DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

„Wenn Real Madrid anklopft, dann wird es schwierig“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf.

Von Klaus Allofs. Ich freue mich auf das Duell meiner Ex-Clubs Wolfsburg und Werder. Vor dem Hinspiel hatte ich gesagt, dass Werder dem VfL einen Schritt voraus ist.

Der Bremer 2:0-Sieg hat das bestätigt, tabellarisch sieht es jetzt anders aus. Trotzdem bleibe ich dabei: Fußballerisch ist Werder einen Tick weiter, es fehlen nur die Ergebnisse. Die können aber schnell kommen.

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Der VfL spielt nicht so spektakulär, sondern setzt vor allem auf Disziplin und Teamgeist. Es ist ein großer Verdienst von Bruno Labbadia, diese Einheit hinbekommen zu haben. Das ist in Wolfsburg wegen der Begleitumstände nämlich nicht so einfach. Läuft es gut, wollen Spieler gerne mal weg, weil es für sie woanders vom Club, von der Atmosphäre oder von der Stadt her interessanter ist. Läuft es schlecht, heißt es schnell: Die spielen doch nur des Geldes wegen in Wolfsburg.

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Eggesteins können Gesichter des SV Werder werden

Auch Werder muss damit leben, immer wieder Spieler zu verlieren. Das gehört dazu. Eine missliche Situation ist es, wenn Verträge auslaufen und Spieler ablösefrei gehen können – so wie jetzt bei Johannes Eggestein. Ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen alles geben werden, Johannes und auch seinen Bruder Maximilian langfristig an den Club zu binden.

Sie können wirklich die Gesichter des SV Werder werden. Aber es gibt eben auch Grenzen. Da kann es auch mal zu sehr schmerzhaften Entscheidungen kommen. Ich denke zwar, dass beide Eggesteins noch gut bei Werder aufgehoben wären, aber ich habe schon sehr oft erlebt, dass die Betroffenen selbst und ihr Umfeld das ganz anders sehen.

Özil-Wechsel zu Real Madrid „rückblickend richtig“

Wir hätten zum Beispiel damals gerne einen Mesut Özil noch ein Jahr länger in Bremen behalten. Doch wenn Real Madrid anklopft, wird es richtig schwierig. Außerdem war Özil ein Juwel, ein Weltklassespieler. Er konnte einfach Sachen, die andere nicht konnten. Da war es schwer, ihn von einer Zukunft bei uns zu überzeugen. Letztlich war seine Entscheidung nachvollziehbar und rückblickend auch richtig. Ob die Eggesteins schon so weit sind, den nächsten Schritt zu einem größeren Club zu machen, da bin ich mir nicht so sicher. Ich tippe deshalb darauf, dass sie bleiben.

Einen Tipp für das Spiel am Sonntag wage ich dagegen nicht. Max Kruse hat gesagt, dass es für Werder schon ein Endspiel für Europa ist. Ganz ehrlich: Werder hat nur noch Endspiele. Denn es dürfen jetzt keine Punkte mehr liegen gelassen werden. Wichtig dabei ist: Diesen Druck muss man positiv erleben, sich darüber freuen, diese Chance zu haben. Dann kann es mit Europa am Ende klappen.

Klaus Allofs

Zur Person: Erst Profi, dann Manager – Klaus Allofs (62) hat im Fußball fast alles erlebt. Bei Werder war er auf beiden Seiten tätig, beim VfL Wolfsburg arbeitete er bis 2016 als Manager.

Quelle: DeichStube

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