV, der am

Samstag ins Weserstadion kommt. Haben Sie Mitleid mit dem Nordrivalen?

Lemke:Nein, Mitleid habe ich nicht mit dem HSV. Ich bin froh, dass wir selbst nicht da unten hängen.

Ist für Sie ein Nordderby nach so vielen Jahren als Manager und Aufsichtsrat bei Werder überhaupt noch ein besonderes Spiel?

Lemke:Natürlich, das ist doch eine alte sportliche Rivalität, da habe ich immer ein ganz besonderes Kribbeln. Das Stadion wird ausverkauft, die Stimmung riesig sein. Und für unsere Mannschaft wird das Spiel noch schwieriger als die Partie in Leverkusen (0:1-Niederlage, Anm. d. Red.) werden, so ist das nun einmal bei einem Derby.

Umso wichtiger ist dabei ein guter Kapitän. Wie bewerten Sie es, dass Werder nach nur wenigen Spielen durch den Weggang von Mertesacker schon wieder einen neuen Spielführer benötigt?

Lemke:Darin sehe ich kein Problem. Clemens Fritz kommt doch überall gut an, hat einen wunderbaren Charakter und ist deshalb auch ein würdiger Werder-Kapitän. · kni

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