„Knackt Pizarro meinen Rekord, wird Werder Meister“

Einst bejubelten sie gemeinsam ihre Tore für Werder Bremen: Marco Bode (links) und Claudio Pizarro. ·

Bremen - von Björn Knips. Nicht erst seit dem Mainz-Spiel weiß jeder: Die Abhängigkeit des SV Werder Bremen von Stürmer Claudio Pizarro ist riesengroß. Doch nun setzt Marco Bode noch einen drauf. Werders Rekordtorschütze (101 Bundesliga-Treffer) behauptet: „Knackt Claudio noch in dieser Saison meinen Rekord, dann wird Werder Meister!“

Schließlich fehlen Pizarro (bislang 79 Bundesliga-Tore für Werder) noch 22 Buden, um Bode einzuholen. Das ist viel, aber für einen wie Pizarro, der in elf Saisonspielen bislang acht Mal zulangte, nicht zu viel. Es sei denn, die Fußprobleme, die ihn gestern zu einer Trainingspause zwangen, sind schlimmer als angenommen.

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„Claudio traue ich grundsätzlich alles zu“, sagt Klaus Allofs, der Pizarro nach dessen Mainz-Auftritt und 150. Bundesliga-Tor mit Weltklasse-Lob geradezu überschüttet hatte. Nun muss der Werder-Boss ebenfalls fürchten, von Pizarro eingeholt zu werden. „Kurz bevor es so weit ist, wird er verkauft – und zwar ins Ausland, wo er für mich keinen Schaden mehr anrichten kann“, scherzt Allofs. Sein Vorsprung in der ewigen Torschützenliste aller Bundesliga-Spieler beträgt allerdings stolze 27 Tore. „Ich sage jetzt einfach mal: Das schafft er nicht. Vielleicht fordert ihn das ja ganz besonders heraus“, hofft der Ex-Profi.

Die Saison in Bildern

Werders Bremens Saison 2011/2012 in Bildern

Anderseits glaubt Allofs nicht, dass einer wie Pizarro mit seinen 33 Jahren noch eine Extra-Portion Motivation benötigt: „Spieler in diesem Alter haben einen großen Vorteil: Sie realisieren, dass sie auf nichts mehr warten können, dass es bald mit der großen Karriere vorbei sein wird. Da engagieren sie sich noch mehr und bringen Höchstleistungen wie Claudio.“

Vorausgesetzt, der Körper spielt mit. In der vergangenen Saison hatte Pizarro da so seine Probleme, lief von einem Muskelfaserriss in den nächsten. „Und wir wussten einfach nicht, warum“, erinnert sich Allofs.

„Claudio ist ein absoluter Hingucker“

Deshalb wagt er auch keine langfristige Prognose, bis wann Pizarro noch auf diesem Niveau spielen kann: „Über die nächsten ein, zwei Jahre müssen wir nicht reden, aber danach weiß ich es auch nicht.“ Der Sportchef weiß nur, wo der Peruaner spielen soll: „Bei uns, bei Werder Bremen. Claudio ist ein super Fußballer, ein absoluter Hingucker, er ist ein großer Sympathieträger des Vereins.“

Der Vertrag läuft noch bis Sommer 2013, aber beide Seiten besitzen ein Sonderkündigungsrecht zum Saisonende, heißt es. Allofs will das nicht bestätigen, sich zu Vertragsinhalten eigentlich gar nicht äußern und sagt nur: „Es gibt kein festes Datum, bis eine Entscheidung fallen muss. Wir werden zwischendurch immer wieder Gespräche führen und Tendenzen abklopfen. Dann werden wir sehen.“

Werders erfolgreichste Torschützen - in der Tabelle - Klick

Dass Pizarro im Herbst seiner Karriere gerne noch einmal in der Champions League spielen will, darin sieht Allofs überhaupt kein Problem: „Er wäre bei uns als Spieler völlig fehl am Platz, wenn er das nicht wollte. Wir wollen das nämlich auch.“ Aber auch ohne internationales Geschäft habe Werder gar nicht so schlechte Karten beim Werder-Star, wie viele denken würden. „Hier bekommt er die Wertschätzung für seine gesamten Eigenschaften, also nicht nur für die eines Torjägers, sondern auch für die eines Arbeiters. Bei den Bayern und in Chelsea wurde darauf nicht so viel Wert gelegt, hier bekommt er das volle Vertrauen – und das weiß er auch“, glaubt Allofs. Deshalb ist der Werder-Boss auch optimistisch, dass Pizarro eine weitere Saison bleibt.

Darauf setzt auch Bode, der von 1999 bis 2001 gemeinsam mit dem Peruaner für Werder stürmte. „Ich würde mich freuen, wenn er bleibt, auch wenn mein Rekord dann endgültig futsch wäre“, schmunzelt der mittlerweile 42-Jährige und fügt noch an: „Ein Pizarro in dieser Form ist einfach die halbe Miete für Werder.“ · kni

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