Di Santo misst 1,93 Meter und will zur WM

„Kleiner Crespo“ ist ein Riese

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Bremen - Franco Matias Di Santo – da werden viele im Internet erst mal die Suchmaschinen angeschmissen haben. Obwohl argentinischer Nationalspieler, ist der 24-Jährige international eben (noch) keine große Nummer.

Er stand zwar schon beim englischen Spitzenclub FC Chelsea unter Vertrag, schaffte dort aber nicht den Durchbruch. Für Werder und Trainer Robin Dutt ist er dennoch „ein sehr interessanter junger Mann. Er ist noch nicht so alt, hat aber schon einiges erlebt.“

Di Santo, der im Sturm oder als hängende Spitze spielen kann, wurde in Mendoza im Westen Argentiniens geboren. Er hat italienische Vorfahren und besitzt deshalb auch einen italienischen Pass. Zunächst spielte er bei Godoy Cruz, doch noch in der Jugend verließ er wegen des Fußballs sein Heimatland und wechselte zu Audax Italiano ins nahe gelegene Chile. Bei dem Erstligisten schaffte er bereits als 17-Jähriger den Sprung in die erste Mannschaft, durfte sich sogar in der Copa Libertadores (der südamerikanischen Champions League) bewähren – und spielte sich in die Notizbücher von europäischen Topclubs. Real Madrid und Manchester United sollen interessiert gewesen sein, Nägel mit Köpfen machte dann aber Chelsea. Für 4,5 Millionen Euro ging Di Santo im Januar 2008 nach London. Dort spielte er unter anderem mit dem Ex-Bremer Claudio Pizarro zusammen und bekam den Spitznamen „Crespito“ („kleiner Crespo“) – in Anlehnung an seinen Landsmann Hernan Crespo.

Eichin: „Ein richtiger Ochse“

Weil es bei Chelsea aber nicht nach Wunsch lief, liehen ihn die „Blues“ erst an die Blackburn Rovers aus und verkauften ihn 2010 (für 2,4 Millionen Euro) an Wigan Athletic. In England, wo er in insgesamt 122 Premier-League-Partien 14 Tore schoss, hat sich Di Santo an die robuste Spielweise gewöhnt und gelernt, seinen Körper (1,93 Meter groß, rund 80 Kilo schwer) richtig einzusetzen.

„Er ist ein richtiger Ochse, stark und schnell“, sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin schmunzelnd mit Blick auf die kräftige Statur des Argentiniers. „So eine Präsenz kann in der Bundesliga nicht schaden, sie tut uns gut“, meint Trainer Robin Dutt und fügt an: „Er ist für seine Größe aber auch fußballerisch richtig stark und beweglich. Und er kann die drei Offensivpositionen, die wir variabel besetzen möchten, alle spielen. Das ist uns wichtig.“

Die Spieler-Vorstellung am Donnerstag

Franco di Santo am Donnerstag vorgestellt

Die Bremer Verantwortlichen finden Di Santo aber nicht nur als Fußballer, sondern auch als Typen klasse. „Sehr offen und aufgeschlossen“, sagt Dutt nach dem ersten Kennenlernen am Dienstag. „Er lacht den ganzen Tag, ist ein witziger Junge“, ergänzt Eichin, dem auch der Ehrgeiz des Neuen imponiert: „Er will unbedingt 2014 zur WM, ist richtig heiß. Solche Typen brauchen wir.“ mr

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