Noch vier Heimspiele im Abstiegs-Endspurt

Mit der Kraft des Weserstadions

Volle Kraft voraus: Das ist die Devise von Zlatko Junuzovic für das Heimspiel am Samstag gegen Augsburg. „Die Fans sollen merken: Die wollen heute, die geben Gas“, sagt der Bremer Vizekapitän. - Foto: nph

Bremen - Man könnte fast meinen, Zlatko Junuzovic zählt die Minuten bis zum Anpfiff. Schon gestern Mittag betonte Werders Vizekapitän mehrfach, wie heiß er auf das Kellerduell am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg ist. „Ich kann es kaum erwarten, bis es soweit ist. Und ich glaube, dass viele von uns diesen Gedanken haben“, meinte der 28-Jährige und sprach quasi für die gesamte Mannschaft, als er sagte: „Du willst jetzt rausgehen und spielen. Du brennst auf das Wochenende.“

Den Bremer Fans wird es nicht anders gehen. Wobei: Bei vielen wird sich in die Vorfreude auch eine gehörige Portion Skepsis, Unbehagen oder gar Angst mischen. Denn wenn Werder in dieser Saison im Weserstadion antrat, gab es nur ganz selten Grund zum Jubeln. Meistens machte sich die grün-weiße Anhängerschar mächtig frustriert auf den Heimweg. Lediglich zwei Siege (gegen Gladbach und Hannover), dafür aber fünf Unentschieden und schon sechs Niederlagen. Von den 28 Punkten holte Werder mickrige elf zu Hause. Und auch die 16 Tore in den 13 Spielen (durchschnittlich 1,23 pro Partie) sind ein ziemlich mieser Wert.

Von den verbleibenden sechs Spielen haben die Bremer nun noch vier im eigenen Stadion – als einziger Abstiegskandidat. Das wirkt mit Blick auf die bisherige Heimbilanz eher wie ein Nachteil. Doch Junuzovic widerspricht und verweist darauf, dass Werder die vergangenen sechs Heimspiele nicht verloren hat. „Fünf Unentschieden, ein Sieg – es hätten mehr Punkte sein können, klar. Aber wir hatten gute Spiele dabei, in denen wir immer wieder Druck gemacht und Torchancen herausgespielt haben. Es fehlte leider die letzte Konsequenz. Doch es war jedes Mal mehr drin.“

Das Weserstadion, in dem sich nach Augsburg noch der VfL Wolfsburg, der VfB Stuttgart und am letzten Spieltag dann Eintracht Frankfurt vorstellen, werde im Abstiegskrimi „eine extrem große Rolle“ (Junuzovic) spielen und könne zum Bremer Trumpf werden. „Hier hatten wir immer eine positive Stimmung und sehr viel Unterstützung. Das tut uns gut und wird uns im Endspurt viel Kraft geben“, prophezeit der Österreicher: „Wir werden versuchen, den Fans etwas zurückzugeben.“ Und zwar nicht nur mit engagierten Leistungen, sondern auch mit Punkten. „Wir wollen uns möglichst schnell retten. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre das mein Wunsch“, sagt Junuzovic.

Einen wichtigen Schritt zur Rettung will Werder am Samstag tun. Die Marschroute ist dabei klar. Die Bremer (Platz 15/28 Punkte) müssen gewinnen, um sich ein bisschen Luft zu verschaffen. Bei einer Niederlage hingegen zieht Augsburg (16./27) an Werder vorbei – und es droht sogar der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz. Abwarten gilt also nicht für die Hausherren, es soll gleich voll zur Sache gehen. Das fordert Junuzovic: „Wir müssen Druck entwickeln und mutig sein. Die Fans sollen merken: Die wollen heute, die geben Gas. Das wollen wir entwickeln – von der ersten Sekunde an. Die Körpersprache ist dabei ganz wichtig.“

Er selbst hat nach einer bisher durchwachsenen Saison wieder ordentlich Selbstvertrauen aufgebaut – rechtzeitig zur alles entscheidenden Phase der Saison. Ein Tor in der Nationalmannschaft, zuletzt auch ein Tor in Dortmund. Er ist wieder da. Und der Auftritt beim BVB macht Junuzovic trotz des Ergebnisses (2:3) Mut für die verbleibenden Spiele. „Wir sind generell gut drauf“, urteilt der Mittelfeldmann, „im Training ist viel Aggressivität drin, das ist besonders wichtig für Samstag.“ Und wenn die Bremer dann noch als Kollektiv überzeugen, in dem „jeder einzelne seinen Nebenmann pusht“, könne eigentlich nichts schiefgehen, glaubt Junuzovic: „Dann werden wir das Spiel gewinnen.“ -  mr

Mehr zum Thema:

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Meistgelesene Artikel

Und dann macht es „Britzzz“

Und dann macht es „Britzzz“

Thomas Delaney: Ein Gewinner unter Verlierern

Thomas Delaney: Ein Gewinner unter Verlierern

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Wenn die Kette pendelt: Nouris Defensiv-Konzept

Wenn die Kette pendelt: Nouris Defensiv-Konzept

Kommentare