Junuzovic: „Jeder will spielen“ / Füllkrug verliert kurz die Contenance

Konkurrenzkampf XXL

Bremen - Irgendwann während des Vormittagstrainings musste Thomas Schaaf gestern eingreifen. „Leute, vorsichtig“, rief der Werder-Trainer seinen Spielern zu. Denn die gaben sich im Eins-gegen-Eins und dann im Zwei-gegen-Zwei ordentlich ‘was auf die Hölzer. Es geht momentan richtig zur Sache. Weil fast niemand verletzt ausfällt, ist der Trainingsplatz vor dem Nordderby am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV voll – und der Konkurrenzkampf riesig.

Gestern gab es gleich einige saftige Duelle. Sokratis grätschte Marko Arnautovic ab, Francois Affolter senste Eljero Elia um. Der Niederländer blieb zunächst liegen, hatte auch nach der Einheit „noch ein bisschen Schmerzen“ im rechten Fuß. Der Einsatz gegen seinen Ex-Club dürfte aber nicht gefährdet sein.

Der Aufreger der Einheit war Kevin De Bruynes Einsteigen gegen Niclas Füllkrug. Der Gefoulte sprang auf, brüllte „Was ist mit dir?“ in Richtung des Belgiers und musste sogar von Arnautovic zurückgehalten werden. Hinterher spielte Füllkrug den Zwischenfall herunter: „In dem Moment habe ich mich geärgert, aber das ist schon abgehakt. Das war doch nichts. Beim Zweikampftraining ist es normal, dass es ein bisschen härter zugeht.“ Der 19-jährige Stürmer wertet das als „gutes Zeichen. Das zeigt, dass wir griffig und bissig sind, Aggressivität in uns haben. Jeder will Gas geben.“

Die Bilder vom Training

Intensive Kämpfe beim Training am Mittwoch

Und das muss auch jeder, denn die Plätze sind extrem umkämpft – nicht nur in der Startelf, inzwischen sogar im 18er Kader. „So muss es sein“, sagt Sportchef Klaus Allofs über das intensive Gerangel: „Wichtig ist, dass es dabei fair zugeht. Die Spieler sollen sich fordern, aber nicht verletzen. Dieser positive Geist muss dabei sein.“

Den Konkurrenzkampf (gestern standen 30 Spieler auf dem Platz) verfolgt der 56-Jährige derzeit mit großem Interesse und Genuss: Allofs: „Wer seine Aufgabe nicht mehr so erfüllt, muss, wenn auch nicht sofort, mit Konsequenzen rechnen. Wir haben auf allen Positionen Möglichkeiten. Das ist ein guter Zustand – und der Unterschied zu den letzten Jahren. Da mussten wir bei Spielern, die eigentlich noch nicht wieder richtig fit waren, auch mal Kompromisse eingehen und sie zum Beispiel durchspielen lassen. Jetzt können wir die Belastung viel besser dosieren.“

Alle Fakten zum Nordderby

Sicher darf sich mittlerweile niemand mehr sein. Das hat Schaaf betont – und das wissen die Profis. „Jeder will spielen, die Intensität im Training ist sehr groß. Dass da auch mal ein bisschen Zündstoff drinsteckt, ist normal und gut“, urteilt Zlatko Junuzovic. Der Mittelfeldmann war bisher gesetzt, tauchte in dieser Woche aber in mehreren Einheiten nur in der B-Formation auf und muss um seinen Platz bangen. „Es kann sein, dass ich beim nächsten Mal nicht von Anfang an dabei bin. Es gibt da so ein Gefühl“, verrät der Österreicher, fügt aber gleich kämpferisch an: „Das ist Ansporn, noch mehr zu zeigen. Es kann sich jeden Tag drehen.“ · mr

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