Klemm-Brett

Notizen vor Hoffenheim-Endspiel: Ajax-Schule, starke Ex-Bremer, Wiese-Klartext und Trainer-Kritik

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Wissenswertes vor dem Werder-Spiel gegen TSG Hoffenheim: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 33. Spieltag geht es gegen die TSG Hoffenheim.

Statistik Werder gegen Hoffenheim

Hoffenheim ist einer der Lieblingsgegner der Bremer. Die Bilanz der Grün-Weißen gegen die Kraichgauer fällt positiv aus: In bisher 23 Aufeinandertreffen gab es elf Siege für Werder, neun Remis und nur drei Niederlagen. Auch die Bremer Auswärtsbilanz ist durchaus imponierend: Fünf Siege stehen nur zwei Niederlagen gegenüber, dazu gab es drei Punkteteilungen bei einem Torverhältnis von 18:14. Das letzte Spiel in Hoffenheim ging allerdings mit 0:1 verloren. Den goldenen Treffer am 19. August 2017 erzielte Stürmer Andrej Kramaric. Aus der damaligen Werder-Startelf stehen heute noch sieben Spieler im Kader der Grün-Weißen.

Spruch

„Mein kleines Stoßgebet an den Fußball-Gott: Mal wieder über Sinsheim abbiegen.“

Trainer Julian Nagelsmann nach vielen vergebenen Chancen seines Teams

Julian Nagelsmann

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Trainer-Kritik

Herbe Kritik am Trainer übte am letzten Wochenende Andrej Kramaric. „Das sind zu viele Fehler draußen“, griff der Stürmer seinen Coach Julian Nagelsmann öffentlich an. Konkret meinte Kramaric Nagelsmanns häufige Formationswechsel im Verlaufe eines Spiels. „Wir wechseln zu oft die Systeme, wir sind nicht bereit dafür“, so der 27-Jährige.

„Wir sind keine Roboter, sondern Menschen.“ Und auf sich bezogen, fügte er an: „In so vielen Spielen weiß ich im Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin.“ Im Club reagierten sie zurückhaltend darauf. Medienchef Holger Kliem kommentierte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Trainer und Spieler haben das intern geklärt.“

Ex-Bremer Nummer eins: Ishak Belfodil

Es ist seine 13. Station im Profifußball. Gespielt hat er schon bei namhaften Klubs: in Lyon, Bologna und Parma, bei Inter Mailand und bei Standard Lüttich - allerdings überall nur kurzzeitig. So auch  in Bremen. In seiner Saison bei Werder glückten ihm in 26 Spielen nur vier Tore. Ishak Belfodil wurde nirgendwo so richtig glücklich, bis er nach Hoffenheim kam. Im Sommer wechselte der Stürmer, der neben der algerischen auch die französische Staatsangehörigkeit besitzt, für die bei seinen Arbeitsnachweisen beachtliche Transfersumme von sechs Millionen Euro in den Kraichgau. 

Dort wies er nach, dass er ein Torjäger sein kann: In 26 Spielen erzielte der 27-Jährige 15 Treffer und gab dazu fünf Vorlagen. Ein Glücksgriff für Trainer Nagelsmann, der den Kauf des überall gescheiterten Stürmers so begründete: Belfodil sei ein besonderer Stürmertyp, den er so gewollt habe. Zudem hatte Befodil im Werder-Trikot seine Sternstunden ausgerechnet gegen Hoffenheim erlebt.

Ex-Bremer Nummer zwei: Florian Grillitsch

Zunächst in Österreich bei St. Pölten, dann bei Werder ausgebildet, ist Florian Grillitsch längst zu einem mehr als guten Bundesliga-Profi gereift. Von 2013 bis 2017 spielte der österreichische Nationalspieler (14 Einsätze) für Bremen, bevor er nach Hoffenheim wechselte. Dort hat er sich in zwei Spielzeiten weiterentwickelt, ist zum Stammspieler gereift. Der Mittelfeldspieler, der durch präzise Pässe und Vorarbeiten glänzt, hat sich inzwischen im Nagelsmann-Team einen Status erworben, der mit dem eines Kevin Vogt zu vergleichen ist. Sein Arbeitsprotokoll: 53 Einsätze, ein Tor, fünf Vorlagen.

Wiese-Klartext

Tim Wiese wurde 2012 für vier Jahre von der TSG Hoffenheim verpflichtet, spielte aber nur eine Saison und wurde danach aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen. Die endgültige Trennung erfolgte Anfang 2014, bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit erhielt der Keeper neben einer Abstandszahlung von angeblich sechs Millionen Euro ein reduziertes Grundgehalt. Der frühere Nationaltorwart absolvierte sein letztes von 269 Bundesligaspielen am 26. Januar 2013 beim 1:2 in Frankfurt. Für Werder war Wiese von 2005 bis 2012 aktiv. 

Sein Urteil über die TSG in der laufenden Spielzeit: „Die Saison von Hoffenheim war durch ein ständiges Auf und Ab geprägt. Zum Schluss wurden die Leistungen stabiler, so dass sich die Mannschaft in der Spitzengruppe behaupten konnte. Die Elf hat sich die Teilnahme an der Champions League redlich verdient. Julian Nagelsmann zählt zu den besten Trainern in Deutschland. Es ist erstaunlich, wie reibungslos alles in Hoffenheim läuft, obwohl er frühzeitig seinen Wechsel nach Leipzig verkündet hat. Es wird ein schweres Spiel für Bremen, auch wenn Werder in Hoffenheim immer gut ausgesehen hat.“

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Form

Turbulent wie immer ging es für Hoffenheim beim 2:2 am vergangenen Spieltag in Gladbach zu. Haushoch überlegen, mit unzähligen Möglichkeiten bei 26:11 Torschüssen, reichte es für die Kraichgauer mal wieder nur zu einem Zähler nach Treffern von Kaderabek und Joker Amiri. 

Erstaunlich: Die Hoffenheimer verspielten in dieser Spielzeit bereits 25 Punkte in Partien, in denen sie in Führung lagen. So haben sie es verpasst, sich vor dem Duell mit Werder ein noch dickeres Punktepolster zuzulegen. Ausgangslage: Die TSG liegt in der Tabelle als Achter vier Zähler vor den Bremern (Platz neun) und verfügt über eine weitaus bessere Tordifferenz.

Ajax-Schule

Lange war spekuliert worden, wer auf Julian Nagelsmann folgt. Nun steht fest: Ein alter Bekannter tritt das Erbe an, das Erfolgstrainer im Sommer hinterlässt. Alfred Schreuder, von Oktober 2015 bis Januar 2018 Assistent von Nagelsmann, danach als Co-Trainer beim europäischen Überraschungsteam Ajax Amsterdam beschäftigt, kehrt als Chef in den Kraichgau zurück. Der 46-Jährige erhält einen Vertrag bis 2022.

„Wir haben intensiv und in Ruhe an einer für uns optimalen Lösung gearbeitet“, kommentierte Alexander Rosen, der Direktor Profifußball, diese Lösung. Für den Niederländer, der als wichtiger Helfer von Erik ten Hag wesentlichen Anteil an den Erfolgen des Ajax-Teams in der laufenden Champions-League-Saison hatte, sprach, dass er die Strukturen bei der TSG und einen Großteil der Mannschaft kennt. Rosen lobte weiter: „Außerdem hat er durch seine hervorragende Expertise sowie eine strategische, klare und kommunikative Art maßgeblich zum Erfolg der vergangenen Jahre beigetragen.“ 

Und Hoffenheims Boss Dietmar Hopp fügte hinzu, dass Schreuder für einen Fußball stehe, der die TSG auszeichne: „Mutig, frisch, offensiv.“ Der neue Cheftrainer, der früher auch als Assistent von Huub Stevens und bei der niederländischen Nationalelf reichlich Erfahrung sammeln durfte, meinte: „Ich bin voller Ehrgeiz, eigene Akzente zu setzen und die jüngste Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.“

Wechsel

Eine Ausstiegsklausel soll den Wechsel von Kerem Demirbay möglich machen: Laut eines Berichts der „Sport Bild“ wolle Demirbay davon Gebrauch machen und zu Bayer Leverkusen wechseln. Die Rheinländer müssten demnach über 32 Millionen Euro bezahlen, um den kreativen Mittelfeldspieler zu verpflichten. Bei Bayer soll der 25-Jährige einen auf fünf Jahre datierten Vertrag unterschreiben. In Hoffenheim wurde der aus der Schalker Jugend hervorgegangene Mittelfeldspieler, der zuvor beim HSV sowie auf Leihbasis für Kaiserslautern und Düsseldorf spielte, zum Nationalspieler.

Nationalspieler

So langsam spielt er sich in der deutschen Nationalelf fest: Nico Schulz, der Mann auf der linken Außenbahn, wird immer wichtiger in der Truppe von Joachim Löw. Beim 3:2-Sieg gegen die Niederlande in Amsterdam avancierte der Hoffenheimer gar zum Matchwinner. Der Außenverteidiger, der im Konkurrenzkampf mit dem Kölner Jonas Hector sowie dem Leipziger Marcel Halstenberg momentan die Nase vorn zu haben scheint, erzielte den Siegtreffer zum umjubelten 3:2. Julian Nagelsmann freut sich über die „gute Entwicklung“ seines Schützlings: „Er hatte eine schwere Phase in Gladbach und hat ein bisschen Anlaufzeit bei uns gebraucht.“

Noch ist offen, wo Schulz in der kommenden Saison spielt. Auf der Suche nach einem Linksverteidiger und einem Nachfolger für den langjährigen Kapitän Marcel Schmelzer hat Borussia Dortmund den Aufsteiger im Blick. Der 26-Jährige, der bislang sechs Mal in der Nationalelf eingesetzt wurde, steht allerdings noch bis 2021 in Hoffenheim unter Vertrag und soll keine Ausstiegsklausel besitzen.

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Hinspiel

In der Hinrunde bekamen die Zuschauer beim 1:1 im Weserstadion Hochgeschwindigkeitsfußball von beiden Teams zu sehen. Die hochklassige Partie hätte gut und gerne auch 4:4 ausgehen können. Am Ende verpassten beide Mannschaften durch das Remis den Sprung in Richtung der europäischen Plätze. Möglichkeiten zum Siegtreffer vergaben beide Teams: Milot Rashica scheiterte mehrfach für Werder, Pavel Kaderabek für Hoffenheim. 

Werder agierte mit schnellen Gegenstößen, die Gäste mit Offensivdrang aus kontrolliertem Ballbesitz. Die TSG-Führung durch Bittencourt rüttelte Werder wach. Die Bremer erspielten sich im Anschluss ein regelrechtes Chancenfeuerwerk und kamen zum hochverdienten Ausgleich durch einen Kopfball von Theodor Gebre Selassie. Werder blieb nach dem Unentschieden auf dem neunten Rang. Hoffenheim, zu diesem Zeitpunkt neun Spiele lang unbesiegt, belegte Rang sieben. 

Quelle: DeichStube

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