Kommentar von Björn Knips

Kommentar: "Augen auf beim Einkauf"

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Björn Knips

Die Deutschen kaufen zwar gerne im Supermarkt tiefgefrorene Hähnchenschenkel, und zwar so günstig wie möglich. Aber sie mögen es gar nicht, wenn ihr Lieblingsverein für den Hersteller wirbt. Dann melden sich nämlich die Tierschützer und erklären, wie das vor dem Braten mit den Hähnchen so läuft. Und das ist nicht gut.

Das will man nicht hören, und schon gar nicht will man das sehen. Also reagiert der Fan empört. Dieses Verhaltensmuster hat der SV Werder Bremen total unterschätzt. Da wurde der Wiesenhof-Deal in dieser Woche noch fleißig dementiert, obwohl die Präsentation heute längst feststand. Nur um sich nicht mit der Fan-Kritik auseinandersetzen zu müssen. Auch jetzt heißt es lediglich: Emotionen raus, Sachlichkeit rein. Das ist viel zu wenig. Das ist ignorant. Werder muss sich seinen Fans und dem Thema Tierschutz endlich stellen. Werder muss eindeutig sagen, wie die Zukunft mit Wiesenhof aussehen soll.

Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, der immer die soziale Verantwortung des Clubs herausstellt, hat einen ersten Schritt gemacht. Seine Ankündigung, dass Werder sich von einem unanständigen Sponsor sofort trennt, koste es, was es wolle, macht Mut. Und muss hoffentlich nie überprüft werden. Das wäre gut für Werder, und das wäre vor allen Dingen gut für die Tiere.

Keine Frage, das ausgezeichnete Image des Clubs hat gelitten. Aber alle, die nun mit dem Finger auf Werder zeigen, sollten sich beim nächsten Einkauf genau überlegen, was sie in ihren Wagen legen. Die Macht der Verbraucher ist nämlich viel größer als die eines Fußball-Bundesligisten.

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