Laszlo Kleinheisler über die Bundesliga, Paul Scholes und Tischtennis

„Schnelligkeit und gewisse Härte – das ist mein Stil“

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Laszlo Kleinheisler jagt dem Ball hinterher, seit er zwei Jahre alt ist – mit 21 tut er es nun für Werder.

Bremen - Zlatko Junuzovic zog kürzlich einen drolligen Vergleich. Als er Laszlo Kleinheisler (sprich: Kleinheischler) im „kicker“ lobte, mahnte er auch zur Geduld mit dem neuen Profi von Werder Bremen. 

Der Ungar sei kein „Wunderwutzi“, sagte der Österreicher – das heißt in seiner Heimat so viel wie Alleskönner. Was er kann, will Kleinheisler (Vertrag bis 2019) in den kommenden Jahren in Bremen beweisen. Gestern absolvierte der für 300.000 Euro verpflichtete 21-Jährige seinen ersten Medientag bei Werder – und sprach über...

seine Integration

Seit dem Trainingslager in Belek ist Kleinheisler bei Werder, seine Eindrücke nach den ersten drei Wochen: „Ich fühle mich sehr wohl, bekomme total viel Hilfe vom Trainer und von meinen Teamkollegen. Es ist einfach alles toll. Von Bremen habe ich bisher noch nicht viel gesehen, es war ja immer Training (lacht). Aber meine Freundin ist da und hilft mir viel. Hoffentlich können wir bald zusammen die Stadt erkunden.“

Clemens Fritz

Der Kapitän kümmert sich vorbildlich um den neuen Mann, ist bisher eine der wichtigsten Bezugspersonen von Kleinheisler, der lobt: „Auf dem Platz hilft mir Clemens sehr viel, erklärt mir die Laufwege, korrigiert mich. Meistens auf Englisch, aber zur Not auch mal mit Händen und Füßen. Auch abseits des Platzes reden wir viel miteinander.“

sein Debüt

Auf Schalke war Kleinheisler erstmals im Werder-Kader, im Heimspiel gegen Hertha feierte er am Wochenende eine 30-minütige und vielversprechende Premiere – obwohl er ziemlich aufgeregt war: „Ich bin eigentlich keiner, der Lampenfieber hat. Aber da war es so. Ich habe mich sehr gefreut, als ich eingewechselt wurde. Es war ein super-tolles Gefühl, vor so vielen Fans zu spielen – überwältigend.“

die Bundesliga

Schon nach seinem ersten Einsatz fühlt sich der Ungar bestätigt, mit dem Wechsel nach Deutschland die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Die Bundesliga, das ist Schnelligkeit, Technik und eine gewisse Härte – das liegt mir, das ist mein Stil. Wir wollen alles tun, um in der Liga zu bleiben. Es ist ein Traum, jetzt in der Bundesliga zu sein. Und dann noch bei einer großartigen Mannschaft.“

seine Spielart

Coach Viktor Skripnik hat gerade erst das draufgängerische Auftreten seines neuen Mittelfeldmannes auf dem Platz hervorgehoben. Kleinheisler warte nicht auf Fehler, sondern suche die Zweikämpfe. Der Gelobte freut sich, „wenn der Trainer so eine Meinung von mir hat. Ich bin eben ein Kämpfer. Das war ich schon als kleiner Junge.“

seine Fußballbegeisterung

Kaum konnte er laufen, jagte Kleinheisler schon dem Ball hinterher. „Seit meinem zweiten Lebensjahr hatte ich einen Ziehvater. Der ist auch total fußballverrückt – und wir wohnten nur fünf Minuten vom Platz entfernt. Ich war von morgens bis abends da drauf, habe immer Fußball gespielt. Und ich wollte immer gewinnen – das war damals schon so.“

László Kleinheisler: Das ist Werders Neuer

seinen Ex-Club

Weil er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte, geriet Kleinheisler beim ungarischen Meister Videoton FC aufs Abstellgleis und wurde zur Reservemannschaft abgeschoben. Dran denken mag er nicht gerne – und drüber sprechen schon mal gar nicht: „Über die Vergangenheit möchte ich nicht mehr reden. Ich bin jetzt hier, um mit Werder unsere Ziele zu erreichen.“

seine Deutschkenntnisse

Ungarisch spricht keiner im Kader, deswegen bekommt Kleinheisler in Zukunft häufiger Dolmetscherin Eva Hoffmann (übersetzte auch gestern) an die Seite gestellt. Er kann auch ein bisschen Englisch, will nun aber vor allem sein Deutsch verbessern. „Ich möchte es schnell lernen. Ein paar Wörter kann ich schon: ,Guten Tag‘, ,Guten Morgen‘, ,Tschüß‘ – und ,Ich heiße Laszlo Kleinheisler‘.“

seine Fitness

Konditionell hat Kleinheisler Nachholbedarf, nach eigener Aussage ist er bei 70 Prozent Fitness – aber er arbeitet hart: „Ich muss und werde viel trainieren, um körperlich auf dem besten Stand zu sein und meine Qualitäten richtig einbringen zu können. Ich will so schnell wie möglich 100 Prozent erreichen.“

seinen Heldenstatus

Gleich bei seinem Länderspiel-Debüt traf Kleinheisler in einer ganz wichtigen Partie – zum 1:0-Sieg in den Qualifikations-Playoffs in Norwegen. Damit ebnete er seinem Land den Weg zur EM, bei der er im Sommer dann natürlich auch dabei sein möchte. „Es war ein fantastisches Gefühl. Alle waren stolz auf mich, Familie, Freunde. Da möchte ich auch noch mal Danke sagen für die Unterstützung. Um die Europameisterschaft spielen zu dürfen, muss ich hier bei Werder gute Leistungen zeigen. Ich hoffe, es klappt.“

die Scholes-Vergleiche

Beide haben rote Haare, beide sind nicht sonderlich groß. Die Parallelen zwischen Kleinheisler (1,70 Meter) und Paul Scholes (41/1,68), dem ehemaligen englischen Star von Manchester United, liegen auf der Hand. Und der neue Bremer bestätigt: „In Ungarn nennen mich fast alle nur so (lacht). Nicht nur wegen des Aussehens. Er war ja auch Mittelfeldspieler. So ein Niveau, wie er hatte, möchte ich auch mal erreichen.“

seine Hobbys

Kleinheisler macht gerne Spaziergänge mit seinen Hunden – und greift mit Vorliebe zu einem kleinen Schläger: „Ich spiele sehr gerne Tischtennis. Wenn ich eine Wohnung gefunden habe, werde ich mir vielleicht auch eine Platte zulegen.“

mr

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