Kommentar

Die Bauchschmerzen sind noch nicht weg

Ein Kommentar von Björn Knips. Thomas Eichin geht es wieder besser, die Bauchschmerzen sind weg. Seine Medizin heißt Koen Casteels – und das ist durchaus ein Wirkungstreffer.

Der Belgier machte gestern nicht nur mit seinen fast zwei Metern Körpergröße gleich Eindruck, sondern auch mit seiner selbstbewussten Art und seinen ersten Paraden. Er kann Werder helfen – und er ist kein überflüssiger Transfer! Wie wichtig Casteels tatsächlich wird, liegt allerdings an Raphael Wolf. Er ist die Nummer eins, aber keine in Stein gemeißelte, wie es seine Vorvorgänger Tim Wiese oder Andreas Reinke waren. Die haben durch spektakuläre Paraden Spiele gewonnen. Wolf macht das nicht. Er hält, was zu halten ist – und ihm unterlaufen nur sehr, sehr selten grobe Schnitzer. Keine Frage, das ist eine Qualität. Dafür gibt es viel zu oft andere Fragen: Hätte diesen oder jenen Schuss ein anderer Keeper vielleicht doch abgewehrt? Oder wäre in dieser oder jener Szene ein anderer Torwart mutiger rausgekommen? Casteels kann Antworten liefern. Er spielt anders als Wolf – mit höherem Risiko. Das Trainerteam hat dadurch eine wichtige Option im Abstiegskampf. Und mal ganz ehrlich: Wenn Viktor Skripnik und Co. wirklich zu 100 Prozent von Raphael Wolf überzeugt wären, hätten sie sich nicht für einen Kauf von Felix Wiedwald ausgesprochen. Als feste Verpflichtung wäre der Achimer auch ganz offiziell als Herausforderer von Wolf gekommen. Nun also Casteels. Okay, sein Ruf ist nicht der beste. Aber seine Fast-Teilnahme mit Belgien an der WM und die Verpflichtung durch den Champions-League-Aspiranten VfL Wolfsburg für eine Ablöse von angeblich 1,5 Millionen Euro sind wahrlich keine schlechten Referenzen. Außerdem: Wo wären die bezahlbaren Alternativen für Werder gewesen? Werder musste nach 39 Gegentoren in der Hinrunde handeln, sollte es allerdings nicht nur bei einer Torwart-Verpflichtung belassen. Denn auch die Abwehr bereitet immer noch Bauchschmerzen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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