Der Werder-Kapitän bekommt sein Gespräch mit Allofs, aber darin geht’s nicht um einen neuen Vertrag

Kleiner Rüffel für Frings

Zwei, die sich eigentlich sehr gut kennen und schätzen: Doch mit seiner Forderung nach schneller Klarheit in Sachen Vertragsverlängerung hat Torsten Frings seinen Chef Klaus Allofs ziemlich verblüfft.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Torsten Frings muss sich gedulden. Die von ihm geforderte Klarheit in Sachen Zukunft wird’s vorerst von seinem Arbeitgeber Werder Bremen nicht geben, stattdessen kassierte der Kapitän einen kleinen Rüffel vom Clubchef.

Klaus Allofs will zwar in den nächsten Tagen mit Frings reden, aber nur über ein Thema. „Ich möchte schon von ihm wissen, was er sich dabei gedacht hat, öffentlich so eine Forderung zu stellen“, sagt Allofs und gesteht: „Ich war schon ziemlich überrascht, was Torsten da gesagt hat – genauso wie alle anderen Verantwortlichen hier.“

Torsten Frings

Torsten Frings

Frings hatte am Sonntag, einen Tag nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart, Allofs und Co. aufgefordert, Farbe zu bekennen. Denn am Saisonende läuft der Vertrag des 34-Jährigen aus. Eigentlich ein verständlicher Wunsch des zuletzt so stark auftrumpfenden und vorbildlich kämpfenden Mittelfeldspielers, wäre da nicht seine Rücktrittsankündigung fünf Wochen zuvor gewesen. „Damals waren es doch wir, die mit Weitsicht festgestellt haben: Wir glauben nicht, dass dieser Rücktritt schon feststeht. So haben wir ihm die Tür offen gehalten“, erinnert sich Allofs: „Da Torsten sich dann ähnlich geäußert hat, bin ich davon ausgegangen, dass er unseren Fahrplan mitträgt. Der besagt: Wir reden erst wieder über Verträge, wenn für den Club sportlich Klarheit herrscht.“

Werder ist dem Klassenerhalt mittlerweile zwar näher gekommen, aber noch längst nicht am rettenden Ufer. Deshalb lehnt Allofs auch jeglichen Kommentar zu den Chancen von Frings auf eine Vertragsverlängerung ab. Er bescheinigt dem Kapitän lediglich ein „gutes Spiel gegen Stuttgart“ und sieht darin auch den Grund, warum sich der Ex-Nationalspieler plötzlich so forsch geäußert hat. Und allen, die nun eine schnelle Einigung mit Frings fordern, hält Allofs vor: „Das sind wahrscheinlich genau die Leute, die vor einigen Monaten noch gesagt haben, mit einem Frings könne man nicht mehr planen. Das bringt doch alles nichts.“

Werder geht die Sache – mal wieder – ganz ruhig an, will einen Schritt nach dem anderen machen. Außerdem ist finanziell Vorsicht geboten, denn auf Einnahmen aus dem internationalen Geschäft muss Werder in der nächsten Saison definitiv verzichten. Und so stellt Allofs – nicht direkt auf Frings bezogen – fest: „Wer Verträge eingeht, muss auch in der Lage sein, sie einzuhalten.“ Deshalb wird‘s nicht nur spannend, ob und zu welchen Konditionen der Kontrakt mit Frings verlängert wird. Auch die angekündigten Verhandlungen mit Per Mertesacker und Tim Wiese (beide Vertrag bis 2012) dürften sich alles andere als einfach gestalten.

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