Krankenakte XY ungelöst

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Tim Borowski

Bremen - Gefangen im „Keller“ – so lässt sich beschreiben, wie sich Tim Borowski derzeit fühlt. Weil der Werder-Profi mal wieder seit Wochen mit einer – mittlerweile als mysteriös zu bezeichnenden – Verletzung ausfällt, beschränkt sich sein Wirkungskreis auf die wenigen Quadratmeter, die der Fitnessraum des Weserstadions bietet.

Es ist ein dunkles Dasein für den Mittelfeldspieler, weil durch die Photovoltaik-Elemente an der Stadionfassade kaum Tageslicht ins Innere dringt. „Ich sag’ immer, das ist mein Keller“, meint Borowski und lacht. Doch witzig findet er die Situation eigentlich nicht: „Ich bin genervt.“

Wer wäre das nicht in seiner Situation? Seit knapp einem Jahr begleitet ihn eine Verletzung, die von ihm noch nie genau beschrieben wurde. „Sprunggelenk, es ist das Sprunggelenk“, wiederholt er mantraartig und gibt vor, detaillierte Angaben nicht bieten zu können: „Ich würde es ja gerne erklären, ich kann‘s aber nicht.“

Fakt ist, dass der 31-Jährige die Probleme nicht in den Griff bekommt. „Dabei behandeln wir die Sache von morgens bis abends“, seufzt Borowski. Der einzige Erfolg ist jedoch, dass die Gefühlslage analog zu den Schmerzen wie ein Jojo mal hoch und dann wieder runter schnellt. Oder wie Trainer Thomas Schaaf es sagt: „Kurz bevor Tim vor der Rückkehr ins Training steht, bricht es wieder auf.“

Aber was ist „es“? Die Bänder, der Knochen oder Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung? „Was es nicht alles gibt“, meint „Boro“ und scheint sich aus dem Rätselraten einen heimlichen Spaß zu machen. Auf jeden Fall nutzt er sein Recht, über seinen körperlichen Zustand schweigen zu dürfen.

Wann es den ersten Eintrag in seine „Krankenakte XY ungelöst“ gab, ist dagegen klar. Vor knapp einem Jahr war‘s, als nach einem „Trainingsunfall“ (Zitat Borowski) die Schmerzen auftraten. Sie blieben auch nach einer Operation Ende Oktober 2010. „Mit schmerzstillenden Mitteln“ habe er danach die Rückrunde absolviert, berichtet der Ex-Nationalspieler. Dass das keine tragfähige Lösung für die Zukunft sein kann, ist klar. Dumm nur, dass alle Behandlungen erfolglos geblieben sind. „Es treten halt immer wieder Probleme auf – das ist der Sachstand“, erklärt Borowski, der in dieser Saison erst 61 Minuten gespielt hat. Es war beim Pokal-Aus in Heidenheim. Danach folgte noch ein 45-Minuten-Einsatz im Testspiel gegen Union Berlin – das war‘s, mehr ging nicht. Und im Moment ist an weitere Spiele nicht zu denken: „Ich würde mich schon freuen, wenn ich zwei Monate am Stück schmerzfrei auf dem Trainingsplatz stehen könnte.“

Aktuell probiert er mit den Ärzten nochmal eine spezielle Spritzenkur aus. „Wenn‘s hilft“, sagt Borowski, „kann es ganz schnell gehen und ich bin wieder dabei. Wenn‘s aber nicht hilft, müssen wir vielleicht Wege gehen, die länger dauern.“ Könnte heißen, dass über eine weitere OP nachgedacht werden muss. Könnte aber auch heißen, dass der Behandlungsort gewechselt wird. Borowski: „Ich habe da von einer speziellen Klinik in Zürich gehört…“

Im Moment stehen aber alle Räder still. Bis auf eines: das im „Keller“. Auf dem trainiert er, so gut es eben geht: „Rad fahren ist drin, laufen leider nicht.“ · csa/kni

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