Brasilianer ohne den Willen zum Miteinander / Allofs: „Wir geben ihn nicht auf“

Lahm und lustlos – jetzt zählt Schaaf Wesley aus

Problemspieler Wesley enttäuschte im Testspiel und verlor bei Trainer Thomas Schaaf weiteren Kredit. ·

Bremen - Es war ein schon symbolisches Bild. Mit dicken Kopfhörern auf den Ohren stapfte Wesley nach dem mit 1:2 verlorenen Test bei Eintracht Braunschweig zum Bremer Mannschaftsbus. Nicht ansprechbar für irgendwen.

Und so kamen wartende Fans und Journalisten zu einer Erkenntnis, die sich auch Thomas Schaaf an diesem Abend aufgedrängt hatte: Zu Wesley durchzudringen, ist unmöglich. Und der Geduldsfaden des Werder-Trainers wird dünner und dünner.

In Braunschweig holte er den Brasilianer am Freitag schon nach einer Halbzeit vom Feld – bedient und sauer. Denn was der 24 Jahre alte Mittelfeldmann bei dem extra für die Reservisten angesetzten Match gezeigt hatte, war weniger als Nichts. Wesley spielte als Sechser vor der Abwehr Fehlpässe en masse, war langsam und uninspiriert, wirkte insgesamt lustlos. So, als ob er gar kein Interesse mehr daran hat, sich für höhere Aufgaben in der Bundesliga zu empfehlen. „Das, was er hier gezeigt hat, ist zu wenig“, knurrte Schaaf.

Testspiel in Braunschweig

Werder verliert Testspiel gegen Eintracht Braunschweig

Knallhart strafte er den Brasilianer deshalb ab. Natürlich hätte er ihn noch weitere 45 Minuten zur Bewährung gönnen können. Doch für Schaaf hatte Wesley seine Chance schon vertan: „Ein Spiel beginnt mit der ersten Sekunde. Dann kann ich nicht bis zur 85. Minute warten, bis sich bei einem mal etwas tut.“ Die Auswechslung war „nur eine Reaktion auf das, was ich gesehen habe“, so der 50-Jährige.

Training am Samstag

Werder-Training am Samstag

Die Frage ist: Wie fällt insgesamt die Reaktion auf Wesleys Entwicklung bei Werder aus? In der zweiten Saison spielt er in Grün und Weiß – aber sein Wert für die Mannschaft tendiert gen null. Seit dem dritten Spieltag, als er mit einem Tor gegen Freiburg das einzige Ausrufezeichen gesetzt hatte, ist kein Bundesliga-Einsatz mehr dazu gekommen. Wesley geriet in die Abwärtsspirale – und ist mittlerweile ganz unten angekommen. Schaaf sprach ihm in Braunschweig gar die Bereitschaft zur Kooperation ab. „Wir wollen zwar den Weg weiter mit ihm gehen. Aber es muss auch ein Miteinander erkennbar sein.“ Soll heißen: Wesley, der 7,5-Millionen-Einkauf, zieht nicht mit.

Und das nicht erst seit Braunschweig, sondern schon seit Wochen. Die Nicht-Berücksichtigung für das Spiel in Mainz, der

vorangegangene Verweis vom Trainingsplatz – das alles hat bei Wesley (Vertrag bis 2014) nicht gefruchtet, die erzieherischen Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Was nun? Ein Ausleihgeschäft zur Winterpause wäre denkbar, ist laut Geschäftsführer Klaus Allofs aber keine echte Option. „Ich sage ganz klar nein. Das ist nicht unsere erste Idee. Wir geben Wesley nicht auf.“ Stattdessen setzt der Sportdirektor weiter auf den Wesley-Wandel. Aber auch bei ihm wird der Ton schärfer: „Wir verlangen, dass er sich zusammenreißt und seine kämpferische Seite zeigt. Wenn er aber spielt wie am Freitag, hat er keine guten Chancen.“ · csa

Das könnte Sie auch interessieren

Simbabwe: Regierungspartei leitet Mugabes Amtsenthebung ein

Simbabwe: Regierungspartei leitet Mugabes Amtsenthebung ein

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Sonst nichts gemeinsam: Deutsche Großstädte und ihre US-Namensvetter

Sonst nichts gemeinsam: Deutsche Großstädte und ihre US-Namensvetter

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Meistgelesene Artikel

Eine Auszeichnung, die den Erfolg nicht garantiert

Eine Auszeichnung, die den Erfolg nicht garantiert

96-Keeper Tschauner droht gegen Werder auszufallen 

96-Keeper Tschauner droht gegen Werder auszufallen 

Peru fährt zur WM – Pizarro: „Ich könnte die ganze Welt küssen!“

Peru fährt zur WM – Pizarro: „Ich könnte die ganze Welt küssen!“

Luca Plogmann im Interview: „Mama ist stolz“

Luca Plogmann im Interview: „Mama ist stolz“

Kommentare