Eichin Werders neuer Sportdirektor - Kommentar von Björn Knips

Das Eis ist schon gebrochen

Von Björn Knips - Werder hat sich aufs Eis gewagt, obwohl die Wahl des neuen Sportchefs eigentlich kein Ausrutscher sein darf. Zu wichtig ist dieser Posten, den 13 Jahre lang Klaus Allofs mit großem Erfolg bekleidet hatte.

Der Ex-Profi war das Gesicht des SV Werder, lächelt aber längst für den VfL Wolfsburg. Sein Nachfolger in Bremen heißt Thomas Eichin und hätte bislang unbemerkt in der Hansestadt shoppen können. Wer kennt hier schon einen Eishockey-Manager? Dass sich Werder einen Kölner Hai angelt, wird viele verwundern. Doch die Skepsis sollte nicht zu groß sein. Dieser Mann versteht das Sportgeschäft. Eichin hat in Köln sehr gute Arbeit abgeliefert – in guten wie auch schlechten finanziellen Zeiten. Und er hat bei seiner offiziellen Präsentation sehr überzeugend dargelegt, dass die Unterschiede zwischen Eishockey und Fußball gar nicht so groß sind. Warum also soll Eichin nicht auch Fußball können? Zumal er aus der Branche stammt. Er ist Ex-Profi und seinem Lieblingssport immer verbunden geblieben. Eichin hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er zurück in den Fußball will. Trotzdem hat er nicht das erstbeste Angebot angenommen, sondern auf die gute Gelegenheit gewartet: Werder!

Leidenschaftlich, aber nicht anbiedernd, kompetent, aber nicht überheblich, humorvoll, aber nicht aufgesetzt – Eichin hat eine starke erste Pressekonferenz hingelegt.

Natürlich ist sein anfänglicher Teilzeit-Einstieg bei Werder ärgerlich, zeigt allerdings auch: Die Identifikation mit dem Arbeitgeber ist so groß, dass Eichin die Haie jetzt nicht hängen lassen will. Von dieser Einstellung wird auch Werder profitieren.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben eine gute Wahl getroffen und mit dem extra eingeholten Ja-Wort von Trainer Thomas Schaaf beim Schneegipfel mit Eichin in Salzburg dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. So ist auch dort das Eis schon gebrochen.

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