Motivation fürs Europa-Wunder

Kohfeldts Auftrag ans Team: Macht's wie Liverpool!

+
Werder-Trainer Florian Kohfeldt schwört seine Mannschaft auf das wichtige Auswärtsspiel gegen Hoffenheim ein.

Bremen – Es ist die Woche der wahnsinnigen Aufholjagden! Tottenham Hotspur benötigt nur eine Halbzeit, um drei Tore zu schießen und das Champions-League-Halbfinale gegen Ajax Amsterdam zu drehen.

Der FC Liverpool schafft das Unmögliche, indem er dem FC Barcelona vier Treffer verpasst und eine aussichtslose Lage in ein Wunder verwandelt. Und jetzt? Kommt jetzt Werder? Zwei Spiele bleiben den Bremern im Bundesliga-Endspurt, um einen Fünf-Punkte-Rückstand auf die Europa-League-Plätze noch umzubiegen. Geht nicht? Geht doch, sagt Trainer Florian Kohfeldt und verweist auf die Partien von Liverpool und Tottenham.

„Aus diesen Spielen kann man viel lernen. Sie sind die besten Beispiele dafür, nie aufzugeben“, sagt der Werder-Coach vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr). Es ist für Werder das erste der zwei Endspiele um einen Europa-League-Platz. Rang fünf ist zwar nicht mehr erreichbar, doch Platz sechs und sieben sind noch in Reichweite. Doch in dem heißen Kampf um das Europa-Ticket ist Werder der krasse Außenseiter. Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen (je 54 Punkte) streiten sich um den vierten Champions-League-Platz, dahinter kann Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg (beide 52) alles passieren: vom Sprung auf Platz vier bis zum Absturz auf Rang acht.

Schon gelesen? Ilia Gruev wird neuer Co-Trainer von Kohfeldt

Aussichten auf Schützenhilfe eher gering

Hoffenheim (51) und Werder (47) müssen schon auf Ausrutscher der Konkurrenten hoffen. Doch weil Wolfsburg beim VfB Stuttgart antreten muss und Gladbach beim 1. FC Nürnberg, sind die Aussichten auf Schützenhilfe eher gering. Es sind Duelle mit Kellerkindern und deshalb mit nicht sonderlich großer Stolpergefahr, vor denen die Bremer Konkurrenten stehen. Gewinnen beide, ist der Zug nach Europa für Werder abgefahren – auch bei einem eigenen Sieg in Hoffenheim. Dennoch will Kohfeldt am Samstag keine Zwischenstände aus Stuttgart und Nürnberg erfahren.

„Ich drücke natürlich beiden die Daumen. Aber das Allerschlimmste wäre es, wenn die anderen etwas für dich tun, du selbst aber deinen Part nicht erledigst.“ Deshalb ist sein Motto: Nicht lauschen, sondern laufen. Und mit aller Macht nach der Mini-Chance greifen. „Wir wollen das Szenario erreichen, dass am letzten Spieltag noch etwas möglich ist für uns. Und dann“, orakelt der 36-Jährige, „passiert auch so etwas wie in Liverpool oder Amsterdam.“

Schon gelesen? Drobny zurück zu Werder? Gespräche mit Baumann laufen

Etwas völlig Verrücktes eben. Etwas, woran niemand mehr geglaubt hatte. Außer die, die es dann doch gemacht haben. Nochmal nutzt Kohfeldt die Champions-League-Knaller als Vorlage und Motivationshilfe für sein eigenes Team. „Bei Liverpool hat man von der ersten Minute an die Überzeugung gespürt, dass sie an ihre Chance glauben.“ Und das sollen seine Jungs auch machen. Kohfeldt: „Du musst es in dir haben, dieses Spiel gewinnen zu wollen.“

Schon gelesen? Was TSG-Trainer Julian Nagelsmann vor seinem letzten Heimspiel sagt, erfahrt ihr bei den Kollegen von heidelberg24.de*.

Das fußballerische Mittel wird am Samstag aber nicht der Hurra-Stil sein, sondern eine gut dosierte Angriffslust. Weil auch Hoffenheim gewinnen muss, um die eigene Chance auf die Europa League zu wahren, kann Werder zunächst abwarten, was die Kraichgauer vorhaben. „Vielleicht nicht berauschend, aber clever“ zu spielen – so wäre es Kohfeldt das eigene Team betreffend recht: „Es könnte ab einem gewissen Zeitpunkt des Spiels auf eine Partie mit offenem Visier hinauslaufen. Aber wir haben erstmal das Ziel, kompakt zu stehen.“ Das wäre dann allerdings der krasse Gegensatz zu den Wundermachern Liverpool und Tottenham.

*heidelberg24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Gründungsfeier der Kinderfeuerwehr „Westerlöschis“

Gründungsfeier der Kinderfeuerwehr „Westerlöschis“

10. Herbstrallye in Visselhövede

10. Herbstrallye in Visselhövede

Illuminierte herbstliche Natur in Waffensen

Illuminierte herbstliche Natur in Waffensen

Der Samstag auf dem Bremer Freimarkt

Der Samstag auf dem Bremer Freimarkt

Meistgelesene Artikel

Einzelkritik und Noten: Sahin als starker Dirigent - Gebre Selassie lässt sich austanzen

Einzelkritik und Noten: Sahin als starker Dirigent - Gebre Selassie lässt sich austanzen

„Vernunft vor Risiko“: Für Claudio Pizarro reicht‘s wohl - für Werder-Trio um Yuya Osako nicht

„Vernunft vor Risiko“: Für Claudio Pizarro reicht‘s wohl - für Werder-Trio um Yuya Osako nicht

Das Werder-Eichhörnchen wird besser, aber nicht gefräßiger

Das Werder-Eichhörnchen wird besser, aber nicht gefräßiger

So macht Werder Sargent wach

So macht Werder Sargent wach

Kommentare