Krisztian Lisztes hat sich von seinem Kreuzbandriss in Bremen nie richtig erholt

Rückkehr nach neun Jahren: „Früher konnte ich das nicht“

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Krisztian Lisztes ist wieder da – wenn auch nur für ein Spiel. Der Ungar genoss seinen Auftritt beim Abschied von Ailton: „Es ist einfach schön, mal wieder hier zu sein.“

Bremen - Krisztian Lisztes lächelt – so, wie er es immer getan hat. Der Ungar genießt die Party nach Ailtons Abschiedsspiel. Und das mehr als viele andere. Denn dieser Tag ist ein ganz besonderer für den 38-Jährigen. „Ich bin zum ersten Mal in Bremen, seit ich Werder vor neun Jahren verlassen habe“, verrät Lisztes und gesteht: „Früher konnte ich das nicht. Es tat zu weh.“ Lisztes und Werder – es ist eine schmerzhafte Geschichte.

Sonntag, 25. April 2004, Ruhrstadion Bochum, 74. Minute: Lisztes liegt am Boden, er hat sich das Knie verdreht. Kreuzbandriss. Saisonende. Nach 30 Spielen in Folge in der Startelf. Den Platz des kleinen Mittelfeldspielers bekommt im Saisonendspurt Tim Borowski, und das Werder-Talent macht mit zwei Toren gegen Aachen den Pokalsieg und damit das legendäre Double perfekt. Borowskis Karriere nimmt richtig Fahrt auf, Lisztes’ Laufbahn ist praktisch vorbei.

„Ich habe mich von dieser Verletzung nie wieder richtig erholt“, sagt Lisztes: „Ich hatte immer wieder große Schmerzen.“ Doch Fußball spielt er noch immer – inzwischen bei Soroksari SC in der zweiten ungarischen Liga. Vor gut einem Jahr hatte ihn ein Freund überredet, für den Club aus Budapest zu kicken. Ein Drittligist. Lisztes, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in der ungarischen Hauptstadt lebt und ein Restaurant betreibt, führte sein Team zum Aufstieg und hängte noch ein Jahr dran. Dank einer Kunststoffschiene, mit der er spezielle Übungen machen kann, „habe ich kaum noch Probleme mit dem Knie“.

Im April 2004 war das noch ganz anders gewesen. Lisztes musste nach dem Spielunfall in Bochum operiert werden. Und hatte gleich noch ein Problem: Sein Vertrag bei Werder lief am Saisonende aus. Der damals 27-Jährige hatte sich verzockt. „Das muss der Vertrag meines Lebens werden“, hatte der Ungar damals betont und das Werder-Angebot zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen. Allerdings auch, weil der Club ihm nicht mehr als bisher zahlen wollte. Das kränkte den fleißigen Mittelfeld-Arbeiter. Und in ihm reifte ein Traum: „Ich wollte nach Spanien wechseln.“ Sein Berater machte ihm Hoffnung, doch zu einem Vertragsabschluss mit einem spanischen Club kam es nicht. Und nach dem Kreuzbandriss schon gar nicht.

Werder reagierte sozial, machte Lisztes ein neues Angebot für ein Jahr – und so konnte der Ungar in Bremen genesen. Doch es reichte nur noch für zwei Einwechslungen am Ende der Saison. Danach musste Lisztes gehen.

Borussia Mönchengladbach gab ihm eine Chance. Doch sein Knie ließ nur sechs Einsätze zu. Ein Jahr blieb er ohne Verein. Der Neuanfang bei Hadjuk Split dauerte nur wenige Wochen, danach ging es zurück in die Heimat, wo er inzwischen für den sechsten Club spielt und sich als TV-Experte Geld dazu verdient. Dazwischen lag 2009 ein fünfmonatiges Intermezzo beim Zweitligisten Hansa Rostock.

„Ich habe wirklich viel erlebt“, sagt der 49-fache Nationalspieler und fügt noch etwas leise an: „Es ist wirklich traurig, dass es damals so gekommen ist. In Bremen hatte ich meine schönste Zeit.“ Dann lächelt er wieder und betont: „Ich bin glücklich. Es ist einfach schön, mal wieder hier zu sein.“

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