Weil ihn der Werder-Keeper beleidigt haben soll / Allofs findet’s „sehr seltsam“

Lehmann verklagt Wiese

Sie mögen sich einfach nicht: Werder-Keeper Tim Wiese (links) und Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann.

Werder-Bremen - (kni/dpa) · Freunde waren sie noch nie, ganz im Gegenteil: Jens Lehmann (41 Jahre) und Tim Wiese (29) haben kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sich über die Medien einen mitzugeben.

Das kann bei Torhütern mit ihrer ganz speziellen Art schon mal vorkommen. Doch nun muss sich sogar ein Gericht mit den beiden Streithähnen beschäftigen. Lehmann hat Wiese auf 20 000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Der Ex-Nationaltorwart wirft dem Werder-Schlussmann wegen einer Äußerung in einer Boulevardzeitung eine „schwerwiegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts“ vor, wie es offiziell heißt. Der Bremer hat Klageabweisung beantragt.

Auslöser für das Verfahren, das am Donnerstag vor der 8. Zivilkammer am Landgericht München II verhandelt wird, waren zwei Medienauftritte der beiden Profis. Beim Champions-League-Spiel des SV Werder am 14. September 2010 gegen Tottenham Hotspur (2:2) hatte Lehmann als Experte eines Fernsehsenders Wiese nach einem Gegentor kritisiert: „Wenn er einen Schritt rausgeht, kann er den Ball abfangen. Er hätte sich nicht an den Pfosten klammern, sondern mutiger spielen sollen. Er kann es auf jeden Fall besser machen.“ Der Bremer Schlussmann konterte in der „Bild“-Zeitung: „Der Lehmann soll in die Muppet-Show gehen. Der Mann gehört auf die Couch. Vielleicht wird ihm da geholfen. Einweisen – am besten in die Geschlossene!“ Das empfand Lehmann, der gerade seinen Ruhestand für ein Engagement beim FC Arsenal unterbrochen hat, offenbar als Beleidigung und reichte deshalb Klage ein. Entgegen einer ersten Anordnung des Landgerichtes müssen die beiden Protagonisten am Donnerstag nicht persönlich zu dem Prozess erscheinen.

„Ich finde es sehr seltsam, dass man unter Kollegen so miteinander umgeht und sich wegen so einer Geschichte vor Gericht trifft. Aber so sind die Menschen“, seufzt Werder-Boss Klaus Allofs und fügt noch an: „Natürlich sind Tims Formulierungen nicht immer glücklich. Aber Jens war in seiner Rolle als TV-Experte alles andere als lobenswert und hat dabei Regeln verletzt, speziell was den Umgang mit Ex-Kollegen betrifft.“

Der Zoff zwischen Lehmann und Wiese hat seinen Ursprung im Kampf um das deutsche Tor vor der Heim-WM 2006. Damals sprach sich Wiese öffentlich für Oliver Kahn aus. Das hat ihm Lehmann nie verziehen, obwohl er damals das Rennen gegen den Münchner gewonnen hatte. Vor der WM 2010 folgte Lehmanns Retourkutsche, als er Wiese im Dreikampf mit Manuel Neuer und Rene Adler wegen fehlender Klasse jegliche Chance absprach. Beim Tottenham-Spiel wollte er diese Einschätzung mit seiner Kritik offenbar untermauern. Nur: Außer Lehmann hatte in der besagten Szene niemand einen Wiese-Fehler gesehen.

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