FC-Profi Konstantin Rausch im Interview

„Wenn ich's mir malen könnte, gewinnen wir und Pizza macht ein Tor“

+
Seit der Saison 2016/17 spielt Konstantin Rausch für den 1. FC Köln.

Von Timo Strömer - Vor Werders Gastspiel beim 1. FC Köln hat die DeichStube mit Konstantin Rausch (27) gesprochen. Im Interview redet der Linksverteidiger des FC über die Krise der Kölner, Druck, seinen neuen Mannschaftskollegen Claudio Pizarro und den Showdown mit Werder.

Krisengipfel am Sonntag. Wie ist die Stimmung in Köln?

Konstantin Rausch: Die Situation ist für beide Mannschaften unangenehm, das ist ja klar. Die Stimmung ist etwas angespannt, aber wir dürfen nicht verkrampft in die Partie gehen. Wir haben zuletzt gut gespielt, aber zu wenig Tore geschossen – ansonsten können wir uns nicht viel vorwerfen.

Im letzten Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart gab es in der 94. Minute das 1:2. Wie tief sitzt der Stachel noch?

Rausch: Es wäre gelogen, zu sagen, dass das spurlos an einem vorbeigeht. Wir haben viel Aufwand betrieben, sind dafür aber nicht belohnt worden. Das tut weh und das steckt auch in den Köpfen. Aber wir haben keine Zeit zurückzuschauen, wir konzentrieren uns aufs nächste Spiel und wollen jetzt unbedingt den ersten Dreier holen – alles andere bringt uns nicht weiter.

Was hat sich beim FC im Vergleich zur letzten Saison verändert – warum läuft es nicht mehr?

Rausch: Die Mannschaft reibt sich auf, spielt nach einem schlechten Start eigentlich gut. Wir haben zu einfache Gegentore bekommen und vorne die Dinger nicht gemacht – so simpel ist das im Fußball manchmal. Wenn du unten drin stehst, kommt dann oft noch Pech dazu – dann läuft es nicht.

Wie schätzen Sie Werder ein?

Der Kampf wird eine große Rolle spielen, darum geht es, wenn du unten drin steckst! Es wird um viele wichtige Meter gehen.

Wer hat mehr Druck?

Das will ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass die Situation für beide Mannschaften alles andere als berauschend ist!

Es ist keine waghalsige Prognose, dass einer von beiden Trainern nach dem Spiel seinen Job los sein könnte...

Rausch: Es ist völlig normal, dass vor einem solchen Spiel in der aktuellen Situation beider Mannschaften auch über die Trainer diskutiert wird. Als Spieler beschäftige ich mich damit aber nicht.

Schwer zu glauben.

Rausch: Ist aber so! Mein Fokus liegt auf dem Spiel, ich konzentriere mich darauf, meine Leistung zu bringen. Alles andere kann ich eh nicht beeinflussen.

Spielen Sie am Sonntag auch für den Trainer?

Rausch: Natürlich! Die ganze Mannschaft tut das! Peter Stöger ist ist menschlich der beste Trainer, den ich je hatte und auch fachlich ist er ein sehr guter Coach. Wir werden uns am Sonntag auch für unseren Trainer 90 Minuten den Arsch aufreißen! Innerhalb der Mannschaft gibt es keine Trainerdiskussion.

Anstoß ist um 13.30 Uhr – also zur Zweitliga-Zeit. Böse Zungen sprechen von einer Generalprobe.

Rausch: Wann Anstoß ist, interessiert mich herzlich wenig. Wichtig ist, dass wir mit dem Anpfiff bereit sind – und wenn es nachts um 3 Uhr ist.

Wie groß ist der Druck vor dem Spiel bei Ihnen persönlich?

Rausch: Auch an mir geht das nicht spurlos vorbei, aber ich war in meiner Karriere bereits in ähnlichen Situationen. Ich nehme mich mit meiner Erfahrung selber in die Pflicht, voranzugehen.

Mit Claudio Pizarro ist eine Werder-Legende Ihr neuer Mannschaftskollege. Wie ist der erste Eindruck?

Rausch: Sehr gut. Ganz Deutschland weiß, dass Pizza ein überragender Typ und ein überragender Kicker ist.

Hat er nach so kurzer zeit schon eine Wirkung auf die Mannschaft?

Rausch: Einer wie Claudio muss gar nicht so viel machen, um eine positive Wirkung zu haben. Allein seine Präsenz ist in den ersten Tagen schon ausschlaggebend. Da ist einer in der Kabine, der enorm viel Respekt ausstrahlt, und uns mit seiner großen Erfahrung weiterhilft – eben nicht nur auf dem Platz. Das heißt nicht, dass wir die gesamte Verantwortung auf seine Schultern legen, aber alleine damit, dass er bei uns ist, hilft er uns weiter.

Strahlt Pizarro eher Ruhe und Gelassenheit aus oder Aufbruchstimmung?

Rausch: Tatsächlich beides. Klar löst das eine Aufbruchstimmung aus, wenn so ein großer Name verpflichtet wird. Auf der anderen Seite ist er aber auch ein Typ, der für alle Spieler ein offenes Ohr hat. Er gibt Tipps, jeder kann sich mit ihm austauschen und sich Infos bei ihm holen. Claudio hat im Fußball schon alles erlebt – er hilft uns enorm weiter.

Heißt es am Sonntag „ausgerechnet Pizarro“?

Rausch: Ein Klassiker im Fußball (lacht). Für uns wäre es mehr als schön. Wenn ich's mir malen könnte, gewinnen wir und Pizza macht ein Tor.

Anderes Thema: Sie waren auch mal bei Werder im Gespräch...

Rausch: Es gab immer mal wieder Gerüchte, aber bei mir ist nie etwas Konkretes angekommen.

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Haalands Traumdebüt rettet BVB - Leipzig siegt gegen Union

Haalands Traumdebüt rettet BVB - Leipzig siegt gegen Union

UN-Libyenbeauftragter fordert Abzug ausländischer Kämpfer

UN-Libyenbeauftragter fordert Abzug ausländischer Kämpfer

"Wir haben es satt!": Tausende fordern neue Agrarpolitik

"Wir haben es satt!": Tausende fordern neue Agrarpolitik

Fotostrecke: Werders Befreiungsschlag in Düsseldorf

Fotostrecke: Werders Befreiungsschlag in Düsseldorf

Meistgelesene Artikel

Benjamin Goller bei Werder plötzlich im Kreis der Hoffnungsträger

Benjamin Goller bei Werder plötzlich im Kreis der Hoffnungsträger

Ludwig Augustinsson arbeitet am Werder-Comeback in Düsseldorf

Ludwig Augustinsson arbeitet am Werder-Comeback in Düsseldorf

Deich-Happen: Ailton geht bei „Let's Dance“ an den Start

Deich-Happen: Ailton geht bei „Let's Dance“ an den Start

Ludwig Augustinsson fehlt Werder gegen Düsseldorf - Fin Bartels ein Kader-Kandidat

Ludwig Augustinsson fehlt Werder gegen Düsseldorf - Fin Bartels ein Kader-Kandidat

Kommentare