Lösung für die nächsten sieben Spiele

Kommentar: Kohfeldt nur ein Chef auf Bewährung

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Florian Kohfeldt ist Werder-Cheftrainer auf Probe.

Werder Bremen macht Florian Kohfeldt vom Interimstrainer zum Chefcoach – für den 35-Jährigen ist das eine große Chance, für Werder aber keine wirkliche Antwort auf die Trainerfrage, findet DeichStuben-Reporter Carsten Sander in seinem Kommentar.

Denn der 35-Jährige bekommt das Vertrauen erstmal bis zur Winterpause ausgesprochen. Nur bis zur Winterpause! Dass das keine konsequente Entscheidung ist in einer Situation, in der Werder konsequente Entscheidungen braucht, lässt sich nicht verstecken oder mit Vokabeln wie „Überzeugung“ und „Benchmark“ maskieren.

Kohfeldt Cheftrainer auf Bewährung

Sportchef Frank Baumann hat Kohfeldt zu einem Trainer auf Bewährung gemacht, hat die Angelegenheit quasi ins Fach „Wiedervorlage“ gepackt. So, als würde er sich nicht trauen, sich ganz und gar auf die Qualitäten zu verlassen, die er in dem bisherigen U23-Trainer sieht. Also wird jetzt erstmal abgewartet, ob Kohfeldt es wirklich kann. Es ist ein Versuch, ein Experiment – echte Überzeugung ist es nicht.

Im Grunde hat sich nicht mal etwas verändert: Florian Kohfeldt heißt jetzt zwar Cheftrainer, bleibt aber tatsächlich eine Interimslösung. Eine für die nächsten sieben Partien. Danach wird neu geguckt, neu entschieden. Werder hat sich also zusätzlich zu den Abstiegssorgen auch noch eine Dauertrainerdiskussion bis Weihnachten aufgehalst. Na, bravo!

Ein U23-Trainer nach dem anderen

Wie intensiv die Bremer tatsächlich nach einem anderen Trainer gefahndet haben, weiß nur Frank Baumann selbst. Dass er keine externe Lösung gefunden hat, kann bedeuten, dass er tatsächlich von keinem anderen Kandidaten überzeugt war. Oder aber, dass keiner der Besseren zu Werder gehen wollte. Denn dass die Bremer für große und mittelgroße Trainernamen längst zu klein geworden sind, ist ein Fakt, der nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Bleibt also wieder nur die vereinsinterne Variante. Erst Viktor Skripnik, dann Alexander Nouri, jetzt Kohfeldt – ein U23-Trainer nach dem anderen wird in Bremen in den Abstiegskampf geworfen. Wie das wirkt? Ideenlos! Hilflos!

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es zweimal funktioniert hat und sich jeweils der kurzfristige Erfolg eingestellt hatte. Dass die Mannschaft nun auch unter Kohfeldt aufblüht, ist die Hoffnung. Um mit dieser Hoffnung auch die Öffentlichkeit zu infizieren, wäre es ratsam gewesen, dass der SV Werder den Hoffnungsträger auch als echten Chefcoach präsentiert hätte – ohne die schlecht getarnten Zweifel, ohne Skepsis. Wenn schon, dann richtig.

Quelle: DeichStube

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