Kroos und der Kampf um einen Startplatz

Professionelle Unzufriedenheit

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Auf der Suche nach einem Platz in der Startelf: Felix Kroos würde gerne mehr zum Einsatz kommen.

Bremen - Kaum ein Werder-Profi ist so schlagfertig wie Felix Kroos – und der 24-Jährige freut sich immer diebisch, wenn er sein Gegenüber damit irritiert. Auf die Frage, was bei seinem Elfmeter-Fehlschuss gegen Gladbach schief gelaufen sei, antwortet Kroos ganz schlicht: „Der Ball war nicht im Tor.“ Fußball ist so einfach, doch im Fall von Kroos manchmal auch ziemlich kompliziert. Denn seit Jahren kämpft der Mittelfeldspieler bei Werder um einen Stammplatz, dauerhaft besessen hat er ihn nie. Gejammert wird trotzdem nicht und geflüchtet schon mal gar nicht. Ein Wechsel im Sommer war für Kroos nie ein Thema.

„Natürlich ist eine Unzufriedenheit da. Es kann nicht mein Anspruch sein, auf der Bank zu sitzen und ab und zu mal reinzukommen“, sagt Kroos: „Aber es ist nicht so, dass ich jetzt schlechte Stimmung verbreite. Ich muss geduldig sein, auch wenn es schwer fällt.“ Das kennt er schon aus der Vergangenheit. Immer wieder verlor er seinen Platz in der Startelf – meistens an Philipp Bargfrede. Ausgerechnet Bargfrede muss es heißen. Denn der ist ein guter Kumpel. Der 26-Jährige steht bei Trainer Viktor Skripnik sehr hoch im Kurs, besitzt quasi einen Freifahrtschein auf der Sechser-Position. Ein Problem für Kroos? „Wenn das die Meinung des Trainers ist, muss ich das akzeptieren“, antwortet Kroos. Er rechnet sich aber auch Chancen auf der Halbposition aus, wo er am Sonntag gegen Mönchengladbach als Einwechselspieler zum Einsatz kam. Die Leistung stimmte. Kroos machte die Seite dicht, spielte ziemlich clever. Da könnte in Zukunft etwas gehen.

Was dagegen für Kroos gar nicht geht, ist auf die Verletzung anderer zu hoffen – schon gar nicht bei Bargfrede. „Der war oft genug verletzt“, findet Kroos und scherzt: „Da sind andere dran…“ Ein typischer Kroos! Der 24-Jährige macht gerne mal einen netten Spruch, um die Situation aufzulockern. Und um locker zu wirken – und natürlich selbstbewusst: „Ich vertraue auf meine Stärken. Ich hatte hier drei Trainer, keiner hat mich weggeschickt. Die Trainer kennen meine Qualitäten.“

Keine schlaflose Nacht

nach dem Fehlschuss

Dazu gehört auch das sichere Verwandeln von Elfmetern. Kroos darf zum Punkt gehen, wenn er will. Gegen Gladbach wollte er unbedingt. „Man möchte die wenige Zeit als Einwechselspieler so gut wie möglich nutzen“, gesteht der gebürtige Greifswalder. Also hat er sich den Ball geschnappt – und vorbeigeschossen. „Klar hat mich das geärgert. Aber ich hatte deshalb keine schlaflose Nacht, wir hatten ja gewonnen.“ Natürlich wird er auch noch gefragt, wer den nächsten Strafstoß schießt – und wieder gibt es eine ganz schnelle und so naheliegende Antwort: „Aron Johannsson natürlich, er hat seinen Elfmeter ja gemacht.“ War dann aber nicht mehr auf dem Platz, weshalb Kroos seine Chance vom Punkt bekam.

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