Heute wird der Werder-Aufsichtsrat wohl entscheiden / Test ohne den Chef

Lemke soll es schon wissen: Allofs sagt „Ja“ zu Wolfsburg

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Daumen hoch für Werder – das war einmal: Willi Lemke (rechts) wird Klaus Allofs wohl heute nach Wolfsburg ziehen lassen. ·

Bremen - Werder-Spiele ohne Klaus Allofs – das gibt es nur höchst selten. Im Sommer hat er mal den Test in Paderborn verpasst, allerdings nur, weil die Autobahn nach einem Unfall gesperrt und der Clubchef der Mannschaft hinterhergereist war. Den Weg ins westfälische Rödinghausen hätte Allofs gestern Abend problemlos bewältigen können. Doch der 55-Jährige wollte nicht.

Er blieb der Partie fern – und schon bald wird er wohl ganz weg sein. Denn gestern Mittag soll Allofs Werders Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke informiert haben, dass er umgehend zum VfL Wolfsburg wechseln will.

Sowohl Lemke als auch Allofs waren gestern Abend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar.

Am Morgen hatte Allofs noch kurz das Training besucht. Es sah schon ein wenig nach Abschied aus, als der Noch-Clubchef mit Thomas Schaaf plauderte und auch mit dessen Co-Trainern sowie dem langjährigen Physiotherapeuten Holger Berger einige Worte wechselte. Auf dem Weg zum Auto verweigerte Allofs dann jegliches Interview und meinte auf die Frage, ob er am Abend beim Test in Rödinghausen dabei sein werde: „So ist das erstmal geplant.“

Es kam anders. „Klaus Allofs hat Termine in Bremen“, erklärte Mediendirektor Tino Polster dann vor Ort das Fehlen des Werder-Bosses. Allofs hatte nach seiner Entscheidung pro Wolfsburg aber wohl eher keine Lust auf neuerliche Fragen der Journalisten und noch schwierigere Antworten als schon in den letzten Tagen. Seitdem vor einer Woche das Wolfsburger Interesse publik geworden war, hatte es Nachfragen nur so gehagelt. In dieser Phase soll Allofs seinen Chef Lemke erstmals über die Wolfsburger Kontaktaufnahme informiert haben. Der VW-Konzern, übrigens auch seit Jahren Top-Sponsor des SV Werder, suchte nach dem Rauswurf von Felix Magath einen neuen Manager für sein Fußball-Unternehmen und hatte Allofs als Wunschkandidaten auserkoren. Beim VfL kann der 55-Jährige einen Vertrag bis 2016 erhalten, angeblich dotiert mit drei Millionen Euro im Jahr, doppelt so viel wie in Bremen.

Doch noch fehlt das grüne Licht von Werder. Heute wird der Aufsichtsrat wohl entscheiden, ob der bis 2015 laufende Vertrag mit Allofs aufgelöst wird. Alles andere als ein „Ja“ wäre allerdings eine Überraschung, denn bis auf Hans Schulz hat sich bislang niemand aus dem Gremium in der Öffentlichkeit überzeugend für einen Verbleib von Allofs stark gemacht. „Für mich und vor allem für Werder wäre das eine große Enttäuschung, wenn Klaus wirklich wechselt“, betonte Schulz und merkte noch an: „Ob genug um Klaus gekämpft wurde, das müssen Sie Herrn Lemke fragen.“

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Ein Ringen um Allofs hat es nicht gegeben. Nach 13 Jahren als Sportchef und inzwischen als Vorsitzender der Geschäftsführung darf der Ex-Profi gehen. Und dabei soll er dem Club noch Geld in die Kasse spülen. Von einer Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro ist die Rede. Geld, dass Werder nach dem Minus in der vergangenen Saison (13,9 Millionen Euro) zwar gut gebrauchen kann, aber ohne Allofs möglicherweise nicht glücklich macht. · kni

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