Werder will das Versager-Image abstreifen und hofft auf gnädige Fans

„Laufen bis zum Kotzen“

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Wiedergutmachung im Weserstadion? Werders Zlatko Junuzovic will sich gegen Dortmund „90 Minuten zerreißen“. ·

Bremen - Ob am Trainingsplatz, auf offener Straße oder in Internetforen. Werders Gruselkick in Augsburg am Samstag (1:3) ist auch Tage danach noch ein Riesenthema. Die Fans können einfach nicht fassen, wie katastrophal ihre Mannschaft auftrat und sich von einem durchschnittlichen Bundesliga-Team vorführen ließ.

Die Abstiegsangst ist größer denn je – und eine Frage besonders bohrend: Ist Werder wirklich so schlecht?

Nils Petersen gerät bei seiner Antwort ein bisschen ins Schwimmen. „Nach so einem Spiel haben wir nicht das Selbstverständnis, zu sagen: Wir sind viel besser“, erklärt der Stürmer und gesteht, dass er nach dem Offenbarungseid im Schwabenland durchaus ins Grübeln gekommen ist: „Natürlich hinterfragt man sich – und da entstehen auch Zweifel. Aber dafür ist man Profi, um sich da wieder herauszuziehen.“ Der 25-Jährige betrachtet Augsburg im Nachhinein als „großes Wachmacher-Spiel“ und fordert: „Es liegt an uns, jetzt mal ein Zeichen zu setzen und Wiedergutmachung zu betreiben.“

Das dürfte allerdings richtig schwierig werden, denn der nächste Gegner heißt Borussia Dortmund. Und da werden die Werder-Fans ganz genau hinschauen, ob endlich Besserung eintritt. Sie sind noch mächtig frustriert vom letzten Heimauftritt gegen Schlusslicht Braunschweig (0:0) und dem folgenden Augsburg-Desaster. Zlatko Junuzovic sorgt sich deshalb schon ein wenig, dass der Geduldsfaden der treuen Anhänger demnächst reißen könnte. „Das kann passieren, das ist klar. Wir müssen uns den Kredit, den wir mal hatten, wieder hart erarbeiten“, sagt der Bremer Mittelfeldmann. Auch Petersen weiß, „dass es für die Fans momentan nicht leicht ist. Hut ab, dass sie trotzdem die Ruhe bewahren. Dass mal ein paar Unmutsäußerungen kommen, ist klar. Aber bei anderen Vereinen wäre die Lage wahrscheinlich schon eskaliert.“

Damit es in Bremen nicht soweit kommt, will Werder sich wehren und gegen den BVB wieder jene Wettkampfmentalität zeigen, die Trainer Robin Dutt zuletzt vermisst und seine Mannschaft deswegen erstmals öffentlich kritisiert hatte. „Diese Einstellung, zu laufen bis zum Kotzen, muss immer da sein“, findet Junuzovic: „Wir wollen den Fans und dem Verein zeigen, dass wir Gas geben, dagegenhalten und in der Liga bleiben können. Man muss spüren und sehen, dass wir alles aus uns herausholen. Dafür müssen wir uns 90 Minuten zerreißen.“ · mr

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