Mosquera will morgen Werder ärgern / Schaaf: „Diese Gefahr ist da“

Ein Leihgeschäft als Eigentor?

Er gehört Werder, spielt aber für Union Berlin: John Jairo Mosquera steht morgen besonders im Blickpunkt.

Werder-Bremen - BREMEN (kni) Gestern zog Union Berlin die Notbremse.

Interview-Verbot für John Jairo Mosquera. Was nach einer überzogenen Maßnahme aussieht, ist durchaus nachvollziehbar. Denn der Wirbel um den Stürmer hatte übertriebene Ausmaße angenommen. Das lag weniger an den sportlichen Qualitäten des 21-Jährigen, sondern mehr an einer zufälligen Begebenheit. Anfang der Woche war Mosquera für zwei Jahre von Werder Bremen an den Zweitliga-Aufsteiger ausgeliehen worden – und bereits morgen stehen sich beide Teams im DFB-Pokal

nEin Anruf vom

n„großen Bruder“

gegenüber. Das schreit natürlich nach der Geschichte: Werder schießt sich selbst aus dem Pokal. Denn vollmundig hatte Mosquera gleich einen Treffer gegen seinen „Besitzer“ angekündigt.

„Diese Gefahr ist da. Und wer den Fußball kennt, weiß, dass er solche Geschichten bereit hält“, gestand gestern Thomas Schaaf. Angst hat er deshalb aber nicht: „Ich erwarte schon, dass wir die Qualität haben, ihn in diesem Spiel nicht zur Wirkung kommen zu lassen.“ Noch drastischer drückte es Klaus Allofs aus. Der Sportchef bügelte die Frage, ob ein Hinauszögern des Leihgeschäfts nicht sinnvoller gewesen wäre, ganz schroff ab: „Wenn Mosquera gut spielt, dann müssten vier andere Stürmer von uns noch besser spielen.“ Der Kolumbianer sei ja nicht ohne Grund abgegeben worden. Noch ist er für Werder nicht gut genug, soll’s aber noch werden. Deshalb wurde sein Vertrag bis 2012 verlängert.

Eine gute Entscheidung, findet Torsten Frings. „,Mosqui’ ist ein großes Talent. Irgendwann wird er mal für uns spielen“, prophezeit der Werder-Kapitän – allerdings mit einer Einschränkung: „Er muss noch viel lernen, und es kommt darauf an, was er aus seinen Möglichkeiten macht.“ Bislang war das noch nicht so viel. Mehrfach wurde er an andere Clubs (darunter die Zweitligisten Alemannia Aachen und Wacker Burghausen) ausgeliehen, jedes Mal kehrte er erfolglos zurück.

Auf ein Neues also in Berlin. Und dort sind sie mit dem Stürmer nach mehrwöchigem Probetraining und einem Treffer beim 2:1-Testspielsieg gegen Schalke 04 hochzufrieden. Deshalb wird er morgen auch in der Startelf stehen. Sehr zur Freude von Werder-Profi Sebastian Boenisch, der mit Mosquera gut befreundet ist. Der Kolumbianer bezeichnet den Bremer sogar als „seinen großen Bruder“, doch das geht Boenisch zu weit. „Da hat er sich wohl bei der Suche nach dem richtigen Wort etwas vertan“, schmunzelte Boenisch. Der 22-Jährige nimmt es Mosquera natürlich nicht übel, trotzdem will er sich seinen Kumpel noch zur Brust nehmen: „Ich werde ,Mosqui‘ vor dem Spiel anrufen und sagen, dass es am Sonntag nur einen Sieger geben kann – und der heißt Werder.“

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