Der Kugelblitz lässt es noch mal krachen – und seine Tochter auch

„Bitte nur ein Wort: Ailton“

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Ailton küsste die Werder-Raute.

Bremen - Es war schon weit nach Mitternacht, als Ailton auf der Tanzfläche des Vai Vai in der Bremer Überseestadt plötzlich innehielt, zur Seite ging und mit der Hand sein Gesicht knetete: Der Akku des Brasilianers war leer. Kein Wunder nach diesem einzigartigen Samstag, den nicht nur der Hauptdarsteller nie vergessen wird. Ailton hatte sich und Bremen einen herrlichen Abschied geschenkt – mit ganz, ganz vielen Emotionen.

„Es war grandios. Unglaublich! Das Stadion war so voll, als wäre der FC Bayern hier“, schwärmte ein nassgeschwitzter Ailton nach dem 8:4 (4:2)-Sieg der Double-Sieger gegen die Ailton Allstars. Der Brasilianer hatte dreimal getroffen, mehrheitlich natürlich für seine große Liebe: „Ich habe in vielen Vereinen gespielt, aber in meinem Herzen gibt es nur einen Verein: SV Werder Bremen.“

Für solche Sprüche lieben ihn die Bremer, deswegen waren über 40000 ins Weserstadion gekommen – und sorgten schon bei der Begrüßung der Spieler für eine tolle Atmosphäre. Den meisten Beifall heimsten dabei Naldo, Tim Wiese, Andreas Reinke, Johan Micoud, Torsten Frings und natürlich Ex-Coach Thomas Schaaf ein. Dann gab es allerdings auch Pfiffe. Der Veranstalter hatte es gewagt, neben dem megagroßen Werder-Emblem auch die Banner von Ailtons weiteren Stationen in der Bundesliga auf den Rasen zu legen: Hamburger SV und Schalke 04.

Doch das war schnell vergessen, weil nun Ailton den Rasen betrat – weinend. Die Kulisse mit ohrenbetäubendem Beifall und den berühmten Ailton-Gesängen haute ihn schlichtweg um. Und fünf Minuten später hätte es den 41-Jährigen im Team seiner Allstars beinahe erneut erwischt – diesmal in Person von Paul Stalteri. Der gute Freund grätschte ihn fast um. „Ein guter Spaß“, scherzte der Kanadier später. Auch Viktor Skripnik machte Ailton das Leben schwer, stoppte ihn immer wieder. Erst Frank Baumann ließ den Mann mit der Nummer 32 gewähren – und wie passend in der 32. Minute erstmals einschießen.

Partyspaß nach Ailtons Abschied

So richtig in Fahrt kam Ailton aber erst im Werder-Trikot – natürlich der grün-orangenen Double-Sieger-Version. Wie in alten Zeiten stürmte er allein aufs gegnerische Tor zu und schlenzte den Ball perfekt am alles andere als schmalen Tim Wiese vorbei ins Netz. Ähnliches gelang ihm am Ende noch einmal. Doch zum Tor Tages langte das alles nicht: Das erzielte nämlich seine zwölfjährige Tochter Alexandra dank Torsten Frings, der es gewagt hatte, Bodybuilder Wiese wegzuschieben.

Ailton - Das Abschiedsspiel

Das Publikum war begeistert – und bekam nach dem Abpfiff noch den ersehnten Herz-Schmerz-Nachschlag. Ailtons Frau Rosalie ging mit den Kindern Maria, Alexandra, Estella und Ailton Junior in den Mittelkreis und herzte den Papa – ein unvergessliches Bild. Auch auf den Tribünen flossen die Tränen. Und dann wurde noch einmal gesungen – auf speziellen Wunsch von Ailton, dessen Abschiedsrede mit den Worten endete: „Bitte nur ein Wort: Ailton.“ Die Fans grölten so laut sie konnten für ihren Kugelblitz, dessen Party damit noch lange nicht vorbei war. Im Vai Vai ging es mit allen Stars und auch einigen Werder-Profis wie Franco Di Santo und Luca Caldirola weiter. Bis Ailtons Akku dann weit nach Mitternacht leer war...

kni

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