Kommentar: Riskantes Spiel

Das Pokerspiel ist beendet. Mesut Özil wechselt zum spanischen Rekordmeister Real Madrid. Der sportliche Verlust wird Werder mit einem Batzen Geld versüßt. 15,5 Millionen Euro für einen Spieler, der dem Club in einem Jahr ohnehin den Rücken gekehrt hätte, sind ein ordentliches Schmerzensgeld.

Und gleichzeitig fast genau die Summe, die den Bremern durch die Lappen gehen würde, sollte die Qualifikation zur Champions League verpasst werden. Finanziell also ein gelungenes Geschäft.

Sportlich ist der Wechsel von Özil ein Verlust für Werder – allerdings einer, der sich in Grenzen hält. Bisher hat es der Club immer wieder geschafft, die Abgänge seiner Spielmacher zu kompensieren. Siehe Johan Micoud, siehe Diego. Und: Betrachtet man einmal die Leistungen von Özil seit seinem Wechsel von Schalke im Januar 2008, so gab’s da nicht nur Höhen, sondern auch jede Menge Tiefen.

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Freilich, Özil ist ein Riesentalent mit einem noch größeren Potenzial. Doch das hat er bislang nie konstant über einen längeren Zeitraum voll ausgeschöpft. Daher schon jetzt von einem Superstar zu sprechen, wäre unangemessen.

Da stellt sich die Frage, ob es richtig ist, schon jetzt, mit erst 21 Jahren, den Schritt zu Real zu wagen. In Bremen hat Trainer Thomas Schaaf Geduld aufgebracht. In Madrid zählen dagegen nur Titel, auf Einzelschicksale wird bei den „Königlichen“ keine Rücksicht genommen. Spieler wie Wesley Sneijder, Arjen Robben oder Rafael van der Vaart können ein Lied davon singen.

Ob man Özil bei Real die Zeit gibt, sich weiterzuentwickeln und schwierige Phasen zu meistern, ist fraglich. Es dürfte zudem interessant sein, ob Özil genügend mentale Stärke und Willen aufbringt, um sich gegen Superstars wie Kaka durchzubeißen, damit sein Traum von Real nicht zum Alptraum wird.

Arne Flügge

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