Kroos und Trybull wollen unbedingt bei Werder bleiben

Die Koggen kämpfen

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Der Eindruck täuscht: Robin Dutt (Mitte) will Tom Trybull (rechts) nicht beruhigen und damit Felix Kroos schützen. Der Coach gibt lediglich Anweisungen, wie beide im Training noch besser zusammenspielen können. ·

Bremen - Sie trugen beide jahrelang die Hansa-Kogge auf der Brust. Dann kamen sie an die Weser – Felix Kroos vor drei, Tom Trybull vor zwei Jahren. Und nun könnte für einen in Bremen bald Schluss sein. Trainer Robin Dutt hat laut über eine Ausleihe nachgedacht und die beiden defensiven Mittelfeldspieler damit indirekt ins direkte Duell geschickt. Kein Problem für Kroos und Trybull – die einstigen Koggen kämpfen.

„Ich gehe fest davon aus, dass ich in dieser Saison hier spiele“, sagt Kroos mit größtmöglicher Überzeugung in der Stimme. Schließlich wurde sein Vertrag erst Mitte Mai um zwei Jahre verlängert. Damals hieß der Trainer allerdings noch Thomas Schaaf. Nun hat Dutt das Sagen. „Das ist kein Problem“, meint der 22-Jährige: „Jeder hat hier seine Chance.“

Darauf setzt auch Trybull. „Für mich ist das wichtigste, dass ich gesund bleibe. Denn wenn ich fit war, dann habe ich auch gespielt“, erinnert sich der 20-Jährige, der immerhin schon 19 Bundesliga-Partien für Werder absolviert hat. Auf dem Konto von Kroos stehen nur elf Spiele – und dafür hatte er ein Jahr länger Zeit. Aber der kleine Bruder von Bayern-Star Toni Kroos (23 Jahre) fiel viel zu oft aus. Mehrmals verletzungsbedingt, ein Mal aber auch wegen eines Milzinfarkts. Eine schlimme Geschichte, die abgehakt ist. Ausgerechnet im Abstiegskampf der vergangenen Saison hatte sich Schaaf an Kroos erinnert. In den letzten vier Partien stand der gebürtige Greifswalder als Sechser in der Startelf. Ausgerechnet als Ersatz für Trybull, der sich am Fuß verletzt hatte. Ebenfalls eine bittere Geschichte, weil sich Trybull gerade erst nach einer Fußverletzung ins Team zurückgekämpft hatte.

Es kann nur einen von beiden bei Werder geben. Nie liefen sie in der Bundesliga gemeinsam für die Grün-Weißen auf. Es gibt zwar ein Spiel, an dem beide beteiligt waren, doch bei der 0:1-Niederlage in Dortmund im März 2012 wurde Kroos für Trybull eingewechselt. Sie ähneln sich auf dem Platz doch sehr, spielen wenig spektakulär, sind eher auf Sicherheit bedacht. „Vom Charakter her sind wir nicht großartig unterschiedlich“, sagt Trybull.

Gepaart mit dem gemeinsamen Rostocker Hintergrund lässt das eine dicke Freundschaft vermuten. Doch da widerspricht Trybull: „Wir verstehen uns, aber wir sind jetzt nicht die besten Freunde.“ Schließlich hätten sie in Rostock – wie sollte es auch anders sein – nie zusammengespielt. Allerdings altersbedingt. „Tom war noch in der Jugend, ich schon oben“, erinnert sich Kroos.

Für das Duell bei Werder ist das nicht zu enge Verhältnis durchaus ein Vorteil. „Er ist ein Konkurrent wie jeder andere“, sagt Kroos über Trybull. Sein Ziel bleibt die Startelf. Da muss er sich nicht nur gegen Trybull, sondern auch gegen Zlatko Junuzovic, Mehmet Ekici, Cedric Makiadi durchsetzen. In ein paar Wochen kehrt zudem Philipp Bargfrede nach seiner Knieoperation zurück. Es gibt aber maximal zwei Sechser auf dem Feld. Deshalb lässt sich Trybull, dessen Vertrag bis 2014 läuft, eine Hintertür offen: „Wenn es hier nichts mit der Spielpraxis wird, dann klappt es woanders. In meinem Alter ist es am wichtigesten, dass man spielt.“

Taktikschulung im Werder-Training

Vielleicht gibt es auch ein Rostocker Happy End. Im Training ließ Dutt die Duellanten nebeneinander spielen – und Trybull stellte zufrieden fest: „Das funktioniert doch gut!“ · kni

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