Die Werder-Profis wissen: Ohne Claudio Pizarro wären sie aufgeschmissen

Kollegen üben den Kniefall vor dem „Unglaublichen“

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Und wieder hat‘s Bumm gemacht… Claudio Pizarro war bislang an 65 Prozent aller Werder-Tore als Vorbereiter oder Vollstrecker beteiligt.

Bremen - Wollen mal so sagen: Werder ohne Claudio Pizarro – das wäre wie Kohl ohne Pinkel, wie Raumfahrt ohne Raketen, wie Bremen ohne Stadtmusikanten, wie Bier ohne Schaum, wie Tom ohne Jerry – irgendwie nicht mehr dasselbe. Vor allem aber unvorstellbar.

Der Wert des Torjägers für die Bremer Mannschaft ist in den ersten zwölf Spielen der Bundesliga-Saison ins Unermessliche gestiegen. Kein Wunder also, dass die Kollegen fast schon flehen, dass der Peruaner Werder im Sommer nicht verlassen darf.

Die Möglichkeit dazu hätte er. Pizarros Vertrag läuft zwar noch bis 2013, beinhaltet aber ein Kündigungsrecht für beide Parteien nach Ablauf dieser Spielzeit. Sollte der 33-Jährige dieses Recht ausnutzen, wäre Werder einen Mann los, der bislang an 65 Prozent aller Bremer Tore direkt als Schütze oder Vorbereiter beteiligt war. Da ist es nur logisch, dass die in Abhängigkeit befindlichen Kollegen den verbalen Kniefall üben und den „Unglaublichen“ aus Südamerika zum Bleiben bewegen wollen.

Wehe, wenn....

Wehe, wenn...

„Claudio ist unser wichtigster Spieler, er muss bleiben“, fordert beispielsweise Markus Rosenberg. Und wenn er das sagt, wiegt es doppelt schwer. Denn auch der Vertrag des Schweden läuft im Sommer aus, seine Chancen auf eine Weiterverpflichtung würden durch einen Pizarro-Abgang steigen. Doch so egoistisch denkt Rosenberg nicht. Werder ist wichtiger. Und Werder, das sagt er ganz klar, „braucht Claudio Pizarro“.

Zwei neue Gesichter beim Training am Dienstag

Zwei neue Gesichter beim Werder-Training am Dienstag

Seit dem dritten Spieltag liefert der „Piza-Express“ beständig Tore und Assists – nur beim 0:2 gegen Borussia Dortmund stockte die Produktion. Und es ist müßig, immer wieder vorzurechnen, wo Werder ohne die Heldentaten seines Weltklassestürmers stehen würde – es lässt sich mit „unter ferner Liefen“ ganz kurz zusammenfassen. Weil Pizarro im Herbst seiner Karriere aber die beste Tor-Quote seiner Laufbahn aufweist, glänzt Werder als Tabellendritter. Und ganz Bremen sonnt sich in dem Glanz, den er ausstrahlt. Ob er derzeit in der Form seines Lebens sei, wurde er nach seinem Hattrick beim 3:2-Sieg über den 1. FC Köln gefragt. Pizarro musste grinsen, dann antwortete er beinahe verlegen: „Ich glaube, ja.“

Für Clemens Fritz ist es „wirklich unfassbar“, was der ehemalige Bayern- und Chelsea-Profi Spieltag für Spieltag leistet. Für den Werder-Kapitän bezieht der effektivste Club-Angestellte seinen Wert aber nicht nur aus den zahlreichen Strichen in den Tor- und Vorlagenlisten, „er hat auch eine unglaubliche Präsenz auf dem Platz und arbeitet für die Mannschaft. So wäre er ganz schwer zu ersetzen. Wenn er gehen sollte, wäre das ein Riesenverlust.“

Aber will Pizarro überhaupt weg? Während der Betroffene eine Antwort bislang schuldig geblieben ist, schmettert Klaus Allofs jedem, der fragt, ein überzeugendes „Nein“ entgegen. Der Werder-Boss verweist immer wieder darauf, wie Claudio Pizarro 2008 zur Rückkehr an die alte Wirkungsstätte überredet worden war. Die Argumente, die schon damals gezogen hätten, würden auch heute noch gelten, so Allofs. Als da wären: Eine gute Mannschaft, ein harmonisches Umfeld, ein hoher Wohlfühl-Faktor, ein gesunder Verein. Der zudem pünktlich das Gehalt überweist.

Welches in Pizarros Fall üppig ist. Auf vier Millionen Euro wird es taxiert – aufzubringen ist eine solche Summe in Zukunft nur mit Einnahmen aus dem europäischen Geschäft. Dass diese Quelle bald wieder sprudelt, dafür sorgt Claudio Pizarro mit seinen Toren – und würde damit im wahrsten Sinne des Wortes jeden Cent (selbst) verdienen. Wenn er bleibt. · csa/kni

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