Ein Investor könnte helfen, wieder Speck anzusetzen

Werder und die ewige Suche

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Marco Bode fordert das Ende der Minus-Bilanzen: „Sonst wird es existenzbedrohend.“

Bremen - Klaus Filbry hat es schon angkündigt: Die laufende Saison soll erstmals nach vier Jahren kein wirtschaftliches Minus mehr bringen. Dieses Ziel sei „in Reichweite“. Aufsichtsratschef Marco Bode hört es gern und nimmt den Vorsitzenden der Geschäftsführung schon jetzt beim Wort, macht sogar Druck.

„Man kann als Club nicht dauerhaft Defizite erwirtschaften, das wird irgendwann existenzbedrohend. Das müssen wir vermeiden“, forderte Bode nach der Mitgliederversammlung des SV Werder am Montagabend. Um 36 Millionen Euro ist das Eigenkapital in den vergangenen vier Jahren geschrumpft, nur noch zwei Millionen sind übrig. Was bedeutet: Das nächste negative Geschäftsergebnis würde Werder in die Schulden treiben. Filbry verspricht: „Die schwarze Null ist keine Fata Morgana.“

Aber damit nicht genug. Nach Jahren der Konsolidierung muss es irgendwann auch wieder aufwärts gehen. Man könnte auch sagen: Werder muss sich wieder ein bisschen Speck anfuttern. Langfristig könnte dabei der Einstieg eines Investors/strategischen Partners helfen. Doch trotz laufender und in viele Richtungen geführter Gespräche ist auch nach Jahren der Suche vorerst mit keinem Abschluss zu rechnen. Bode: „Es ist unbestritten, dass wir weiterhin Gespräche anstrengen. Aber beide Seiten müssen so eine Partnerschaft abwägen. Das sind langwierige Prozesse.“

Zumal auch nicht jeder Partner nach dem Geschmack der Bremer ist. Filbry machte auf der Mitgliederversammlung deutlich, dass die Geschäftsführung zu den meisten Investorenmodellen ein kritisches Verhältnis hat. Man wolle sich nicht an Finanzinvestoren klammern, „die uns sagen, wo es langgeht, die nur an Umsatzrendite interessiert sind und die uns vielleicht auch zu einem dieser Vitamin-B-Clubs machen“. Er meint Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg – Vereine, die von Unternehmen oder einem Mäzen (Dietmar Hopp in Hoffenheim) gespeist und gelenkt werden. Werder will wohl gespeist werden, aber selber lenken. „Wir werden keine Abhängigkeit eingehen, die wir nicht wollen“, erklärte Filbry.

Die Frage ist: Findet Werder jemals einen Partner, der die Bedingungen der Bremer akzeptiert und trotzdem viel Geld gibt? Einen, der in den Ansichten deckungsgleich ist mit den Club-Oberen? Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald hatte darauf eine erstaunliche Antwort parat. „Ich hoffe schon bald“, sagte er im Nachgespräch nach der Versammlung und machte sich damit selbst zur Speerspitze des Optimismus’. Allerdings ruderte er schon im nächsten Satz wieder zurück. Denn dass etwas Konkretes im Busch ist, wollte Hess-Grunewald dann doch nicht bestätigen. „Wir suchen nach Lösungen, in denen es nicht darum geht, Anteile zu verkaufen, sondern bei denen man gemeinsame strategische Felder besetzen kann. Und es gibt verschiedene Unternehmen, die Interesse haben. Es wird aber nicht morgen oder übermorgen etwas passieren.“

csa

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