Pure Erleichterung nach Werders 3:2-Sieg gegen Wolfsburg

Ein lautes Lebenszeichen

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Fin Bartels nach seinem Treffer zum 2:1

Bremen - Von Malte Rehnert. Als Schiedsrichter Wolfgang Stark um 17.22 Uhr die Pfeife in den Mund nahm und die Zitterpartie beendete, drohte das Weserstadion zu explodieren. 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg, ein lautes Bremer Lebenszeichen im Abstiegskampf.

Die extreme Anspannung, die in den Minuten zuvor geradezu greifbar gewesen war, fiel in diesem Moment von allen ab. Von den Werder-Fans, die mitgefiebert hatten. Von den Werder-Spielern, die 90 Minuten lang leidenschaftlich gekämpft und alles gegeben hatten. Und natürlich von Coach Viktor Skripnik, dessen Trainerstuhl bei einer weiteren Pleite nicht nur gewackelt hätte, sondern vermutlich zusammengebrochen wäre.

Entsprechend erleichtert wirkte Skripnik auf der Pressekonferenz: „Wir sind überglücklich, einen so starken Gegner geschlagen zu haben. Das ist ganz wichtig für das Selbstvertrauen. Die Mannschaft hat mit viel Herz gespielt, nur so geht es im Abstiegskampf. Das war ein enorm wichtiger Sieg.“

Das kann man wohl sagen, zumal einige Bremer Konkurrenten im Tabellenkeller ebenfalls punkteten. Augsburg (1:0 gegen Stuttgart), Hoffenheim (2:1 gegen Hertha) und Darmstadt (2:0 gegen Ingolstadt) gewannen. Werder bleibt demnach auf dem Relegationsrang, der Rückstand nach oben ist aber nicht größer geworden – dafür aber der Vorsprung nach unten. Eintracht Frankfurt (0:2 in Leverkusen) liegt nun als Vorletzter vier Punkte zurück. „Wir mussten heute eine Antwort geben, es war ein Pflichtsieg – nicht mehr und nicht weniger“, resümierte Sportchef Thomas Eichin, der die anderen Ergebnisse „gar nicht so schlecht“ fand: „Denn jetzt sind wieder einige dabei, die glaubten, sie seien da unten schon weg.“ Gemeint sind Stuttgart (33 Punkte), der Hamburger SV und auch Köln (jeweils 34, beiden spielen aber heute noch).

Dass Werder sich derart eindrucksvoll zurückmeldet, war nach dem niederschmetternden 1:2 gegen Augsburg nicht zu erwarten gewesen. „Der ganze Verein stand unter großem Druck, nicht nur der Trainer und die Mannschaft“, meinte Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie. Doch es gelang, die riesige Last in positive Energie umzuwandeln – auch dank der Fans, die schon vor der Partie ordentlich Gas gegeben und den Mannschaftsbus mit einem Spalier an der Rampe am Osterdeich empfangen hatten. Im nicht ganz ausverkauften Stadion ging’s dann weiter. Fünf Minuten vor dem Anpfiff schmetterten viele Werder-Fans den Oasis-Hit Wonderwall, der im Rahmen der Aktion „greenwhitewonderwall“ angekündigt gewesen war. Die Zuschauer standen am und im Stadion wie eine grün-weiße Wand hinter Werder.

Und das tat den Profis und dem Trainer richtig gut. „Die Unterstützung war der Wahnsinn“, schwärmte Skripnik, dessen Team nach anfänglicher Zurückhaltung immer mehr aufdrehte. Nach einem Abseitstor von Wolfsburgs Bas Dost (12.) war erst mal nur Werder gefährlich. Florian Grillitsch scheiterte völlig freistehend an VfL-Keeper Diego Benaglio (19.). Der überragende Fin Bartels traf kurz darauf den Pfosten (29.), den Nachschuss setzte Claudio Pizarro bei seinem Comeback drüber. Beim vierten Versuch klappte es dann. Benaglio hielt gegen Bartels, den Abpraller wollte Zlatko Junuzovic verwerten – doch Vieirinha fuhr ihm in die Parade. Elfmeter! Pizarro trat an und hatte Glück, dass der Ball vom linken Innenpfosten ins Tor trudelte (32.). Es war der 102. Bundesliga-Treffer des Peruaners für Werder – damit zog er an Aufsichtsratschef Marco Bode vorbei und ist alleiniger Bremer Rekordschütze.

Doch die Freude währte nur kurz: Nach einer Vieirinha-Ecke brachte Wolfsburg ein Doppelkopf den Ausgleich. Erst Dost, dann Joshua Guilavogui – 1:1 (36.). Santiago Garcia und Alejandro Galvez sahen dabei schlecht aus. Werder reagierte aber keinesfalls geschockt, machte einfach weiter und hatte durch Bartels (37./44.) zwei große Chancen zum 2:1.

Heimsieg: Werder bezwingt Wolfsburg mit 3:2

In der zweiten Halbzeit musste zunächst Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs auf die Tribüne, weil er den Vierten Offiziellen angefasst hatte. Und von dort sah er, wie sein Ex-Club in Front ging. Nach einem Doppelpass mit dem ebenfalls richtig guten Junuzovic schob Bartels zum 2:1 ein (64.). Sambou Yatabare erhöhte sogar auf 3:1, nachdem Junuzovic den Ball quergelegt hatte – und der Malier für sein erstes Bundesligator nur noch den Fuß hinhalten musste (83.). Weil aber Dost per Kopf auf 2:3 verkürzte (87.), waren die Schlussminuten ein echter Krimi. Mit unbändigem Siegeswillen brachte Werder den knappen Vorsprung über die Zeit. Der Rest war Jubel – und Eichin pustete tief durch: „Ich bin froh, dass wir diese schwierige Woche gut überstanden haben.“

#‎greenwhitewonderwall‬

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