Kumpel weg, Stammplatz weg

Galvez in einer neuen Welt

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Vater und Sohn Galvez: Fernando (rechts) besucht gerade Alejandro, für den es in dieser Saison bei Werder bislang noch nicht nach Wunsch läuft.

Bremen - Die Gelegenheit ist perfekt. Vater Fernando, ein Anwalt, der gerade Urlaub hat, weilt bereits in Bremen. Der Bruder und dessen Frau sowie der Cousin kommen auch noch aus Spanien zu Besuch.

Alle wollen sie Alejandro Galvez am Sonntag (17.30 Uhr) im Weserstadion gegen Borussia Mönchengladbach im Werder-Trikot spielen sehen. Der Haken bei der Sache: Der 26-Jährige wird – wie schon zuvor gegen Schalke und in Berlin – wohl zunächst auf der Ersatzbank schmoren. Er sei noch immer nicht komplett fit, urteilte Galvez gestern. Dass es bisher ziemlich holprig für ihn läuft, hat aber noch andere Gründe.

Zum Beispiel, dass er sich im sozialen Miteinander total umgewöhnen muss. Bislang kommunizierte Galvez am meisten mit seinen Werder-Kumpeln, die Spanisch sprechen. Santiago Garcia war jedoch monatelang verletzt und nicht beim Team, dessen argentinischer Landsmann Franco Di Santo (Schalke) und der Italiener Luca Caldirola (Darmstadt) haben den Verein inzwischen verlassen. Und mit ihnen seine wichtigsten Bezugspersonen. „Das waren seine Leute, seine Welt hat sich verändert“, weiß Werders Sportdirektor Rouven Schröder.

Und sein Status auch. Bisher war Galvez in seiner Karriere fast immer Stammkraft, aktuell ist er es nicht. Eine neue Erfahrung, die er sich vor gut einem halben Jahr vermutlich noch gar nicht vorstellen konnte. Zu Beginn der Rückrunde bildete Galvez, der von den Bremer Innenverteidigern der spielstärkste und eleganteste ist, mit Jannik Vestergaard ein prächtig harmonierendes Pärchen. Dann kam die erste Zwangspause (Syndesmosebandanriss), gegen Ende der Saison die zweite (Knieprobleme). Galvez geriet aus dem Tritt und fand nur schwer wieder rein. „Die Verletzungen haben mich total rausgerissen“, meint der Spanier. Er durfte vorzeitig in seine Heimat reisen, ließ sich in Madrid weiter am Knie behandeln. Deshalb, so sagt er, konnte er „nicht so viel laufen“ wie in den Urlaubs-Trainingsplänen der Profis vorgesehen. Und als er beim Vorbereitungsstart Anfang Juli zum obligatorischen Laktattest in Bremen antrat, war er „nicht richtig fit. Klar, dass die Werte dann schlechter ausfallen als bei anderen.“ Am Montag war nun wieder ein Laktattest zur Leistungsüberprüfung angesetzt. „Und der war viel besser“, betont Galvez, der in seiner Gruppe stets vorneweg gelaufen war. „So schnell wie möglich – wie es sich gehört“, sagt der 26-Jährige mit einem Grinsen. Es geht ihm deutlich besser, wenngleich er selbst noch ein bisschen bremst: „Ich bin jetzt beschwerdefrei, aber erst bei 90 Prozent meiner Fitness. Jetzt muss ich in den Rhythmus reinkommen.“

22 Mann beim Werder-Training am Dienstag

Während seiner Problem-Phase hat sich ausgerechnet sein ärgster Konkurrent in den Vordergrund gespielt: Assani Lukimya. „Er war da und hat sich festgebissen“, sagt Schröder. „Luki hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt, eine bessere als ich“, lobt auch Galvez: „Jannik und er haben starke Leistungen gezeigt – es wird sehr schwer, an ihnen vorbei zu kommen und wieder Stammspieler zu werden.“

Dass ihm die aktuelle Situation missfällt, ist klar. Galvez gibt sich aber alle Mühe, so entspannt wie möglich zu wirken. „Ich muss mich eben hinten anstellen und warten“, sagt er. Und dass er „genug Geduld“ habe: „Die Saison ist doch noch sehr jung. Ich bin ein fleißiger Mensch, der hart an sich arbeitet. Und wenn meine Chance kommt, will ich bereit sein.“ Schröder hat da keine Sorge und prophezeit: „Alex wird sich wieder reinbeißen.“

mr

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