Werder-Profi sagt Länderspielreise ab, weil er sich in Bremen durchsetzen will

Der Kongo muss auf Lukimya warten

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Assani Lukimya

Bremen - Die Internetseite des SV Werder Bremen hatte Assani Lukimya schon auf die Reise geschickt: Der Innenverteidiger, so heißt es dort seit Tagen, würde am 13. Oktober erstmals seit fast drei Jahren wieder für die Demokratische Republik Kongo auflaufen. Doch Lukimya ist in Bremen.

„Es stimmt, dass ich eine Einladung bekommen habe“, berichtete der 26-Jährige gestern: „Aber ich habe abgesagt. Entscheidend war die lange Reise. Ich möchte mich jetzt lieber voll auf Werder konzentrieren und mich hier durchsetzen.“

Der Neuzugang von Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat sich bei Werder noch keinen Stammplatz erkämpfen können. Der Grieche Sokratis und der Österreicher Sebastian Prödl sind im Abwehrzentrum gesetzt – und in diesen Tagen mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Da kann sich Lukimya in den Testspielen am Donnerstag in Heiligenfelde und vor allem am Samstag in Cloppenburg gegen Dynamo Kiew präsentieren.

Ärger in seiner Heimat bekommt er deshalb nicht. „Da hat man Verständnis für meine Situation. Letztlich profitieren sie ja auch davon, wenn ich für Werder spiele und damit noch besser werde“, meinte Lukimya. Sein Geburtsland liegt ihm sehr am Herzen: „Der Kongo ist immer noch mein Land. Auch wenn ich in Deutschland aufgewachsen bin, fühle ich mich zur Hälfte als Kongolese.“

Dass er erst drei Mal das Nationaltrikot trug, hat einen einfachen Grund. „Als ich noch in Düsseldorf gespielt habe, war es wegen der Montagsspiele in der Zweiten Liga etwas kompliziert, die Termine wahrzunehmen“, erinnerte sich der 26-Jährige und erklärte, mit welchem Aufwand Länderspiele für sein Land in der Regel verbunden sind:

Eine Vereinbarung für den Afrika-Cup

 „Wenn du so eine Reise antrittst, musst du erst mal nach Paris fliegen, von dort noch mal elf Stunden weiter – und dann das Ganze wieder zurück.“

Diesmal wäre die Reise sogar noch weiter gegangen – nach Äquatorialguinea. Dort steht das Rückspiel in der entscheidenden Qualifikations-Runde für den Afrika-Cup 2013 an. Nach dem 4:0-Hinspielsieg steht der Kongo allerdings mit einem Bein schon in der Endrunde. Die findet vom 19. Januar bis 10. Februar in Südafrika statt. Sehr zum Ärger von Bundesliga-Clubchefs wie Klaus Allofs: „Das ist ein aus Vereinssicht nicht akzeptables Turnier.“

Schließlich beginnt am 18. Januar die Rückrunde. „Wir haben mit dem Spieler eine Vereinbarung, was den Afrika-Cup betrifft“, verriet Allofs gestern – mehr jedoch nicht. Lukimya meinte dazu: „Natürlich würde ich da gerne für mein Land spielen, das ist ein großes internationales Turnier. Aber meine Einstellung war immer: Der Verein geht vor. Bis Januar ist ja noch ein bisschen Zeit.“ · kni/csa

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