Dutt-Team zeigt seine beste Saisonleistung

Krass! Werder ärgert sich über ein 1:1 gegen Schalke

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TOLLES TOR, großer Jubel: Franco Di Santo (Mitte) feiert sein 1:0 mit Vorlagengeber Eljero Elia (l.) und Aaron Hunt.

Bremen - Robin Dutt war schon etwas fassungslos. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich nach diesem Spiel sage, dass ich mit einem Punkt unzufrieden bin“, meinte der Coach des SV Werder nach dem 1:1 (1:1) gegen den FC Schalke 04.

Sein Team, das eigentlich gegen den Abstieg kämpft, hätte gegen den Tabellendritten als Sieger vom Platz gehen müssen – wurde aber immerhin als solcher von den Fans gefeiert. Völlig zurecht: So gut wie gestern hat Werder in dieser Saison noch nicht gespielt. Es war spielerisch sogar noch eine Steigerung gegenüber dem 2:1-Sieg vor einer Woche in Hannover.

Di Santo: Tor, Sperre und Verletzung

Paradox ist allerdings: Weil der Hamburger SV am Freitag gegen Leverkusen gewann (2:1) und auch der VfB Stuttgart gestern gegen den SC Freiburg (2:0) dreifach punktete, beträgt Werders Vorsprung auf die Abstiegszone nicht mehr acht, sondern nur noch sechs Zähler. „Wir müssen weiter aufpassen“, mahnte daher Sportchef Thomas Eichin mit Blick auf die noch fünf ausstehenden Partien.

Aber in der aktuellen Verfassung können die Bremer eigentlich nicht absteigen. Es war mehr als beeindruckend, wie die Gastgeber Schalke bearbeiteten – erst kämpferisch und dann spielerisch. Letzteres ist neu und wirklich gut anzusehen.

Schon nach 38 Sekunden wurde ein Schuss des bärenstarken Cedric Makiadi gerade noch so von einem Schalker geblockt. Franco Di Santo hatte die feine Vorarbeit geleistet, um dann nach einer Viertelstunde selbst eiskalt zuzuschlagen: Einen genialen Pass von Eljero Elia bugsierte er aus spitzem Winkel durch die Beine von 04-Keeper Ralf Fährmann ins Tor – 1:0. Und nur zwei Minuten später hätte er beinahe auf 2:0 erhöht, doch Fährmann lenkte den Schuss des Argentiniers gerade noch an den Pfosten.

Werder machte in dieser Anfangsphase richtig viel Spaß. Bis Peter Sippel zur Spaßbremse wurde. Der Unparteiische entschied bei Zweikämpfen plötzlich ziemlich oft auf Foul gegen Werder. Di Santo gab er Gelb (27.), weil der Stürmer die Ausführung eines Schalker Freistoßes behindert hatte. Es war die Fünfte für den Bremer, der damit nächste Woche in Mainz gesperrt ist. „Das wusste ich gar nicht“, gestand Di Santo später. Er wusste auf dem Feld auch nicht, mit seiner Wut auf den Unparteiischen umzugehen – und wandelte am Rande eines Platzverweises. Genauso wie Dutt, der am Spielfeldrand lamentierte.

Werder war abgelenkt. Das nutzte Schalke eiskalt aus. Nach einer zur kurzen Kopfballabwehr von Sebastian Prödl nach einer Boateng-Hereingabe drosch Leon Goretzka die Kugel unhaltbar zum Ausgleich in die Maschen (33.). Clemens Fritz und Aaron Hunt hatten sich erfolglos in die Schussbahn geworfen.

Interessant: Kurz vor dem Tor hatte Schalke geschickt umgestellt, aber nicht auf Anweisung von Trainer Jens Keller, wie der später selbst verriet. Kevin-Prince Boateng wollte nicht mehr Spielmacher, sondern lieber Sechser sein. Dafür rückte Goretzka ins linke Mittelfeld, und Julian Draxler übernahm die Position von Boateng. Das machte Schalker strukturierter und gefährlicher. Aber Wolf rettete stark gegen Chinedu Obasi, den Nachschuss von Klaas-Jan Huntelaar kratzte Prödl von der Linie (34.).

Die Pause tat Werder gut. Die Konzentration aufs Wesentliche kehrte zurück. Die Gastgeber spielten wieder so gut wie zu Beginn. Und das sogar ohne den starken Di Santo. Der 24-Jährige musste verletzt raus. Boateng hatte ihn an der Wade getroffen und Schleifspuren hinterlassen. „Ich habe große Schmerzen und muss mich untersuchen lassen“, berichtete Di Santo.

Werder Bremen gegen Schalke 04

Von draußen sah er, wie sein Team voll auf Sieg spielte und die Fans damit begeisterte. Doch Fährmann verhinderte mit starken Paraden gegen Zlatko Junuzovic (83.) und Santiago Garcia (88.) das Bremer Happy End. Es hätte allerdings auch ein böses Finale geben können. In der 80. Minute war Huntelaar nach einem Zweikampf mit Garcia zu Boden gegangen. Sippels Pfeife blieb zum Ärger der Schalker stumm. „Das war grenzwertig“, gestand Sportchef Eichin. Doch an seiner grundsätzlichen Bewertung des Spiels änderte diese Szene nichts: „Das war unsere beste Saisonleistung. Wir waren die bessere Mannschaft. Deswegen ärgere ich mich, dass wir zwei Punkte verloren haben. Aber in ein paar Stunden werde ich mich sicher darüber freuen, was wir heute abgeliefert haben und dass wir einen Punkt dazubekommen haben.“

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