0:1 – Knockout gegen Ingolstadt in der Nachspielzeit

Werders „dämlichste Niederlage“

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Philipp Bargfrede sah wegen eines üblen Fouls an Alfredo Morales die Rote Karte (90.+5).

Bremen - Von Malte Rehnert. Der gute Bundesliga-Start mit sieben Punkten, zwei Siege in Folge, dazu das Heimspiel-Comeback von Claudio Pizarro: Die Stimmung bei Werder Bremen war gestern prächtig – allerdings nur vor der Partie gegen den FC Ingolstadt. Hinterher herrschte blankes Entsetzen, Frust, Wut.

In dieser Szene stürzt Assani Lukimya über Moritz Hartmann – am Ende stürzte dann Werder über Lukimyas Foul und Hartmanns Elfmeter.

Innenverteidiger Assani Lukimya hatte in der Nachspielzeit einen Elfmeter verschuldet, den Moritz Hartmann zum 1:0 (0:0)-Siegtreffer für die Gäste nutzte (90.+2). Und dann sah Philipp Bargfrede wegen eines üblen Fouls an Alfredo Morales auch noch die Rote Karte (90.+5). Binnen drei Minuten war die Bremer Euphorie wie weggeblasen – und daran waren sie selbst schuld, wie Sportchef Thomas Eichin einräumte. „Das ist die dämlichste Niederlage, die ich erlebt habe. Furchtbar. So einen Frust habe ich nach einem Spiel noch nicht gehabt. Alles lief auf ein 0:0 hinaus, das muss man dann auch mal nach Hause bringen.“

Das schaffte Werder vor 42500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion allerdings nicht, weil sich Lukimya eben diesen einen „klaren Fehler“ (Eichin) leistete. Ingolstadts Stefan Lex war im Bremer Sechzehner, lief allerdings Richtung Eckfahne, als Lukimya ihn am Arm festhielt. Lex fiel, Schiedsrichter Bastian Dankert pfiff – Elfmeter. Was Werder-Coach Viktor Skripnik in diesem Moment und über das unnötige Foul seines Spielers dachte, behielt er später lieber für sich: „Das kann man nicht schreiben.“ Keeper Felix Wiedwald versuchte, Lukimya etwas in Schutz zu nehmen und kritisierte: „Da standen wir alle falsch, haben als Mannschaft versagt.“

Nach dem 0:1 waren die Bremer völlig runter mit den Nerven. Vor allem Bargfrede, der mit beiden Beinen in Morales reinsprang und zu Recht glatt Rot sah. „Das darf nicht passieren“, monierte Skripnik: „Er ist ein ganz wichtiger Mann für uns und wird uns wohl drei, vier Spiele fehlen.“

Werder gegen Ingolstadt: die Einzelkritik

Ganz sicher aber am Dienstag in Darmstadt, wenn Werder beim anderen Aufsteiger antritt – und da wird eine ähnlich unangenehme Aufgabe warten wie gestern. Die Ingolstädter, die schon ihre beiden ersten Auswärtsspiele mit 1:0 gewonnen hatten und mit dem dritten Sieg einen Auswärtsstartrekord für Aufsteiger aufstellten, versteckten sich keinesfalls, gingen früh drauf und versuchten, einen geordneten Bremer Aufbau zu verhindern. Das gelang ganz gut. „Sie wollten unseren Spielfluss rausnehmen – und wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen, konnten uns nicht richtig durchsetzen“, meinte Kapitän Clemens Fritz. Dass Werder sich gegen die frechen und ballsicheren „Schanzer“ so schwer tat, könnte laut Skripnik aber auch an der Einstellung gelegen haben: „Die Körpersprache war heute nicht top. Ich hatte das Gefühl, als sei in den Köpfen: Das ist ein Aufsteiger, das wird ein Selbstläufer. Ich hoffe, das Gefühl ist falsch.“

Werder verliert gegen Ingolstadt 0:1

Fakt ist, dass Ingolstadt recht früh hätte in Führung gehen können. Wiedwald parierte jedoch glänzend gegen Lex (17.). Doch auch Werder hatte die Riesenchance auf das 1:0 – zwei Mal. Nach einer Freistoßflanke von Aron Johannsson (schlug für den krank fehlenden Zlatko Junuzovic die meisten Standards) köpfte Ingolstadts Roger den Ball an die eigene Torlatte (26.). Kurz vor der Pause brachte Johannsson die nächste Ecke, diesmal flach. Und der Schuss von Fin Bartels rauschte knapp am Kasten vorbei (45.).

Zur zweiten Halbzeit erhöhte Skripnik dann das Risiko, brachte unter dem tosenden Beifall der Fans Pizarro für Ulisses Garcia. Und „Pizza“ machte – erst hinter den beiden Spitzen, später vorne drin – ein ordentliches Spiel. Der Peruaner, bei seinem Debüt in Hoffenheim (3:1) noch Vorlagengeber des vorentscheidenden 2:1, verteilte klug die Bälle und hatte auch zwei Kopfballchancen (53./90.). Der Heilsbringer war Pizarro diesmal jedoch nicht – aus einiger Entfernung musste er schließlich mitansehen, wie Werder sich sogar um den einen Punkt brachte und auf Rang neun abrutschte. Die weißen Trikots mit den Bremer Stadtmusikanten hatten kein Glück gebracht, werden künftig aber ohnehin nicht mehr getragen.

„Der Frust ist sehr groß. Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagte Fritz. Skripnik war kurz nach dem Rückschlag schon damit beschäftigt, seine Spieler wieder aufzubauen: „Wir wollen versuchen, schnell aus dem Schlechte-Laune-Keller herauszukommen.“

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