Kommentar zum Skripnik-Aus

So ist Fußball!

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Ex-Werder-Coach Viktor Skripnik

Ein Kommentar von Carsten Sander. So ist Fußball! Dieser Satz hat die Werder-Fans in den vergangenen Wochen schier um den Verstand gebracht. Weil Viktor Skripnik damit so ziemlich jeden der zahlreichen Missstände in seinem Team zu erklären versucht hatte.

Sportredakteur Carsten Sander

Sechs Gegentore kassiert? So ist Fußball! Keines geschossen? So ist Fußball! Wieder verloren? So ist Fußball! Bei Skripnik waren Niederlagen oft unabänderliche Launen des Schicksals, Verquickungen unglücklicher Umstände. Und jetzt erlebt er, wie Fußball auch noch ist: Wer so gar kein Spiel mehr gewinnt, muss gehen. Werder Bremen hat seinen Trainer nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte beurlaubt und damit einen großen, im Frühjahr gemachten Fehler korrigiert. Nach dem mit Ach und Krach geschafften Klassenerhalt an Skripnik festzuhalten und sogar seinen Vertrag mit einer Art trotzigen Treue zu verlängern, war die falsche Entscheidung der Geschäftsführung mit dem neuen Sportchef Frank Baumann gewesen.

Das wissen die Bremer jetzt, das hätten sie aber auch damals schon ahnen können – nein, sogar müssen. Denn unter der Leitung von Viktor Skripnik hat Werder die fußballerischen Defizite nie in den Griff bekommen. Eine nachhaltige Entwicklung zum Positiven? Nicht zu erkennen. Die oftmals zum Kopfschütteln, manchmal sogar zum Fremdschämen anregende Außendarstellung des Ukrainers kam noch dazu. All das hat Skripnik, der als Bundesliga-Trainer schlicht überfordert war, von der einen in die andere Saison transportiert. Bis am Samstag in Mönchengladbach klar wurde: So geht es absolut nicht mehr weiter.

Den Sommer mit der längsten Saisonvorbereitung hat Werder nun verschenkt. Aber immerhin hat das Leiden ein Ende – für Viktor Skripnik, der mehrmals von seinem inneren Kampf mit dem Job berichtet hatte, definitiv, für Werder Bremen hoffentlich. Dafür muss jetzt allerdings ein Trainer gefunden werden, der aus dem gewiss nicht schlecht besetzten Kader auch eine bundesliga-taugliche Mannschaft herausfiltern kann. Einen, der eine Linie und Überzeugung hat. Und nicht einen, der hier etwas versucht und es dort wieder umschmeißt.

So wie Skripnik es in seinen nicht ganz zwei Jahren als Bremer Cheftrainer oft getan hatte – zuletzt in Gladbach. Seine Aufstellung war sicherlich der Versuch gewesen, irgendetwas Gutes zu bewirken. Es wurde aber ein katastrophales Tohuwabohu, das Unfähigkeit dokumentierte und rückblickend wie die dringende Bitte um Entlassung wirkt. Viktor Skripnik hat sich an diesem Tag mit seinen konfusen Entscheidungen als Werder-Trainer den Rest gegeben.

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