Klemm-Brett

Notizen vor dem Bayern-Kracher: Hoeneß‘ Sprüche, Transfer-Gerüchte, Neuers Ausfall und Kovacs Zukunft

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Wissenswertes vor dem Werder-Spiel gegen den FC Bayern: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 30. Spieltag geht es um den FC Bayern.

Statistik Werder gegen Bayern

Letztmals gab es vor gut acht Jahren etwas zu holen für die Bremer in München. Torlos endete die Partie am 11. September 2010. Danach setzte es zumeist hohe Niederlagen in der Allianz-Arena: 1:6, 2:5, 0:6, 0:5,0:6 und 2:4 in der letzten Spielzeit. Klar, dass auch die Gesamtbilanz in der Bundesliga negativ ausfällt. 26 Siege und 25 Remis stehen 54 Niederlagen bei dem Rekordmeister entgegen. 

Auswärts in München konnte Werder sieben Erfolge landen, spielte elfmal unentschieden und kassierte 34 Niederlagen. Auch im Pokal ergeben sich Zahlen mit negativen Vorzeichen: Zehn Werder-Niederlagen und nur zwei Erfolge gegen die Bayern.

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Die Bayern und das Geld

Der FC Bayern ist mit Abstand der finanzkräftigste deutsche Club und größtenteils auch der einzige, der im internationalen Vergleich mithalten kann. Auf 276 Millionen Euro werden die jährlichen Personalkosten bei dem Rekordmeister beziffert, was ungefähr die Hälfte des Jahresetats ausmacht. 

Damit belegen die Süddeutschen im europäischen Ranking den fünften Rang. Die Reihenfolge an der Spitze: 1. Real Madrid 406 Mio., 2. FC Barcelona 378 Mio., 3. Manchester City 334 Mio., 4. Manchester United 306 Millionen Euro. Die Konkurrenz aus der Bundesliga kann in dieser Beziehung nicht mithalten. Zweitbester deutscher Verein ist Borussia Dortmund, mit gerade mal 178 Millionen Euro auf Platz 11 dieser Rangliste.

Hoeneß-Spruch

„Beim DFB in Frankfurt sollen sie einige Kerzen aufstellen, dass der FC Bayern für neue Erfolge genug Spieler parat hat.“

Uli Honeß in gewohnter Manier bei seiner Generalkritik an der Nationalelf.

Neuer-Ausfall gegen Werder

Der Nationaltorwart fehlt: Manuel Neuer muss eine zweiwöchige Zwangspause einlegen, nachdem er sich beim 4:1 in Düsseldorf einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hat. Er fehlte damit auch in den beiden Spielen gegen Werder und wird wie zuletzt häufig von Sven Ulreich vertreten.

Bayerns Winter-Transfer Davies

Der Junge ist erst 18 Jahre jung und hat schon seine Feuertaufe bei Bayern überstanden. Für den stolzen Betrag von zehn Millionen Euro

holten die Bayern im Winter das hochgelobte Talent aus Kanada: Alphonso Davies, ein Mittelfeldspieler von den Vancouver Whitecapes, der schon fünf Partien für die Nationalelf seines Landes bestritten hat. Davies soll behutsam aufgebaut werden, kam indes schon zum Einsatz und feierte seine Torpremiere beim 6:0 gegen Mainz. Sportdirektor Hasan Salihamidzic schwärmt: „Der Junge ist wirklich ein Diamant, das zeigt er jeden Tag im Training.“

Lucas Hernandez: Rekord-Transfer der Bayern

Teurer war noch kein Bundesliga-Spieler: Lucas Hernandez kommt im Sommer zu den Bayern und kostet die Rekordsumme von festgeschriebenen 80 Millionen Euro. Bislang hatte Corentin Tolisso, 2017 von Olympique Lyon nach München für 41,5 Mio. Euro gewechselt, diese Bestmarke gehalten. Ende des Monats März gab es die offizielle Bestätigung: Der Weltmeister aus Frankreich verlässt Atletico Madrid und erhält einen Vertrag bis 2024, dotiert mit einem Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro. Der 23-Jährige kann sowohl links als auch in der Mitte verteidigen. 

Skurril: Bei der sportmedizinischen Untersuchung wurde eine Schädigung des Innenbands im rechten Knie diagnostiziert. Nach Absprache mit den Spaniern wurde Hernandez sofort operiert, Nach Einschätzung der Münchner wird er zu Saisonbeginn fit sein. „Ich bin glücklich, dass wir einen der besten Defensivspieler der Welt verpflichten konnten“, meinte Sportdirektor Hasan Salihamidzic über diesen Transfer. Hernandez, nach dem Liverpooler Virgil van Dijk (für 85 Millionen aus Southampton) der wertvollste Defensivakteur der Welt, ist der zweite Abwehrspieler, den die Bayern für die neue Saison geholt haben. Zuvor war das Engagement von Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart perfekt gemacht worden. Hernandez und Pavard – zwei Weltmeister, die 2018 den Titel in Russland holten.

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Bayern-Gerüchte I: Wer kommt im Sommer?

„Wenn ihr wüsstest, was wir schon alles sicher haben ...“, prahlte Uli Hoeneß vor Wochen. So vollmundig kündigte er nach dem frühzeitigen Aus in der Champions League eine Transferoffensive für den Sommer an. Mit dem Kauf des französischen WM-Duos Hernandez und Pavard ist der Anfang gemacht. Spektakuläre Transfers sollen folgen. 

So bemühen sich die Süddeutschen seit Winter um Callum Hudson-Odoi, einen Flügelflitzer vom FC Chelsea. Doch der englische Club soll, wie es heißt, den 18-jährigen Jungstar nicht gehen lassen wollen. Der Junge wäre 2020 ablösefrei. Spekuliert wird auch, dass der Rekordmeister Bundesliga-Profis auf dem Wunschzettel hat: Timo Werner von RB Leipzig, der bei den Sachsen nicht verlängern wird, Luka Jovic von Eintracht Frankfurt, Thorgan Hazard von Mönchengladbach und/oder Kai Havertz von Bayer Leverkusen. Aus dem Ausland werden Nabil Fekir (Mittelfeldmann von Ol. Lyon) und Nicolas Pepe (Rechtsaußen vom OSC Lille) als mögliche Verstärkungen gehandelt.

Bayern-Gerüchte II: Kovacs Zukunft

Eine Jobgarantie gab es nicht. Selbst nach dem eindrucksvollen Kantersieg gegen den Konkurrenten Dortmund ließ der Vorsitzende die Zukunft des Trainers offen. „Bei Bayern gibt es dies nicht“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Selbst wenn Niko Kovac Titel gewinnen sollte, könnte es sein, dass er im Sommer abgelöst wird. Jüngstes Gerücht, in Italien von der Sportzeitung Corriere dello Sport verbreitet: Die Münchner sollen ein Angebot für Antonio Conte (zuletzt Chelsea) abgegeben haben.

Bayern-Abschied: Ribery und Robben

Einer aus dem Duo der in die Jahre gekommenen Altmeister kokettierte schließlich noch mit einer Vertragsverlängerung. Franck Ribery deutete es an, nachdem er mal wieder eine bessere Partie geboten hatte. Arjen Robben, der verletzungsanfällige Holländer, der sein letztes Spiel im November beim 5:1 gegen Benfica Lissabon bestritten hat, seit Wochen wegen Beschwerden am Ischiasnerv wieder auf der Ausfallliste steht, hatte sich da längst mit seinem Abschied aus der Bundesliga abgefunden. Die Bosse in München ließen jedenfalls keinen Zweifel, dass die Zeit der beiden Flügelstürmer an der Isar abgelaufen ist. 

Selbst Uli Hoeneß, erklärtermaßen ein Fan des Franzosen Ribery, verwies recht eindeutig auf den Umbruch. Ribery will noch zwei bis drei Jahre spielen, soll ein Angebot von Al Sadd Sports Club aus Katar vorliegen haben. Zudem will der Ex-Münchner Markus Babbel, Trainer beim australischen Verein Western Sydney Wanderers, ihm ein Kommen nach Down Under schmackhaft machen. Robben wird wahrscheinlich seine Laufbahn in seiner Heimat fortsetzen und fasst zusammen: „Es waren zehn wundervolle Jahre bei Bayern.“ Hoeneß kündigte bereits diese Planungen an: „Wir reden darüber, den beiden ein Super-Abschiedsspiel zu machen.“

Ribery und das Goldsteak

Man gönnt sich ja sonst nichts. Franck Ribery, extrovertierter Star, hat es sich im Winterurlaub in Dubai gut gehen lassen und ein mit Blattgold verziertes Steak verzehrt. Diese kulinarische Extravaganz machte der Münchner selbst publik, indem er ein Video postete. „Es gibt keinen besseren Start ins neue Jahr“, betitelte der 35-Jährige seinen millionenfach angeklickten Beitrag im Internet. 

Das von Nusret Gökce, einem türkischen Metzger und Koch, zubereitete Stück Fleisch kostet den stolzen Preis von rund 1200 Euro. Der Franzose erntete heftige Kritik von Usern und in den französischen Medien, die den Vorwurf formulierten, er stelle seinen Reichtum exzessiv zur Schau. Ribery reagierte darauf mit obszönen Worten auf seinen Social-Media-Kanälen. Der Skandal war da. Der FC Bayern ließ eine Pressemitteilung verbreiten, wonach er den Wortlaut der Ribery-Replik nicht billige, indes betonte, es handele sich um eine „private Angelegenheit“.

Ex-Bayern-Profi Rainer Zobel im Interview

Rainer Zobel (70) bestritt von 1970 bis 1976 für Bayern 180 Bundesligaspiele. Der seit 1982 als Trainer tätige Niedersachse, oft im Ausland, beispielsweise in Ägypten, Iran, Südafrika und Georgien engagiert, betreut heute den Regionalligisten Lüneburger SK.

Woran liegt es, dass Bayern nicht die gewohnte Ausnahmerolle spielt?

Der Fehler ist vor Saisonbeginn gemacht worden. Es ist nicht richtig kommuniziert worden, wie mit Weltklassespielern wie Robben und Ribery, die nicht mehr über eine komplette Saison ihre Topleistung bringen können, umgegangen werden soll. Diese waren sauer, wenn sie nicht regelmäßig spielten, andere wie James und Müller ebenso, wenn sie draußen waren. Es herrschte lange Zeit überall Unruhe. Das Hauptproblem, denn Bayern ist nur stark, wenn alle zufrieden sind.

Was halten Sie von Niko Kovac?

Ich halte ihn für einen guten Trainer mit guter Trainingsarbeit und taktischer Finesse. Wenn überhaupt, dann könnte es an der Mannschaftsführung hapern.

Was war entscheidend für die Wende?

Die Elf wirkt nun gefestigter als zu Saisonbeginn. Wichtig, dass mit Martinez wieder ein stabilisierendes Element eingebaut worden ist. Wenn du nicht nur schön spielen möchtest, sondern gewinnen willst, brauchst du so einen Spieler.

Hätten Sie die Aufholjagd erwartet?

Ich habe zwischenzeitlich gezweifelt. Doch die Bayern haben aufgeholt und Dortmund sogar überholt.

Können Sie Meister werden?

Ja, natürlich. Dortmund ist gestrauchelt. München hat beim 5:0 eine Demonstration der Stärke abgelegt. Alles spricht nun für die Bayern.

Was trauen Sie Werder zu?

Die Mannschaft hat sich gut erholt von den Rückschlägen in den letzten Jahren, sie ist auf dem richtigen Weg. In der Rückserie weist sie auch Konstanz auf, doch es braucht noch Zeit. Ob Werder sich schon für dass internationale Geschäft qualifizieren kann, ist fraglich bei dem Restprogramm. Das muss sie auch nicht in dieser Saison. Die Werder-Elf muss noch reifen.

Wer wird der nächste Nationalspieler aus Bremen?

Der, der schon jetzt im Blickfeld von Jogi Löw steht und zuletzt schon in den Kader berufen worden ist: Maximilian Eggestein, ein guter Junge, dem ich wünsche, dass er seinen Reifeprozess fortsetzt.

Quelle: DeichStube

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