Thomas Schaaf, Frank Baumann und „Mister X“

Lemke bastelt am „magischen Dreieck“

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Die Luft ist bei Thomas Schaaf nach dem Allofs-Wechsel icht raus - im Gegenteil: Der Werder-Trainier bekommt mehr Machtbefugnisse als je zuvor.

Bremen - In den 90er Jahren schwärmten alle vom magischen Dreieck des VfB Stuttgart. Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Elber mischten mit tollem Offensivfußball die Bundesliga auf. Nun bastelt auch Werder Bremen an diesem Format – und zwar gleich doppelt.

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Die Shortlist wird kürzer

Die Mittelfeldspieler Aaron Hunt (sechs Tore) und Kevin De Bruyne sowie Stürmer Nils Petersen (je vier) sind für 14 der 20 Bremer Treffer verantwortlich – das geht schon mal ein bisschen in Richtung Balakow, Bobic und Elber. Vermutlich gibt es demnächst aber auch abseits des Platzes ein Dreigestirn, das bei Werder die sportliche Spitze bildet und das bisherige Aufgabenfeld des nach Wolfsburg entschwundenen Sportchefs und Geschäftsführers Klaus Allofs gemeinsam abdeckt. Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke betonte gestern zwar, dass weiterhin sowohl die Einer- als auch die Zweier-Variante als Nachfolger-Modell infrage kommt: „Wir sind mit Hochdruck dabei. Es sind nach wie vor beide Lösungen denkbar – wir arbeiten unsere Shortlist weiter ab.“ Dass der 66-Jährige es allerdings bevorzugt, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, hat er bereits kundgetan. Gestern ging er ins Detail: „Die Zweier-Lösung ist eigentlich eine Dreier-Lösung – mit Trainer Thomas Schaaf, einem externen Mann und einem aus unserem Verein. Das wäre dann ein magisches Dreieck.“

Namen von Kandidaten nennt Lemke nicht, doch der „Mann aus dem Verein“ ist ohne Zweifel Ehrenspielführer Frank Baumann, der als Assistent der Geschäftsführung bei Allofs quasi in die Lehre gegangen und zuletzt von mehreren Seiten (etwa Lemke und Präsident Klaus-Dieter Fischer) ausdrücklich gelobt worden ist. Der „externe Mann“ soll sich in kaufmännischen Fragen auskennen und idealerweise im Profifußball bestens vernetzt sein.

Training der Profis am Dienstag

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Für Schaaf, der sich zum Thema Allofs-„Erbe“ gestern nur karg äußerte („Man ist in der Pflicht, alles durchzudenken und durchzuspielen“), bedeutet das angestrebte Modell: Er wird bei Werder nicht der klassische Teammanager nach englischem Vorbild, kein Alleinherrscher wie etwa „Sir“ Alex Ferguson bei Manchester United – aber: Es geht zumindest in diese Richtung, seine Macht wächst deutlich. „Thomas Schaafs Einfluss wird sicher zunehmen“, kündigte Lemke an.

Bei der Suche nach einem Allofs-Nachfolger ist das bereits so. Schaaf bestimmt mit, macht Vorschläge, bringt Ideen ein, wird täglich von Lemke über den neuesten Stand der Entwicklung informiert. Doch auch in anderen Bereichen wird er mehr Verantwortung bekommen. Vermutlich hat Schaaf bei künftigen Personalien wie Transfers oder Vertragsverlängerungen noch mehr Mitsprache- oder gar das Entscheidungsrecht. Ebenfalls möglich, dass er an den Geschäftsführer-Sitzungen teilnimmt.

Werder stärkt und umschmeichelt Schaaf, um das Urgestein (seit 1972 ein Grün-Weißer) noch enger an den Verein zu binden und erst gar keine Abwanderungsgedanken aufkommen zu lassen. Wie wichtig der Coach für den Club ist, hat Lemke gerade erst hervorgehoben. „Er ist das Herzstück unseres Vereins“, sagte er in „Bild“ und ergänzte mit Blick auf ein mögliches Interesse des neuen Allofs-Clubs: „Der Griff nach dem Trainer kommt nicht in Frage. Das habe ich meinen Kollegen aus Wolfsburg unmissverständlich mitgeteilt.“ · mr

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