Lukimya räumt Elia ab

Es kracht am Osterdeich

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Thomas Schaaf als Beruhiger: Der Bremer Coach redet auf Kevin De Bruyne (rechts) ein, der sich wegen des harten Einsteigens gegen seinen Kumpel Eljero Elia fürchterlich aufgeregt hat.

Bremen - Es war knackig kalt gestern Vormittag in Bremen, minus fünf Grad. Doch auf Werders vom Schnee befreiten Trainingspatz ging es richtig heiß her. Da brannte die Luft, da brüllte der Trainer, da verletzte sich Eljero Elia in einem rustikalen Zweikampf (aber nur leicht) – und da schimpfte Kevin De Bruyne wie ein Rohrspatz.

Kurzum: Die Zeiten voller Harmonie und ohne Misstöne sind vorbei. Es kracht auch mal mächtig.

„Wir sind eben unzufrieden mit der Situation“, sagte Coach Thomas Schaaf und fügte mit Blick auf die hohe Intensität des Trainings an: „So soll es sein.“

Das finden auch die Profis. „Wir brauchen mal ein bisschen Gift“, meinte Kapitän Clemens Fritz. Stürmer Nils Petersen sieht es ähnlich. Nach dem üblen und niederschmetternden 0:5 gegen Borussia Dortmund zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde könne es beim Tabellenzwölften „nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen geben. Das ist nicht gut. Nur lieb sein bringt uns nicht weiter“, urteilte Petersen und stellte zufrieden fest: „Heute war Feuer drin im Training – wenn es am Sonntag beim HSV genauso ist, wäre das gut.“

Enorm engagiert und lautstark war auch Schaaf. „Warum gucken wir nur zu? Warum gehen wir nicht hin?“ oder „Leute, schaltet schneller um“ – der Coach war mit seinen Kommentaren über den ganzen Platz zu hören.

Assani Lukimya übertrieb es allerdings ein wenig mit dem Eifer. Der Innenverteidiger stieg hart ein und räumte Eljero Elia ab. Der Niederländer ging zu Boden, schrie und musste behandelt werden. Das Foul an seinem Kumpel brachte wiederum Kevin De Bruyne auf die Palme. Der Belgier regte sich fürchterlich auf. „It’s always the same“ („Es ist immer dasselbe“) zischte der 21-Jährige gleich zwei Mal und meinte offensichtlich Lukimya. Als dann Ersatzkeeper Christian Vander noch einen Spruch (wohl über den FC Chelsea) machte, war die Leihgabe aus London endgültig auf 180. „Rede nicht über Chelssea“, sagte De Bruyne und hob drohend den Zeigefinger. Schaaf nahm den aufgebrachten Belgier zur Seite und versuchte, ihn zu beruhigen. „Ich habe ihm gesagt, dass ,Luki‘ nicht gefoult hat, sondern ,Elli‘ umgeknickt ist. Dass sich in Zweikämpfen mal jemand wehtut, kann passieren. Das war eine ganz normale Situation“, erklärte der Coach seine Sicht der Dinge. Auch Petersen mochte Lukimya nicht an den Pranger stellen: „,Luki‘ ist eben ein eisenharter Verteidiger – das weiß ich aus Erfahrung.“

Bilder vom Training

Feuriges Werder-Training: Lukimya haut Elia um

Heißsporn De Bruyne trainierte (wie Elia) weiter, wirkte aber auch nach dem Training noch ziemlich angefressen. „Ich sage nichts. Es hilft nichts“, meinte er nur, stieg in seinen Dienstwagen und brauste davon.

Wenig später kam auch Elia aus der Kabine – leicht humpelnd, ähnlich missmutig und wortkarg. „Der Fuß tut weh, deshalb fahren wir jetzt ins Krankenhaus“, sagte der 26-Jährige. Nach der Untersuchung gab es gegen Abend allerdings Entwarnung. „Es ist alles halb so schlimm. Er hat eine leichte Fußprellung erlitten“, berichtete Schaaf. Dass Elia bei der Einheit am Nachmittag fehlte, war „eine reine Vorsichtsmaßnahme“, ergänzte der Coach. Einem Einsatz von Elia im Nordderby bei seinem Ex-Club Hamburger SV scheint somit nichts im Weg zu stehen. · mr

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