Kritik am Söldnertum

Klare Worte: Bremens Innenverteidiger Per Mertesacker.

Bremen · Trotz der momentan beängstigenden sportlichen Situation hat Abwehrspieler Per Mertesacker seine Verbundenheit mit Werder unterstrichen, eine Verlängerung seines 2012 auslaufenden Vertrages nicht ausgeschlossen und zudem das zunehmende Söldnertum in der Bundesliga scharf kritisiert.

„Man muss sich darauf besinnen, was einem der Verein über Jahre gegeben hat. Das darf man nie vergessen“, sagte der Nationalspieler der „Bild am Sonntag“: „Für mich zählen Werte wie Dankbarkeit, Respekt und Verbundenheit.“

Mertesacker betonte, dass er die Entwicklung des Transfermarktes in der vergangenen Wechselperiode genau beobachtet und sich über das Verhalten manch wechselwilliger Bundesliga-Kollegen echauffiert habe. „Solche Verhaltensweisen verurteile ich. Ich hasse das“, sagte der 26-Jährige.

Im Januar hatten unter anderem der ehemalige Hoffenheimer Demba Ba, der Schalker Jefferson Farfan und Hamburgs Ruud van Nistelrooy öffentlichen Druck auf ihre Vereine ausgeübt, um einen Abgang zu erzwingen. Für Mertesacker kommt ein solches Vorgehen nicht in Frage. „Ich will mit aller Macht verhindern, dass man mir nachsagen kann, ich sei ein Söldner und würde nur ans Geld denken. Ich kann jetzt nicht rumposaunen, dass ich in der neuen Saison ohne internationales Geschäft nicht klarkommen würde. Man kann mit jeder Situation zurechtkommen“, sagte der Abwehrspieler – und plädierte für Vertragstreue: „Man muss auch weiterhin Dinge einhalten, für die man Jahre zuvor unterschrieben hat.“

Mit einem Abschied aus Bremen im Sommer wolle er sich daher derzeit nicht befassen. Gedanken an eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrages seien für ihn dagegen nicht abwegig. Er sei „seit Jahren mit Leib und Seele“ dabei, „deshalb ist nichts ausgeschlossen“, sagte Mertesacker: „Die Lage bei Werder ist zu prekär. Ich kann daher nicht über mein Wohl philosophieren, wenn der Verein in der Bredouille steckt – und wir Spieler ihn hineinmanövriert haben.“

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