Kritisieren und motivieren – so will Werder vor der Winterpause die Kurve kriegen

Der Endspurt-Schwur

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Alle zusammen: Werder will sich in den verbleibenden Spielen vor der Winterpause als verschworene Gemeinschaft präsentieren.

Bremen - Erst der Mannschaftsabend, dann das zweitägige Geheimtraining im Weserstadion. Werder lässt in dieser Woche nichts unversucht, um nach zuletzt zwei sehr schmerzhaften Pleiten und vor dem wichtigen Kellerduell beim VfB Stuttgart die Kurve zu kriegen. Ob die spezielle Vorbereitung geholfen hat, wird sich morgen Nachmittag ab 15.30 Uhr zeigen.

Die 1:3-Heimpleite im Nordderby gegen den Hamburger SV hat den Werder-Profis richtig weh getan – und sie veranslasst, sich mal zusammensetzen und über die unbefriedigende Gesamtlage zu diskutieren. Am Dienstagabend traf sich das Team in der Bremer Überseestadt zum gemeinsamen Essen. Was genau an der langen Tafel besprochen wurde, verraten die Spieler nicht – aus ihren Aussagen ist aber herauszuhören, dass durchaus auch Tacheles „aufgetischt“ wurde. „Unsere Situation ist nicht optimal. Es war ein guter Zeitpunkt, um ein paar Dinge zu klären. Man redet über die Sachen, die schlecht sind“, sagte Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie. „Es ist gut, mal alles klar anzusprechen, dass jeder seine Sichtweise schildern kann“, findet Offensivmann Fin Bartels. Das taten auch viele, das Wort führten nicht nur die Führungsspieler um Kapitän Clemens Fritz oder „Vize“ Zlatko Junuzovic. „Die jungen Spieler haben sich auch eingebracht, nicht nur der Mannschaftsrat“, berichtete Gebre Selassie: „Wir wollen es alle besser machen.“

Und deshalb kritisierten sich die Bremer Profis nicht nur, sie motivierten sich auch gegenseitig. „Wir sitzen alle in einem Boot und haben uns noch mal eingeschworen als Team“, sagte Bartels. Und sie erinnerten sich auch an das, was sie stark gemacht hat. „Wir haben unsere Punkte geholt, wenn wir als Team aufgetreten sind, das leidenschaftlich war und sich geholfen hat“, betonte Gebre Selassie. Der Tscheche war auch gestern noch ganz angetan vom Team-Treffen: „Es war ziemlich produktiv – das beste Gespräch, seit ich hier bin.“ Und der 28-Jährige ist seit dreieinhalb Jahren da, gehört zu den Dienstälteren im aktuellen Bremer Kader.

Trainer Viktor Skripnik, der in dieser Woche trotz der sportlichen Misere Rückendeckung von allen Seiten bekam, war beim Mannschaftstreffen zwar gar nicht dabei – er glaubt aber, dass es eine fruchtbare Zusammenkunft war: „Die Jungs sind selbstkritisch genug, davon bin ich überzeugt. Der Wille, es besser zu machen, ist da.“

Das hätten laut Skripnik auch die Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Mittwoch und Donnerstag gezeigt. „Die Spieler haben eine sehr gute Körpersprache“, findet der 46-Jährige: „Wir hatten gute Tage, es war intensiv. Ich bin zufrieden.“ In den geheimen Trainings hat der Coach „taktische Dinge probiert“ und ordentlich Standards üben lassen. Die ruhenden Bälle waren in der vergangenen Saison Werders gefährlichste Waffe, sind inzwischen aber total harmlos. Das soll sich im Hinrunden-Endspurt wieder ändern, möglichst schon morgen in Stuttgart. Gebre Selassie: „Wir müssen jetzt Punkte holen.“

mr

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