4:1 – so leicht war es selten

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Das letzte Heimspiel des Jahres lieferte den höchsten Sieg der Hinrunde: Mit 4:1 (2:0) schickte Werder Bremen gestern den VfL Wolfsburg nach Hause.

Werder-Bremen - von Carsten Sander.Das letzte Heimspiel des Jahres lieferte den höchsten Sieg der Hinrunde: Mit 4:1 (2:0) schickte Werder Bremen gestern den VfL Wolfsburg nach Hause und die eigenen Fans zufrieden in die Winterpause.

Gegen völlig überforderte Gäste hatten die Bremer vor 39.124 Zuschauern leichtes Spiel und kamen durch Tore des Griechen Sokratis (18.), von Claudio Pizarro (45.), Markus Rosenberg (55.) sowie des eingewechselten Marko Arnautovic (71.) zum siebten Sieg im achten Heimauftritt der Saison. Den Wolfsburger Ehrentreffer erzielte Marcel Schäfer, als die einseitige Partie längst entschieden war (86.).

Dank der drei Punkte steht schon vor dem Hinrundenfinale am Samstag bei Schalke 04 fest, dass die Bremer auf einem Europacup-Platz überwintern werden – ein Erfolg, wie Kapitän Clemens Fritz urteilt: „Man kann jetzt schon sagen, dass es eine gute Hinrunde war.“

Werder Bremen schießt Wolfsburg aus dem Weserstadion

Werder Bremen gewinnt mit 4:1 gegen VfL Wolfsburg

Diese Bilanz war durch den VfL Wolfsburg gestern nicht im geringsten gefährdet. Die „Wölfe“ traten im Weserstadion so auf, wie man es vom schlechtesten Auswärtsteam der Liga erwarten musste. „Es war wie immer“, seufzte Trainer Felix Magath, der auch an seiner alten Wirkungsstätte keine Fortschritte seines Teams erkennen konnte und gestand: „Es mag mir vielleicht niemand glauben, aber ich bin heute froh. Froh, dass wir in diesem Jahr nicht mehr auswärts antreten müssen…“

Mit den Spielen in der Fremde hat auch Werder Probleme, zu Hause läuft es dagegen wie geschmiert. Mit 21 Punkten stellen die Bremer das zweitstärkste Heimteam hinter Borussia Dortmund.

Vor der Partie gestern hatte es jedoch große Fragezeichen gegeben, wie das Team die Ausfälle der Kreativspieler Marko Marin und Mehmet Ekici (beide verletzt) sowie Aaron Hunt (gesperrt) kompensieren würde. Antwort: Mit einem starken Philipp Bargfrede, mit einem bemühten Florian Trinks – und mit vielen langen Bällen über die Wolfsburger Abwehr. Das

Trinks kopiert Thy

reichte, um desaströs schwache Wolfsburger ein ums andere Mal in Bedrängnis zu bringen. „Der Gegner hat uns viele Räume gelassen, das haben wir genutzt“, sagte Fritz.

Jedoch längst nicht optimal. Bis zur Pause wurden die Bremer achtmal durch den Abseitspfiff gestoppt, das 1:0 fiel erst nach einer Standardsituation. Sokratis staubte nach einer schwachen Abwehr von VfL-Torhüter Diego Benaglio zum 1:0 ab – es war das erste Tor des im Sommer verpflichteten Griechen im Werder-Trikot. Allerdings ist der Außenverteidiger kommenden Samstag auf Schalke nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt.

Kurz nach der Führung folgte eine Schrecksekunde, als Naldo kurz vor der Linie klären musste. Doch fortan gab‘s nur noch Bremer Angriffe zu sehen – und eine Kuriosität mit Deja-vu-Charakter. Der starke Rosenberg brach auf rechts durch, in der Mitte lief Spielmacher-Ersatz Florian Trinks mit, kein Wolfsburger weit und breit. Aber nach einem nicht ganz präzisen Querpass schaufelte der 19-Jährige den Ball tatsächlich über das Tor. Unglaublich? Ja! Einmalig? Nein! Denn ein identischer Fauxpas war Trinks‘ Kumpel Lennart Thy zu Saisonbeginn beim 0:1 in Leverkusen passiert. Damals kostete das Punkte, diesmal nicht – zu Trinks‘ großer Erleichterung: „Natürlich muss ich das Tor machen. Gott sei dank war die Szene nicht entscheidend.“

Dafür sorgte Claudio Pizarro kurz vor der Pause. Ein Einwurf, eine clevere Verlängerung von Aleksandar Ignjovski und Pizarro kurvte ungehindert durch den Strafraum, vollendete zum 2:0.

Zwar bäumte sich das Magath-Team zu Beginn der zweiten Halbzeit kurz auf, Rosenberg beendete dieses Zwischenhoch der „Wölfe“ allerdings umgehend mit dem Treffer zum 3:0. Dass anschließend nur noch Arnatovic nach Zuspiel von Pizarro traf und weitere Top-Chancen durch Fritz (59.), sowie zweimal Arnautovic (81./82.) ungenutzt blieben, war der Schönheitsfehler aus Bremer Sicht. Wobei der Österreicher das Kunststück fertigbrachte, aus vier Metern das leere Tor zu verfehlen. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs konnte nicht anders, musste sich neben aller Freude über den souveränen Sieg auch ein wenig grämen. „Wenn man die Möglichkeit hat, statt 4:1 auch 5:0 oder 6:0 zu gewinnen, dann sollte man das auch tun. Dass wir das nicht geschafft haben, ärgert mich schon“, sagte er.

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