Die kuriose Geschichte von Clemens Schoppenhauer

Der Werder-Profi für einen Sommer ist heute ein Gegner

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Mit Bier und Freundin – Clemens Schoppenhauer feiert den Aufstieg in die Dritte Liga und freut sich nun auf das Pokalduell mit Ex-Club Werder.

Würzburg - Es war im Sommer 2012 – und Clemens Schoppenhauer auf dem besten Weg zum Werder-Profi. Zumindest durfte er davon träumen, weil er in der Vorbereitung wegen kurioser Umstände ständig auf dem Platz stand und im Trainingslager in Donaueschingen seine ersten großen Interviews geben musste.

Ein Bremerhavener im Werder-Trikot noch ohne Profivertrag, aber dafür mit ganz frischem Abitur – was für eine schöne Geschichte. Allerdings ohne Happy End. Zumindest nicht bei Werder. Schoppenhauer musste Bremen verlassen, um Profi zu werden. Und deshalb ist er heute im Pokal Werders Gegner – als Leistungsträger des Drittligisten Würzburger Kickers. „Ich will natürlich gewinnen“, sagte der 23-Jährige der „Main-Post“ und ließ schnell noch den bei den höherklassigen Gegnern so gefürchteten Satz folgen: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Es wäre ihm natürlich ein besonderes Vergnügen, seinen Ex-Club auszuschalten. Wenngleich Schoppenhauer keinerlei Groll hegt. Denn er konnte es 2012 bei den Werder-Profis gar nicht schaffen. Seine Konkurrenten hießen schließlich Per Mertesacker, Naldo und Sebastian Prödl. Die waren allerdings in der Vorbereitung allesamt verletzt – und weil sich der damalige Manager Klaus Allofs mit dem Aufsichtsrat um den Transfer eines weiteren Innenverteidigers zoffte, war Schoppenhauer plötzlich mittendrin. Bis Sokratis dann doch verpflichtet wurde, und sich die anderen nach und nach zurückmeldeten. Es reichte für den jungen Mann aus Stotel nicht mal zu einem Pflichtspieleinsatz.

Es ging zurück in die U23, wo später Viktor Skripnik sein Trainer wurde – wie schon in der U17. „Er hat mich sehr geprägt“, berichtet Schoppenhauer. Der Ukrainer habe es verstanden, „einen Mittelweg zu finden, um den Spielern zu zeigen, was ihre Pflichten und Aufgaben sind, aber dabei auch die nötige Lockerheit zu behalten. Er hat uns zuerst einmal beigebracht, dass Fußball ein Spiel ist und kein Krieg.“

Das Verhältnis ist immer noch gut. „Ich hatte sehr gute Jahre mit Clemens. Wenn er in Bremen ist, besucht er uns. Ich freue mich auf ihn“, sagt Skripnik.

Wer weiß, was passiert wäre, wenn Schoppenhauer vor einem Jahr nicht nach Würzburg gegangen wäre und auf den Aufstieg von Skripnik zum Chefcoach gewartet hätte. „Möglicherweise“, sagt Schoppenhauer, „hätte ich dann noch einmal eine Chance bekommen, mich oben zu zeigen. Dazu braucht es aber auch etwas Glück.“ Das hat er nun in Würzburg gefunden. Im ersten Jahr gelang gleich der Aufstieg in die Dritte Liga. Er ist Stammspieler, gilt als Musterprofi.

Eingelebt hat er sich inzwischen auch bestens: „Würzburg ist eine tolle Stadt, und das Wetter ist hier auch viel besser als im Norden. Als ich hierher ging, haben mich einige Leute gewarnt: Die Franken seien etwas komisch. Ich habe tatsächlich hier auch ein paar Leute getroffen, die hatten eine Laune wie sonst was. Es stimmt schon, dass die Bremer etwas lässiger sind.“ Gegen lässige Bremer auf dem Platz hätte er heute sicher nichts einzuwenden…

kni

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