Kommentar zu Pizarro

Ein Mensch, keine Zeitmaschine

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Werder-Stürmer Claudio Pizarro

Bremen - Ein Kommentar von Carsten Sander. Thomas Eichin hat etwas getan, was er eigentlich überhaupt nicht mag. Er hat sich gefühlsduseligen Werder-Erinnerungen hingegeben. In Claudio Pizarro hat der Geschäftsführer von Werder Bremen einen Spieler aus einer Kiste gezogen, auf der „Gute alte Zeit“ geschrieben steht.

Nun träumen Fans von Erfolgen wie damals. Und nichts geht Eichin, dem Erneuerer, mehr gegen den Strich als das Gerede von zurückliegenden Triumphen. Wieso er Pizarro dennoch geholt hat? „Weil es passt“, wie er sagt. Pizarro werde Werder helfen – mit Erfahrung, mit Anleitung, mit Zuspruch, mit dem einen oder anderen Tor. Das ist die Hoffnung.

Sportredakteur Carsten Sander

Werder hegt sie zu Recht. Denn Pizarro mag Werder, will Werder helfen und ist gewiss nicht nur zum Abkassieren gekommen. Das wäre in der Wüste oder in den USA leichter und lukrativer gewesen. Pizarro möchte Werder, dem Club, der der Steigbügelhalter für seine unglaubliche Europa-Karriere mit faszinierenden 18 nationalen und internationalen Vereinstiteln war, am Ende der Laufbahn etwas zurückgeben. Eine feine Geschichte, keine Frage.

Im Umgang mit den sportlichen Erwartungen an Claudio Pizarro ist aber Vorsicht geboten. Er besitzt zwar verdientermaßen einen Heldenstatus in Bremen, aber er ist nur ein Mensch, keine Zeitmaschine. Er wird die Uhr nicht zurückdrehen. Werder wird mit ihm nicht zum Werder der guten alten Zeit, sondern bleibt das Werder der Eichin-Zeit: ein Team in der Entwicklung – das neuerdings einen alten Hasen in der Hinterhand hält.

Der Pizarro-Tag in Bildern

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