Allofs und Schaaf lesen Werder-Profis nach dem desaströsen 0:2 gegen Mainz 05 die Leviten

Krisensitzung an der Weser

Verärgert: Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Bremen - Von Arne Flügge · Als Klaus Allofs gestern Morgen am Weserstadion vorfuhr, ahnten die Profis von Werder Bremen schon: Jetzt gibt’s eine Standpauke. Und richtig: Eine halbe Stunde lang nahm sich der Werder-Boss zusammen mit Trainer Thomas Schaaf die Spieler, die tags zuvor beim 0:2 (0:0) gegen Mainz 05 kollektiv versagt hatten, zur Brust. Und Keeper Tim Wiese meinte später: „Es sind deutliche Worte gefallen.“

Näher wollten weder Wiese noch Allofs auf die Gardinenpredigt hinter verschlossenen Türen eingehen. „Sonst könnten wir solche Sitzungen ja gleich live bei Werder-TV übertragen“, sagte Allofs. Immerhin hatte der Bremer Sportdirektor gestern seinen Humor schon wiedergefunden. Der war dem 53-Jährigen nach der desaströsen Leistung seiner Mannschaft gegen Mainz am Samstag noch komplett abhanden gekommen: „Das war zu schlecht um wahr zu sein.“ Und Schaaf konstatierte: „Ich kann mich an kein Datum erinnern, an dem wir jemals so schlecht gespielt haben.“

Das Debakel in Bildern

Werder unterliegt Mainz 0:2

Gestern nun begann die Aufarbeitung einer Leistung, mit der die Bremer in Zukunft keinen Blumentopf mehr gewinnen werden. „Es ist doch klar, dass man gründlich analysieren muss, warum die Mannschaft so enttäuscht hat, so unter ihren Möglichkeiten geblieben ist“, sagte Allofs. Und der Sportdirektor hat auch schon eine Reaktion aus der Mannschaft bekommen: „Sie waren im Nachhinein selbst geschockt, dass man so schlecht spielen kann.“

Ausgerechnet aus dem spielerischen Offenbarungseid gegen Mainz schöpft Allofs nun die Hoffnung, dass die Bremer es bereits morgen (20.00 Uhr) im Auswärtsspiel bei Hannover 96 besser machen: „Nach einem schlechten Spiel haben wir schon häufiger eine positive Reaktion gezeigt.“ Doch das ist für Allofs auch unbefriedigend. „Es kann nicht sein, dass wir erst einen auf den Deckel kriegen müssen, damit es besser wird“, meinte der Werder-Boss. Immerhin zeigten sich die Spieler einsichtig. „Wir wissen, dass es so nicht weitergehen kann“, erklärte Kapitän Torsten Frings stellvertretend: „Ich bin sprachlos über die Leistung. Wir schaffen es nicht, den Gegner unter Druck zu setzen, arbeiten einfach nicht genug. Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir als Mannschaft dringend etwas ändern.“

Was, das gaben Allofs und Trainer Schaaf den Spielern gestern im Rahmen der Krisensitzung mit auf den Weg. „Im Grunde genommen müssen wir alles besser machen“, forderte Allofs: „Ich habe gegen Mainz nicht gespürt, dass die Mannschaft gewillt war, ihre Ziele gemeinsam zu erreichen. Wir waren keine Einheit.“ Gegen Hannover müsse jetzt jeder wieder bis an seine Grenzen gehen und darüber hinaus.

Zudem müsse sich die Einstellung ändern. „Wir können nach der Champions-League-Qualifikation jetzt nicht sagen, wir spielen die Liga mal eben so runter. Das geht nicht“, mahnte Allofs. Außerdem sollten einige Spieler mal darüber nachdenken, dass sie nach einem guten Spiel wie in München nicht gelobt worden sind, „weil sie so super Typen sind, sondern weil sie gearbeitet haben“. Und diese Arbeit will der Werder-Chef morgen „von der Nummer eins bis zur 14“ sehen.

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