Kommentar von Björn Knips

Jeder hätte es so gemacht

Ein Kommentar von Björn Knips. Der Zeitpunkt ist verdächtig: Mitten im Umbau verlässt der Bauherr die Baustelle. Klaus Allofs flüchtet nach Wolfsburg. Das hat ein Geschmäckle. Seinen SV Werder Bremen lässt er geschockt zurück.

Denn erst vor neun Tagen hatte sich der 55-Jährige den Mitgliedern noch als großer Sanierer präsentiert, ein Bilanz-Minus von 13,9 Millionen Euro klein geredet und eine erfolgreiche Zukunft prophezeit. Werder glaubte sich trotz der schlechten Zahlen und der durchwachsenen Bundesliga-Ergebnisse wieder auf dem Weg nach oben. Weil die Mannschaft ganz ordentlich spielte und der Clubchef so viel Optimismus versprühte. Jetzt ist Werder am Boden. Denn Allofs konnte dem Heulen der reichen Wölfe nicht widerstehen. In Bremen musste der Ex-Profi jeden Euro zweimal umdrehen und Aufsichtsratschef Willi Lemke auch noch fragen, bevor er ihn ausgab. Zudem sollte ab sofort Marco Bode als neuer Aufsichtsrat Allofs auf die Finger schauen. Harter Tobak. In Wolfsburg wird der Manager dagegen von Volkswagen mit einer Kreditkarte ausgestattet und darf fröhlich shoppen gehen. Ein Schlaraffenland, um das ihn so ziemlich alle Kollegen in der Bundesliga beneiden. Diesen Traumjob hätte jeder angenommen. Und der erfolgsbesessene Allofs tat es jetzt, weil nun – anders als in den Vorjahren bei vergleichbaren Angeboten – auch seine familiäre Situation passt. Werder sollte sich nicht grämen. Natürlich ist das nun eine gefährliche Situation, der Club verliert jede Menge Fachkompetenz. Aber er kann auch ganz viel Know-how gewinnen, wenn die Verantwortlichen nicht nur ihren eigenen Leuten vertrauen, sondern sich auch frischen Wind ins Weserstadion holen.

Björn Knips

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