Gezockt, verbockt – der Schachzug des Trainers geht nicht auf

Kurzschluss in Schaafs Startelf-Mixer

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Gezockt, verbockt – der Schachzug des Trainers geht nicht auf

BREMEN (kni) · Thomas Schaaf hatte gezockt, den Startelf-Mixer rausgeholt und gegen Enschede eine Mannschaft aufs Spielfeld gebracht, die so nie und nimmer zu erwarten gewesen war. Völlig untypisch für den Werder-Coach.

Normalerweise setzt der 49-Jährige auf Bewährtes. Er lehnt es ab, ein Bäumchen-wechsel-dich in Gang zu setzen, nur weil ein Akteur fehlt. Schließlich müssten dann gleich mehrere Spieler auf ungewohnten Positionen agieren. Aber genau das nahm Schaaf am Dienstagabend in Kauf – und er scheiterte. Werder verlor nicht nur die Ordnung, sondern auch das Spiel mit 0:2.

Schaafs Problem: Er wollte nicht länger an Linksverteidiger Mikael Silvestre festhalten, der Woche für Woche enttäuscht hatte. Dumm nur, dass dem Coach ausgerechnet jetzt die Alternativen fehlten. Petri Pasanen, Clemens Fritz und Sebastian Boenisch saßen verletzt auf der Tribüne. Schaaf war’s egal, er schickte zahlreiche Spieler auf die Reise. Allzweckwaffe Wesley musste auf die linke Abwehrseite, Sebastian Prödl in der Viererkette von innen nach rechts wechseln, dafür wiederum Torsten Frings von der Sechs erstmals in seiner Karriere nach hinten rücken. Und den Part vor der Abwehr übernahm Dauerpatient Daniel Jensen.

Werder Bremen unterliegt Enschede

Werder Bremen unterliegt Enschede mit 0:2

Das war selbst für Gäste-Coach Michel Preud’ homme zu viel: „Wir waren zwar auf verschiedene Systeme von Werder vorbereitet, aber die Position von Frings hat mich wirklich überrascht.“ Das galt auch für Twente-Stürmer Marc Janko, der sogar ein wenig lästerte: „Das sollte wohl ein besonderer Schachzug sein, um spielerisch von hinten heraus noch stärker zu sein.“

Die Rechnung ging nicht auf. Frings fehlte als Ballverteiler vor der Abwehr und patzte dafür als Innenverteidiger. Die gesamte Hintermannschaft wirkte unorganisiert. Wie auch in der 75. Minute, als Frings nach einem Jensen-Fehler den ent-eilten Bryan Ruiz nur noch per Notbremse stoppen konnte. Dafür gab’s Rot. „Ich habe mich geopfert, damit es beim 0:0 bleibt. Wir mussten doch unbedingt gewinnen – und vielleicht hätte das auch ohne mich noch geklappt“, erklärte Frings. Auf seine ungewohnte Position wollte er nicht eingehen: „Das ist im Moment völlig unwichtig.“

Es bleibt also offen, ob er lieber hinten rechts ausgeholfen hätte. Eine Position, die er früher sogar mal in der Nationalmannschaft bekleidet hat. Dann hätte zumindest Naldos Dauerersatz Prödl nicht „auswandern“ müssen.

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