Werder hat seit 24 Jahren nicht mehr zu Hause gegen Gladbach verloren

Ein kleiner Mutmacher im knallharten Abstiegskampf

23. Oktober 2010: Werder-Verteidiger Sebastian Prödl (re.) spitzelt den Ball vor Mohamadu Idrissou weg. Die Bremer siegten im Hinspiel in Gladbach mit 4:1.

Bremen - Von Arne Flügge · Aaron Hunt machte gerade seine ersten Krabbelversuche, Torsten Frings kickte noch als Steppke bei Rot-Weiß Alsdorf, Marko Marin, Wesley oder Philipp Bargfrede waren noch nicht einmal geboren, als sich im Weserstadion für Werder Bremen ein Desaster abspielte.

Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gab’s eine 1:7-Packung, die auch ein 25-jähriger schnauzbärtiger Verteidiger nicht verhindern konnte: Thomas Schaaf . . .

Dieter Burdenski, damals Torwart, erinnert sich: „Wir hatten zwei Jahre zu Hause kein Spiel verloren – und dann diese Klatsche. Das war schon bitter.“ Und „Budde“ war ziemlich fertig: „Das kann ich nicht vergessen. Wenn du von acht Schuss sieben reinkriegst, kann man sich ja vorstellen, wie ich mich gefühlt habe.“ Das einzig Positive, was von diesem 21. März 1987 in Erinnerung geblieben ist: Es war die bislang letzte Heimniederlage der Bremer gegen die Borussia. Seit fast auf den Tag genau 24 Jahren hält sich Werder im Weserstadion gegen Gladbach nun schadlos, ließ in den darauffolgenden 20 Begegnungen mit der „Fohlen-Elf“ in heimischer Stätte nur vier Gladbacher Punkte und fünf Gegentore zu.

21. März 1987: Werders Thomas Wolter (li.) im Zweikampf mit Gladbachs Michael Frontzeck. Werder verlor zu Hause mit 1:7 – es war die bisher letzt Heimpleite gegen Borussia.

Ein kleiner Mutmacher im knallharten Abstiegskampf. Und eigentlich ein gutes Omen für das Duell zwischen den beiden Clubs heute Abend (18.30 Uhr), zumal die Bremer auch das Hinspiel mit 4:1 gewannen. Doch Werder will und kann sich nicht auf die Statistik verlassen. „Für Gladbach gilt das Gleiche wie für uns. Auch sie müssen Punkte sammeln“, glaubt Schaaf, mittlerweile bekanntlich seit fast zwölf Jahren Trainer an der Weser, heute an einen ganz heißen Fight – für den er seine Mannschaft nach dem 3:1 in Freiburg gerüstet sieht. „Alle sind in der Konzentration geblieben, haben intensiv gearbeitet“, hat der 49-Jährige erkannt: „In unserem Spiel war wieder mehr Überzeugung, wir haben uns stärker und gefährlicher gezeigt als in den letzten Wochen. Ich hoffe sehr, dass diese Tendenz auch weiterhin Bestand hat.“

Schaaf erwartet eine Gladbacher Mannschaft, „die nicht total offensiv spielen wird, aber über ihre schnellen Konter immer gefährlich ist“. Daher werde sein Team gezwungen sein, „das Spiel zu machen. Aber das erwarten wir ja auch von uns.“

Gladbach kommt mit 22 Punkten als Tabellenletzter ins Weserstadion, Werder liegt derzeit mit 28 Zählern auf Platz 14 und kann mit einem Sieg heute einen großen Schritt heraus aus dem Abstiegssumpf machen. Eines dieser vielzitierten Sechs-Punkte-Spiele also? „Jedes Spiel ist für uns jetzt ein Endspiel“, sagt Rechtsverteidiger Clemens Fritz: „Es gibt sehr viele Mannschaften, die da unten stehen. Unser Problem ist, dass in der Tabelle viel Luft nach oben ist, aber wenig nach unten. Das müssen wir ändern.“ Der 30-Jährige hat seine Gelbsperre abgesessen. „Ich bin froh, wieder dabei zu sein. Es war nicht einfach für mich, das Spiel in Freiburg vor dem Fernseher zu verfolgen und der Mannschaft nicht helfen zu können“, erklärt Fritz, der heute wie sein Trainer ein sehr schweres Spiel erwartet. „Gladbach ist derzeit etwas im Aufwind, das wollen sie nutzen“, sagt Fritz, „aber auch wir haben in Freiburg ein gutes Spiel gemacht. Daran wollen wir anknüpfen. Und es wird Zeit, dass wir vor unseren Fans endlich mal einen Sieg landen.“

Das Erfolgserlebnis in Freiburg, so Fritz, habe der Mannschaft gutgetan. „So etwas hebt natürlich auch die Stimmung untereinander – und das ist wichtig“, meint der ehemalige Nationalspieler. Er warnt aber auch davor, sich jetzt zu sicher zu fühlen: „Wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern müssen konzentriert weiterarbeiten und nachlegen. Es wird für uns noch ein langer und schwerer Weg.“

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