Abstieg? „Das wird nicht passieren, die Fans können uns vertrauen“

„Kleiner“ Djilobodji, großes Versprechen der Chelsea-Leihgabe

Papy Djilobodji nach der Derby-Niederlage im Dialog mit den Fans: „Ich möchte ihnen sagen: Wir sind stark.“ - Foto: nph

Bremen - Er war der Mann, der sich im Nordderby „schlecht, schlecht, schlecht“ fand. Er ist aber auch der Mann, der den Werder-Fans vor dem hochbrisanten Spiel gegen den VfB Stuttgart den Klassenerhalt verspricht. Hoch und heilig.

„Wir müssen dieses Spiel gewinnen – also werden wir es auch gewinnen“, sagt Verteidiger Papy Djilobodji und gibt in Tagen, in denen alle rätseln und bangen, ob Werder am Saisonende die Liga verlassen muss, den starken Mann. Abstieg? „Das wird nicht passieren“, erklärt der Senegalese.

Wie jeder Werder-Profi, den man momentan fragt, kehrt auch Djilobodji die „volle Überzeugung“ nach außen, dass alles gut ausgehen wird. Aber er ist dabei so offensiv, dass er sich mit klaren, offensiven Worten direkt an die Bremer Fans wendet. „Ich möchte ihnen sagen: Wir sind stark in der Mannschaft, wir glauben an uns und an den Klassenerhalt. Deshalb brauchen die Fans keine Sorgen zu haben, sie können uns weiter vertrauen. Ich habe keine Angst, dass wir absteigen.“

Wieso Djilobodji so dick aufträgt? Vielleicht weil er noch ein schlechtes Gewissen hat, wegen seines Fehlers in Hamburg, der zum frühen 0:1 führte. Oder wegen der Kopf-ab-Geste gegen Mainz, die ihm eine Zwei-Spiele-Sperre eingebracht hatte. Beides hat Werder natürlich überhaupt nicht geholfen. Nun fühlt sich Djilobodji verpflichtet, in den letzten drei Partien einiges wieder gutzumachen.

„Ich bin erfahren, habe eine Situation wie die aktuelle schon mal erlebt. Ich weiß, wie es ist, wenn es auch im letzten Spiel noch um alles geht. Diese Erfahrung kann ich an die jüngeren Spieler weitergeben. Stark zu bleiben im Kopf – das ist das, was ich vorleben kann.“

Das erste Mal durchs Stahlbad Abstiegskampf ist Papy Djilobodji mit dem FC Nantes gegangen – 2009/10 war das in der zweiten französischen Liga. Es ging gut aus. Und das, was er damals mitgenommen hat an Erkenntnissen, gibt er jetzt weiter.

„Aber ich bin nicht der Einzige. Auch Clemens Fritz, Claudio Pizarro und Zlatko Junuzovic haben schon viel erlebt und wissen, wovon sie sprechen“, meint die Chelsea-Leihgabe und beschreibt die aktuelle Anforderung ans Innenverhältnis des Teams so: „Die Jungen müssen jetzt auf die Erfahrenen hören. Dann können wir die Situation als Gruppe meistern.“

Wie lange er noch zur Gruppe gehören wird, bleibt bis nach der Entscheidung um Abstieg oder nicht offen. „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, darüber zu sprechen“, erklärt Djilobodji, der nur bis zum Sommer ausgeliehen ist. Wenn alles vorbei ist, „werde ich meine Entscheidung treffen“.

Im Moment schließt er aber – anders als Pizarro – auch bei einem Abstieg einen Verbleib nicht aus. Begründung: „Ich bin ja kein Star wie Pizarro. Ich bin ja nur Papy Djilobodji, ein kleiner Spieler.“ Der sich aber nicht scheut, den Fans in einer unsicheren Zeit ein ziemlich großes Versprechen zu geben.

csa

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