Beim Hamburger SV geht’s drunter und drüber / Werders Eichin wahrt Distanz: „Das Ganze nicht bewerten“

Kreuzer und Jarchow unter enormem Druck

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Oliver Kreuzer

Hamburg · Hamburger Schieß-Verein – das wäre momentan wohl die passende Bezeichnung für den HSV, bei dem die verbalen Giftpfeile nur so umherzischen. Jeder zielt auf Jeden, teilweise mit deftigen Worten.

So ist der Eindruck wenige Tage vor dem Nordderby gegen Werder. Dass die immense Unruhe seinem Club in die Karten spielen könnte, glaubt Bremens Sportchef Thomas Eichin aber nicht: „Vorteil oder Nachteil: Das ist doch Kokolores. Wir tun gut daran, das Ganze nicht zu bewerten und uns stattdessen voll auf uns zu konzentrieren. Wir brauchen in diesem Spiel die nötige Aggressivität und Besonnenheit. In so ein Derby musst du mit allen Sinnen reingehen, darfst aber auch nicht überzocken.“

Beim HSV ist das Spiel momentan noch ein Nebenaspekt, im Mittelpunkt steht die Suche nach einem Nachfolger des gefeuerten Trainers Thorsten Fink. Und da sind zwei Männer besonders gefordert. Der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow und Sportdirektor Oliver Kreuzer. Beide stehen enorm unter Druck, müssen unter schwierigsten Bedingungen ein glückliches Händchen beweisen – ansonsten droht die Luft an der Elbe auch für sie dünn zu werden. Die Kritiker haben sich längst in Position gebracht. „Kreuzer ist mit der Situation überfordert. Da muss ein ganz erfahrener Mann ran“, polterte Unternehmer Klaus-Michael Kühne bei „Sky“. Schon zuvor hatte der streitbare HSV-Investor den 47-Jährigen in aller Öffentlichkeit als „Drittliga-Manager“ bezeichnet. Der 76-Jährige würde am liebsten eine „völlige Erneuerung“ der Führungsetage des HSV sehen: „Das wäre in meinen Augen konsequent gewesen.“

Ähnlich sieht HSV-Ikone Uli Stein die Situation beim wankenden Bundesliga-Dino und selbst ernannten Europacup-Anwärter. „Die Probleme liegen eindeutig in der Führungsetage. Die Verantwortlichen sind nicht in der Lage, Ruhe in den Verein zu bringen“, sagte der frühere Torhüter.

Neben dem erst vor knapp drei Monaten installierten Kreuzer wächst der Druck vor allem auf Jarchow. „Er trägt letztendlich für alles die Verantwortung“, sagte der frühere HSV-Präsident Wolfgang Klein gestern. · mr/sid

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